Rorschacherberg SG - Wie ein ungesicherter Rechen und Überlast zum Tod einer Frau führten
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Rorschacherberg SGWie ein ungesicherter Rechen und Überlast zum Tod einer Frau führten

Bei einem Verkehrsunfall ist eine 58-jährige Spaziergängerin ums Leben gekommen. Der Unfallverursacher wurde nun wegen fahrlässiger Tötung und weiteren Punkten per Strafbefehl verurteilt.

von
Jeremias Büchel
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Auf diesem Trottoir an der Goldacherstrasse in Rorschacherberg SG kam es zum Unfall. 

Auf diesem Trottoir an der Goldacherstrasse in Rorschacherberg SG kam es zum Unfall.

Kapo SG
Unter diesen Anhänger ist die Frau geraten. 

Unter diesen Anhänger ist die Frau geraten.

BRK-News
Einer dieser Rechen fiel während der Fahrt auf den Schalter für die verstellbare Hydraurikdeichsel. 

Einer dieser Rechen fiel während der Fahrt auf den Schalter für die verstellbare Hydraurikdeichsel.

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Darum gehts

Mitte Juni 2021 kam es in Rorschacherberg zu einem folgeschweren Unfall. Ein Bauer fuhr mit einem Aebi-Traktor auf der Goldacherstrasse, als der Anhänger mit geladener Wickelmaschine und Siloballe auf das Trottoir ausscherte. Dort war zur gleichen Zeit eine 58-jährige Fussgängerin in gleicher Richtung unterwegs. Sie wurde vom Anhänger erfasst und überrollt. «Sie verstarb aufgrund von schweren Mehrfachverletzungen noch am Unfallplatz», wie es in der Anklageschrift heisst. Zwar habe der Landwirt den Tod der Frau nicht absichtlich verursacht, dennoch sieht die Staatsanwaltschaft eine Schuld beim 71-Jährigen.

Er habe elementare Vorsichtsregeln in hohem Masse missachtet. So soll der Mann zwei Rechen mitgeführt haben, ohne diese zu sichern. Einer der Rechenstiele fiel während der Fahrt prompt auf einen ungesicherten Schalter, der eine Hydraulikpumpe aktivierte. Zudem war auf dem Anhänger eine ungesicherte Siloballe geladen, deren Gewicht zudem deutlich über dem für den Anhänger zugelassenen Limit lag. All das führte wohl dazu, dass der Anhänger ausscherte und die Frau erfasste.

Zu bedingter Geldstrafe verurteilt

Der Landwirt erhielt dieser Tage Post von der Staatsanwaltschaft. Diese verurteilte ihn per Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 40 Franken sowie zu einer Busse von 3200 Franken. Als Straftatbestände werden fahrlässige Tötung, Verletzung der Verkehrsregeln, missachten von Beschränkungen und Auflagen sowie fahrlässiges Inverkehrbringen eines nicht betriebssicheren Fahrzeuges aufgelistet. Gegen den Strafbefehl kann noch Einspruch erhoben werden. Sollte das der Fall sein, kommt es zu einer Gerichtsverhandlung.

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Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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