Tesla-Chef als Börsen-Guru: Wie Elon Musk die Kurse an den Märkten bestimmt
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Tesla-Chef als Börsen-GuruWie Elon Musk die Kurse an den Märkten bestimmt

Tesla, Bitcoin, Dogecoin, Gamestop – Elon Musk hat mit seinen Tweets schon viele Hypes ausgelöst und die Kurse explodieren lassen. Wie schafft der Tesla-Chef das?

von
Fabian Pöschl
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Elon Musk sorgt mit seinen Tweets immer wieder für Hypes an den Märkten.

Elon Musk sorgt mit seinen Tweets immer wieder für Hypes an den Märkten.

REUTERS
Ausser den Krypto-Währungen Bitcoin und Dogecoin…

Ausser den Krypto-Währungen Bitcoin und Dogecoin…

Getty Images
…hat er sich zuletzt auch positiv über Gamestop, den Messenger Signal und den Onlinehändler Etsy geäussert.

…hat er sich zuletzt auch positiv über Gamestop, den Messenger Signal und den Onlinehändler Etsy geäussert.

AFP

Darum gehts

  • Wenn Elon Musk einen Tweet raushaut, dann lesen Millionen Follower die Nachricht.

  • Der Influencer nutzt seine Macht für Kursfahrten an den Aktien- und Krypto-Märkten.

  • Die Gefahr eines Kurssturzes ist gross.

Elon Musk ist derzeit der grösste Aktien-Guru. Wenn der Tesla-Chef einen positiven Tweet über eine Firma raushaut, dann kaufen Anleger wie wild diese Aktien und der Kurs explodiert. Neulich ist genau das beim Messenger Signal geschehen. Jedoch profitierte die falsche Firma vom Hype.

Beim Rummel um die Gamestop-Aktie war der Milliardär ebenfalls involviert. Auch die Aktie der eigenen Firma pushte er schon mit Tweets hoch. Und als Tesla am Montag erklärte, über eine Milliarde Dollar in Bitcoin investieren zu wollen, schoss der Kurs der Krypto-Währung nach oben.

Zuvor rührte Musk die Trommel für die Krypto-Währung Dogecoin, worauf der Kurs explodierte. Mit einer kurzen Liebeserklärung trieb er auch die Aktie des Onlinehändlers Etsy auf ein Rekordhoch.

Warum haben Musks Tweets so grosse Auswirkungen an der Börse? Sind solche Tweets überhaupt legal? Und worauf müssen Kleinanleger aufpassen? 20 Minuten beantwortet die wichtigsten Fragen zu Musks Börsen-Tweet-Hype.

Warum hat Musk so viel Einfluss auf die Märkte?

«Weil er viele Follower hat, die er mit seinen Tweets erreicht», erklärt Jörn Spillmann, Leiter Aktienstrategie bei der ZKB. Allein auf Twitter folgen Elon Musk über 46 Millionen Menschen. Laut Spillmann hat aber nicht nur Musk die Macht, sondern jede bekannte Person mit vielen Followern. Ex-US-Präsident Donald Trump hat während seiner Amtszeit mit Tweets nicht nur Aktien, sondern ganze Märkte bewegen können. Für Thomas Brandon Kovacs, der auf den sozialen Medien als Sparkojote bekannt ist, gehört deshalb zur grossen Reichweite auch eine hohe Verantwortung.

Was passiert, wenn jeder Top-CEO das machen würde?

Wenn jeder Top-CEO bekannt geben würde, dass er in Bitcoin investieren will, dann könnte der Bitcoin-Kurs auf mehrere 100’000 Dollar steigen, so Thomas Brandon Kovacs. ZKB-Experte Spillmann relativiert: «Der Effekt hängt immer davon ab, wieviel Follower in welcher Zeit erreicht werden.»

Welche Rolle spielt Twitter?

«Dank sozialen Medien wie Twitter erreichen Influencer wie Musk in kurzer Zeit viele Leute», sagt Spillmann. Doch die Plattform ist nur Musks «Megafon», wie Thomas Brandon Kovacs erklärt. Über andere Kanäle wäre der Einfluss ebenso gross «Es könnte genauso gut ein Tiktok- oder Youtube-Video sein, das viral geht», so Kovacs.

Was muss ich als Kleinanleger bei solchen Meldungen beachten?

Dass die Schwankungsbreite des Aktienkurses enorm steigen kann, wie Spillmann sagt. «Die Gefahr ist gross, auf dem falschen Fuss erwischt zu werden.» So steige der Kurs einer Aktie nach einer positiven Meldung von Musk, er könne dann aber in der Folge auch wieder deutlich sinken. «Ich rate deshalb, nicht auf solche Meldungen zu reagieren, sondern abzuwarten, bis sich die Schwankungen beruhigt haben», so Spillmann. Ohnehin sei es ratsamer, Risiken breit zu streuen, damit der mögliche Kurssturz einer Aktie im Gesamtportfolio weniger Schaden anrichtet.

Ist das eigentlich erlaubt?

Ja, Musks Tweets, in denen er seine persönliche Meinung bekannt gibt, sind laut Sparkojote Kovacs nicht illegal. Auch Spillmann sagt: «Meines Erachtens tut Elon Musk nichts illegales, solange er keine Marktmanipulation betreibt, also falsche oder irreführende Aussagen trifft, um persönlichen Nutzen daraus zu ziehen.» Die Aufsichtsbehörden prüfen solche Meldungen laut Spillmann sehr genau. Musk stand dabei schon mehrmals im Fokus (siehe Box).

Millionenstrafe wegen Tweet

Mit der US-Börsenaufsicht (SEC) handelte sich Musk schon mit mehreren Tweets Ärger ein. Im August 2018 sorgte er etwa mit einem Tweet für Wirbel, in dem er darüber sinniert hatte, Tesla von der Börse zu nehmen. An den Aktienmärkten sorgte das für Trubel, die SEC warf Musk Irreführung der Aktionäre vor. In einer Vereinbarung einigten sich die Firma und die SEC schliesslich auf eine Busse von 20 Millionen Dollar. Zudem sollte Tesla der Vereinbarung zufolge zwei «unabhängige Manager» ernennen und «zusätzliche Kontrollen einrichten, um Musks Kommunikation zu steuern».

Deine Meinung

14 Kommentare
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waver

13.02.2021, 00:43

Lang kann es nicht mehr dauern. Ohne Boden am Gesamtmarkt wird der Absturz bei einem direkten Ausbruch auf der Jahrhundert-Welle so Rot, dass die Rot Farbe hierfür noch erfunden werden muss.

Na gut

12.02.2021, 16:31

Bitcoins kaufen geht gut aber wie werden aus Bitcoins CHF? Ich meine einen besseren Weg als einen gebrauchten Ferarri und verkaufen.

Markus

12.02.2021, 13:11

Einer wird bestimmt noch reicher dabei!