Tsundoku: Vom Phänomen, gekaufte Bücher nicht zu lesen

Tsundoku: Der japanische Begriff beschreibt das Phänomen, stapelweise Bücher zu kaufen, ohne sie zu lesen. 

Tsundoku: Der japanische Begriff beschreibt das Phänomen, stapelweise Bücher zu kaufen, ohne sie zu lesen. 

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Publiziert

Phänomen «Tsundoku»Wie du Bücher liest, statt sie nur zu horten

Stapelweise Romane auf dem Nachttisch, aber gelesen wird keiner davon. Dafür gibt es sogar einen Begriff. Und Lösungen. 

von
Geraldine Bidermann

Gehörst du auch zu den Menschen, die in keinen Buchladen gehen können, ohne mindestens ein Buch zu kaufen – auch wenn bereits ein Stapel ungelesener Bücher daheim wartet? Dafür gibt es in Japan einen Begriff: Tsundoku. Er beschreibt die Gewohnheit, Bücher zu erwerben, mit der Absicht, sie später zu lesen – was zu einer unbeabsichtigten Büchersammlung führt.

Der Begriff Tsundoku stellt sich aus «Tsun» (Vorräte ansammeln) und «Doku» ( Lesen) zusammen und stammt aus der japanischen Meiji-Ära (1868 bis 1912). Der Begriff ist in Japan verbreitet und nicht negativ behaftet (wie zum Beispiel «horten»), sondern eher liebevoll-lustig gemeint. 

Bist du auch von Tsundoku betroffen? Dann kommen hier Tipps, was du mit deiner Büchersammlung anstellen kannst und wie du endlich mehr liest. 

Mit unseren Tipps geht es gekauften Büchern an den Kragen. 

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Starte eine Lese-Challenge

Klare, quantifizierbare Ziele helfen, Vorsätze umzusetzen. Formuliere anstatt «Ich will mehr lesen» lieber eine überprüfbare Challenge wie «Ich will pro Monat ein Buch lesen». Der Book Club von Orell Füssli bietet Online-Lese-Challenges für das ganze Jahr, falls du auf der Suche nach Gleichgesinnten bist. 

Im Oktober eine Biografie, im November ein Krimi, im Dezember eine Liebesgeschichte: Hast du auch Lust auf eine Lese-Challenge?

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Tritt einem Buchclub bei

Suche Verbündete, die auch mehr lesen wollen! Mit klaren und verbindlichen Angaben im Kalender, wann ihr im Club welches Buch besprecht, wird es dir vielleicht einfacher fallen, die Lektüre wirklich durchzuziehen. Ist dir das zu organisiert? Dann mache dir Lesedates aus: sonntags auf der Couch, mit Kaffee und Kuchen, ohne Smartphone. 

Gibt es etwas Gemütlicheres?

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Eine Seite pro Tag

Egal, wie viel du dir vornimmst: Manchmal kommt das Leben dazwischen. Bleibe aber trotzdem bei deinen klaren, kleinen Zielen: Versuche, jeden Tag eine Seite zu lesen, zum Beispiel, bevor du das Licht löschst, um einzuschlafen. Die Chance, dass aus einer Seite mehr werden, ist gross. Auch Kurzgeschichten helfen, kleine Leseerfolge zu verspüren. 

Welche Bücher liest du am liebsten?

Immer ein Buch dabeihaben

Menschen, die extrem viel lesen, verlassen das Haus nicht ohne Lektüre. So kannst du auf dem Weg ins Büro oder während der Mittagspause ein paar Seiten lesen, anstatt ziellos durch Instagram zu scrollen. Damit schenkst du dir nicht nur immer wieder kleine, gut genutzte Pausen im Alltag, du bringst es wirklich auch weiter im Buch. 

Mache es dir so einfach wie möglich, viel zu lesen: Am besten geht das, wenn du immer ein Buch griffbereit hast. 

Mache es dir so einfach wie möglich, viel zu lesen: Am besten geht das, wenn du immer ein Buch griffbereit hast. 

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Ausmisten und sortieren

Nutze die kälteren Tage, um deine Sammlung einmal genau durchzugehen. Welche Bücher brauchst du noch, wie hoch ist die Chance bei ungelesenen Büchern, dass du sie noch lesen wirst? Sortiere deine Bücher und schaffe dir einen Überblick, bevor du neue kaufst. 

Welche Bücher interessieren dich noch? Welche kannst du verschenken? 

Welche Bücher interessieren dich noch? Welche kannst du verschenken? 

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Teile deine Liebe zu Büchern

Sei stolz auf deine kleine Bibliothek und offeriere deine Bücher auch anderen. Leihe deine liebsten Romane aus, tausche Bücher, die du aussortiert hast (siehe oben), mit Büchern von Freunden oder bringe sie in Brockenhäuser – so schenkst du dem Papier ein neues Leben. 

Was ist dein Tipp, um mehr zu lesen?

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