Aktualisiert 11.01.2010 22:31

Präsidentschaftskandidat in Chile

Wie Eduardo Frei zum Schweizer Pass kam

Eduardo Frei, Ex-Präsident von Chile und Kandidat bei den nächsten Wahlen ins höchste Staatsamt, ist Schweizer. Dies bestätigte jetzt das Bundesamt für Migration. Bereits im Dezember 2008 sei dem Gesuch Freis für einen roten Pass stattgegeben worden.

von
Lukas Mäder

Möglicherweise steht schon bald ein Schweizer an der Spitze von Chile. Der Präsidentschaftskandidat Eduardo Frei, der das Amt bereits 1994 bis 2000 ausübte, ist seit einem Jahr Schweizer Doppelbürger. Das Bundesamt für Migration bestätigt entsprechende Medienberichte gegenüber 20 Minuten Online. Am 31. Juli 2008 habe Frei ein Gesuch um Wiedereinbürgerung gestellt. Das ist möglich, da seine Vorfahren aus dem Toggenburg stammen. 1995 besuchte Frei als damaliger chilenischer Präsident seine Heimatgemeinde Nesslau-Krummenau. Seither ziert ein Gedenkstein den dortigen Platz des Präsidenten von Chile.

Frei erzählt Parlamentariern seinen Wunsch

Den Anfang nahm Freis Einbürgerung im Juli 2006, als eine Delegation der Aussenpolitischen Kommission des Ständerats Chile besuchte und dabei auch den damaligen Senatspräsidenten Frei traf. «Wir haben ein gutes ein- bis anderthalbstündiges Gespräch geführt», erinnert sich Philipp Stähelin, CVP-Ständerat und damals Leiter der Delegation. Dabei habe man unter anderem auch über die Schweizer Wurzeln Freis gesprochen. «Er sagte, dass er sich sehr, sehr freuen würde, wenn er Doppelbürger sein könnte», so Stähelin. Er habe den Wunsch in Bern weitergeleitet und die Antwort erhalten, dass Frei ein Gesuch stellen müsse. Das hat der chilenische Politiker dann getan — mit Erfolg.

Jetzt ist Eduardo Frei Bürger der Gemeinde Nesslau-Krummenau, von wo sein Ur-Urgrossvater 1840 nach Feldkirch auswanderte. Vom Vorarlberg führte die Wanderung von Freis Vorfahren über Argentinien schliesslich nach Chile, sagt Rolf Huber, Gemeindepräsident von Nesslau-Krummenau. Bereits Freis Vater, Eduardo Frei Montalva, der 1964 bis 1970 ebenfalls chilenischer Präsident war, hatte die Schweizer Staatsbürgerschaft.

Landessprache und Kenntnisse zur Schweiz

Dank seines Stammbaums konnte sich Frei rasch und ohne Schweizer Wohnsitz einbürgern lassen. Das sieht das Bürgerrechtsgesetz so vor, wenn «der Bewerber mit der Schweiz eng verbunden» ist. Das nimmt das Bundesamt für Migration (BFM) an, wenn die Person eine Landessprache kann und Kenntnisse über die Schweiz hat. Diese Kriterien hat laut BFM die Botschaft in Chile bei Frei überprüft. Da der Bund bei Wiedereinbürgerungen alleine zuständig ist, konnte die Einbürgerung schnell durchgeführt werden. Seit Dezember 2008 ist Frei Schweizer Bürger.

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