Arten von Augenringen – so behandelt man dunkle Schatten
Augenring ist nicht gleich Augenring. Dr. med. Inja Allemann erklärt, wie du die Schatten effektiv bekämpfen kannst. 

Augenring ist nicht gleich Augenring. Dr. med. Inja Allemann erklärt, wie du die Schatten effektiv bekämpfen kannst.

Unsplash/Soroush Karimi
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3 Typen, 3 LösungenWie du Augenringe loswirst, hängt von ihrer Art ab

Deine Augenringe bringen dich zum Verzweifeln? Vielleicht hast du sie immer falsch behandelt. Wir haben mit einer Expertin über die Arten von Augenringen gesprochen – und darüber, was wirklich gegen sie hilft.

von
Malin Mueller

Augencremes sind teuer. Umso ärgerlicher, wenn das Loch im Portemonnaie dann nicht wenigstens mit dem Verschwinden der ungewollten Augenringe belohnt wird, die sonst dein ständiger Begleiter sind. Gründe dafür gibt es mehrere: Du könntest darauf vertraut haben, dass alleine eine Creme eine durchgemachte Nacht wieder wettmacht (tut sie nicht, leg dich hin). Du könntest in eine Marketingfalle getappt sein (kommt vor, Schwamm drüber). Oder aber, du hast mit ihr gar nicht das eigentliche Problem bekämpft.

Denn Augenring ist nicht gleich Augenring. Dr. med. Inja Allemann ist Fachärztin für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie, Dermatologie und Venerologie und Inhaberin der Zürcher Praxis Rivr. Mit ihr haben wir über die verschiedenen Gründe gesprochen, aus denen die Schatten rühren können und herausgefunden, wie wir sie effektiv bekämpfen.

Dr. med. Inja Allemann ist Fachärztin für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie, Dermatologie und Venerologie. 

Dr. med. Inja Allemann ist Fachärztin für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie, Dermatologie und Venerologie.

Rivr

Augenringe durch durchscheinende Adern

«Die Anatomie rund um die Augen ist recht speziell», beginnt die Expertin. «Die Haut ist extrem dünn und empfindlich. Hinzu kommt, dass die Augen ständig in Bewegung sind. Viele komplexe Strukturen spielen in diesem Bereich eine Rolle.» Und auch unser Lebensstil ist nicht zu vernachlässigen. «Tatsächlich ist es so, dass wenig Schlaf und wenig Flüssigkeit eher zu Augenringen führen. Schlecht hydrierte Haut ist nicht prall und lässt Äderchen gern mal durchschimmern.» Und genau hier liegt das Problem: Die bläuliche Farbe, die durch die Haut hindurch sichtbar ist, lässt uns müde aussehen.

Was hilft? «Feine, durchschimmernde Gefässe können kaschiert werden, indem man die Haut verdickt. Dazu gibts zwar Cremes, effektiver kann man aber mit einem Laser arbeiten. Durch gezielte, thermale Mini-Verletzungen der Haut provoziert er die Neubildung von Kollagen. So wird die Haut praller und damit undurchsichtiger.» Bei grösseren Gefässen kommt ein spezifischer Gefässlaser zum Einsatz. «Der Augapfel wird bei dieser Behandlung mit einer Metallschale geschützt, um nicht verletzt zu werden», so die Ärztin.

Augenringe durch Hyperpigmentierung

«Hyperpigmentierung, also die wirklich dunklen, bräunlichen Schatten um die Augen herum, kann unterschiedliche Gründe haben», so Inja Allemann. «Sie können genetisch bedingt sein oder mit dem Hauttyp zusammenhängen. Auch ausgiebiges Sonnenbaden – also einwirkende UV-Strahlung –, kann solche Schatten verursachen.»

So behandelt man sie: «Möchte man die Hyperpigmentierung bekämpfen, sollte man seine Hautpflege entsprechend umstellen», rät die Dermatologin. «Depigmentierende Substanzen wie Vitamin C, Arbutin oder Niacinamide sind gut geeignet, da sie dunkle Bereiche aufhellen können. Und natürlich ist täglicher Sonnenschutz im Gesicht ein Muss. Andernfalls kann keine Verbesserung erzielt werden.» Wer die Extrameile gehen will, kann eine andere Form der Behandlung in Anspruch nehmen: «Mit einem pigmentspezifischen Laser, der Melanin-Pigmente zerstört, können gute Ergebnisse erzielt werden – allerdings unter Vorbehalt. Bei Hyperpigmentierungen kommt es immer auf die individuelle Form an. Nicht jede Behandlung funktioniert für jeden Typ.»

Augenringe durch Volumenverschiebung

Die Dermatologin erklärt: «Wir alle haben Fettpölsterchen, die mit der Zeit schrumpfen. Wenn die Augenhöhlen mit der Zeit einsinken, werden Schatten geworfen, die wie Augenringe aussehen, aber eigentlich keine sind.» Andersherum funktioniert das Spiel mit den Tränensäcken: «Mit dem Alter werden die Strukturen um die Augen herum schlaff. Das Fettgewebe darunter drückt dann nach aussen. So entstehen die typischen Tränensäcke.»

Was hilft? Eine Möglichkeit zur Behandlung geht tief unter die Haut: «In die Tränenrinnen kann man Hyaluronsäure spritzen, um das Schattenspiel zu kaschieren und die Gegend um die Augen aufzupolstern.» Dieser Stoff wird auch von der Haut selbst produziert und mit der Zeit wieder abgebaut – es gibt allerdings auch eine langfristige Lösung: «Eigenfett bleibt im Körper und wirkt gleichermassen.» Tränensäcke hingegen operiert die Ärztin weg. «Mit einem Schnitt von innen funktioniert dieser Eingriff narbenlos und das Problem ist erledigt.»

Eingriff ja oder nein?

Ob man zu den jeweiligen Schritten und den mit ihnen einhergehenden Risiken bereit ist, muss jeder und jede für sich selbst entscheiden. Willst du einen Eingriff wagen, lass dich professionell beraten und aufklären. Andernfalls reicht das gesparte Geld sicher auch für den einen oder anderen gut deckenden Concealer oder eine Behandlung mit permanentem Concealer.

Hast du mit Augenringen zu kämpfen und eine ideale Taktik, um sie zu lindern? Verrate uns deine Tricks!

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