Bewegendes Schicksal: Wie ein totes Kind heute Hoffnung macht
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Bewegendes SchicksalWie ein totes Kind heute Hoffnung macht

Rachel wollte keine Geschenke, sondern Spenden für Afrika. Bevor sie ihr Ziel erreichte, starb die Neunjährige bei einem Unfall. Ein Jahr später sind 1,27 Millionen Dollar für ihr Projekt zusammengekommen.

von
phi

Rachel Beckwith war ein sehr grossherziges Mädchen. Schon als Fünfjährige spendete die Kleine aus Bellevue im Bundesstaat Washington ihre Haare an die Hilfsorganisation «Locks of Love», die damit Perücken für kranke Kinder herstellt. Als Rachel acht Jahre alt war, wurde sie auf ihr nächstes Projekt aufmerksam. In der Kirche wurde für Organisation «charity: water» gesammelt, die Brunnen in Afrika baut.

An ihrem neuntem Geburtstag verzichtete Rachel auf Party und Präsente. Stattdessen bat sie Freunde und Verwandte, für jedes ihrer Lebensjahre zu spenden: neun Dollar für Afrika.

Doch bis zum 12. Juni kamen sie «nur» 220 statt der geplanten 300 Dollar zusammen, was sie etwas enttäuschte, schrieb die «New York Times». Einen Monat später wurde das Mädchen auf der Interstate 90 schwer verletzt: Am 20. Juli 2011 kollidierten zwei Laster und verursachten einen Massenkarambolage mit 13 Autos. Rachel befand sich mit Verwandten in einem der Fahrzeuge.

Rachel wird nie wieder aufwachen

Während die Eltern um das Leben ihrer Tochter bangten, begannen die Menschen, auf ihrer Geburtstagseite bei «charity: wasser» zu spenden. Noch am Krankenbett konnten die Verwandten der im Koma liegenden Rachel berichten, was sie erreicht hatte. 47 544 Dollar waren in der kurzen Zeit zusammengekommen. Doch schnell war auch klar, dass das Kind nie wieder aufwachen würde. Am 23. Juli wurden die Maschinen abgestellt und Rachel Beckwith starb.

Ihr Tod war aber nicht umsonst. Im Gegenteil: Er löste eine wahre Spenden-Flut aus. Bewegt vom Humanismus des Mädchens kamen innerhalb von drei Wochen knapp 900 000 Dollar zusammen. Eine Fünfjährige schickte gar ihren gesamten Sparschwein-Inhalt in Höhe von 1,27 Dollar. Auch der Artikel der «New York Times» vom August 2011 endete voll Bewunderung: «Rachel Beckwith, Ruhe in Frieden, und möge unsere Generation von deiner lernen.»

Eine Parade für Rachels Mutter

Im Oktober 2011 wurde das Spendenkonto geschlossen. Rund 32 000 Menschen haben 1,26 Millionen Dollar gestiftet. Ein Jahr nach dem Unfall ist Rachels Mutter Samantha Paul mit weiteren Freunden und Verwandten nach Äthiopien aufgebrochen, um sich in der Tigray Region mit eigenen Augen anzusehen, wohin die Gelder geflossen sind. Wo auch immer die Gruppe hinkam, wurde sie feiernd begrüsst. Einmal sogar mit einer Parade: Bevor die Brunnen gebaut wurden, mussten die Menschen zu Fuss weite Strecken für ihr Wasser zurücklegen.

«Sie waren so dankbar und freundlich. Einfach unglaubliche Leute», sagte Samantha Paul der «Seattle Times». Der Besuch in Afrika habe sie ermutigt: «Es hat mich verstehen lassen, wie gesegnet ich bin, obwohl Rachel nicht mehr bei mir ist.» Die Wohltätigkeitsarbeit ihrer Tochter will sie fortführen. «Rachel und ihre Geschichten hatten etwas, dass die Menschen berührt und bewegt hat. Sie war so ein besonderes Mädchen.»

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