Aktualisiert 21.05.2019 07:12

Tag der guten Tat

Wie eine gute Tat unserem Körper gut tut

Wer eine gute Tat vollbringt, hilft nicht nur seinen Mitmenschen, sondern auch sich selber. Geist und Körper profitieren gleichermassen.

von
J.-C. Gerber

Es lässt sich nicht wegdiskutieren. Uneigennützig zu handeln fühlt sich in den allermeisten Fällen richtig gut an. Doch was läuft da wirklich in uns ab, wenn wir anderen einen kleinen oder grossen Gefallen machen? Diese Frage haben sich über die Jahre Wissenschaftler verschiedenster Fachgebiete gestellt. Und sind zu bemerkenswerten Erkenntnissen gekommen.

Gute Taten sind gesund

Im Rahmen einer kanadischen Studie wurden 52 Oberstufenschüler gebeten, einmal pro Woche eine gute Tat zu vollbringen, zum Beispiel Primarschülern bei den Hausaufgaben zu helfen. Eine Kontrollgruppe von 54 Schülern tat dagegen nichts dergleichen. Nach zwei Monaten hatte sich bei den 52 die Herz-Kreislauf-Gesundheit im Vergleich mit der Kontrollgruppe verbessert. Zudem hatten die Helfer abgenommen. Bei älteren Menschen liessen sich in einer weiteren Studie ebenfalls positive Auswirkungen auf die Gesundheit nachweisen.

Gute Taten reduzieren Stress

Stress wird mit einer Vielzahl von Krankheiten in Verbindung gebracht, von Diabetes über Magengeschwüre und Schlaflosigkeit bis zu Depressionen. Forscher gehen davon aus, dass ein Zusammenhang mit dem Stresshormon Cortisol besteht. Eine Studie von 2010 zeigte, dass Versuchspersonen, die grosszügig Geld spendeten, statt es zu behalten, in der Folge einen tieferen Cortisol-Spiegel hatten.

Gute Taten verlängern das Leben

Wer Gutes tut, gewinnt in der Gesellschaft an Ansehen und kann so seinen Freundes- und Bekanntenkreis erweitern. Und wer viele echte Freunde hat, lebt länger. Dies ergab die Auswertung von 148 Studien im Jahr 2010. Demnach erhöhte ein grosses soziales Umfeld die Lebensdauer um fünf Jahre.

Gute Taten heben die Stimmung

Wer jemandem hilft, fühlt sich gut. Und das hat seine Gründe, wie eine Studie von 2007 ergab. Denn im Gehirn wird bei einer guten Tat oder einer Spende das Belohnungszentrum aktiviert. Das wiederum sorgt für die Ausschüttung von Glückshormonen. Das führt zu einem euphorischen Zustand, den die Forscher das Helper's High nennen.

Gute Taten verbessern die psychische Gesundheit

Eine Auswertung von 40 Studien über den Einfluss von Freiwilligenarbeit auf das Wohlbefinden hat ergeben, dass gute Taten einen positiven Einfluss auf die psychische Gesundheit haben. Freiwilligenarbeit verbessert demnach die generelle Zufriedenheit und das Wohlbefinden. Zudem würden Depressionen gelindert, so die Studienautoren. Auch die Tatsache, dass Freiwilligenarbeit von der Besessenheit mit eigenen Problemen ablenken und aufzeigen kann, dass man es selber eigentlich vergleichsweise gut hat, kann sich positiv auf die Psyche auswirken.

Gute Taten machen glücklich

Wer anderen Menschen hilft, ist allgemein glücklicher. Laut einer Studie der Universität Oxford lassen gute Taten die Helfenden ein sogenanntes warmes Glühen («warm glow») verspüren. Dieses Glücksgefühl sei zwar nicht lebensverändernd, habe aber einen Effekt auf das eigene Glück. Eine Langzeitstudie der University of Wisconsin-Madison zeigte zudem, dass auch am Arbeitsplatz diejenigen am glücklichsten waren, die ihren Kollegen uneigennützig halfen.

Aber ...

So positiv uneigennütziges Handeln und Freiwilligenarbeit für die meisten ist, es kann auch Probleme geben, wie die Psycholgin Sherrie Bourg Carter schreibt. Menschen, die überfordert sind, weil sie im Alltag viel zu tun haben, sollten sich nicht noch mehr zumuten. Auch wenn die Absichten durchaus positiv sind.

Ausserdem kann die Arbeit mit Benachteiligten auf das Gemüt schlagen. Das ist allerdings von Mensch zu Mensch verschieden. Bourg Carter rät hier, sein eigenes Engagement auf ein erträgliches Mass zu beschränken. Sonst drohe ein Burnout, wie es bei Mitarbeitern von Hilfswerken häufig vorkomme.

Dieser Artikel ist im Rahmen des «Tag der guten Tat» entstanden. Mehr Infos dazu gibt es hier.

Gemeinsam mit Partnern wie dem Schweizerischen roten Kreuz und WWF hat Coop den «Tag der guten Tat» ins Leben gerufen. Dieser soll Menschen in der ganzen Schweiz animieren, Gutes zu tun.

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