Neue Broschüre : Wie erkläre ich einem Kind, was ein Terrorist ist?
Aktualisiert

Neue Broschüre Wie erkläre ich einem Kind, was ein Terrorist ist?

Kinder sehen und hören von Extremismus und Terror. Eine Broschüre der Kantonspolizei Zürich soll Eltern helfen, das Thema mit ihren Kindern zu diskutieren.

von
tam
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Die Kantonspolizei Zürich hat eine Broschüre zum Thema Extremismus erstellt. Darin enthalten sind neun Tipps für ein Gespräch mit Kindern.

Die Kantonspolizei Zürich hat eine Broschüre zum Thema Extremismus erstellt. Darin enthalten sind neun Tipps für ein Gespräch mit Kindern.

Keystone/AP
Seien Sie in Ihrem Vorgehen klar und deutlich. Machen Sie keine Versprechungen, über die Sie keine Kontrolle haben. Beispiel: In Zukunft wird es keine weiteren Gewalttaten mehr geben.

Seien Sie in Ihrem Vorgehen klar und deutlich. Machen Sie keine Versprechungen, über die Sie keine Kontrolle haben. Beispiel: In Zukunft wird es keine weiteren Gewalttaten mehr geben.

Kantonspolizei Zürich
Vergessen Sie nicht, sich auch um sich selbst zu kümmern, denn Sie sind das wichtigste Vorbild für Ihr Kind. Es wird sich auf Sie verlassen, um unbesorgt sein zu können.

Vergessen Sie nicht, sich auch um sich selbst zu kümmern, denn Sie sind das wichtigste Vorbild für Ihr Kind. Es wird sich auf Sie verlassen, um unbesorgt sein zu können.

Kantonspolizei Zürich

Ein Mann erschiesst auf dem Strassburger Weihnachtsmarkt zwei Menschen. Zwei Touristinnen aus Skandinavien wurden in Marokko tot aufgefunden. Das sind nur zwei Terror-Meldungen, die kürzlich in die internationalen Schlagzeilen gerieten. Wie sollen Eltern damit umgehen, wenn Kinder mit solchen Inhalten konfrontiert werden?

Diese Frage haben sich Spezialisten der Kantonspolizei Zürich gestellt. Die Interventionsstelle gegen Radikalisierung und Extremismus hat zusammen mit Ärzten und anderen Fachpersonen eine entsprechende Broschüre verfasst, die häufige Fragen beantwortet:

Warum ist es wichtig, mit Kindern über Radikalisierung zu sprechen?

Gewalttaten lösen insbesondere in Verbindung mit Radikalisierung Angst aus. Kinder brauchen Antworten, weshalb es solche Gewalttaten in unserer Gesellschaft überhaupt gibt.

Ab welchem Alter ist ein Kind bereit, über Terrorismus zu sprechen?

Ein Hinweis darauf, ob ein Kind so weit ist, zeigt sich im Interesse dafür – mit Fragen wie «Wer sind diese Leute auf dem Bild? Was machen sie?» Ohne Fragen des Kindes oder konkreten Anlass soll die Thematik nicht aufgegriffen werden. Verängstigte Kinder sollen allgemein angesprochen werden: «Bedrückt dich etwas?»

Je jünger das Kind ist, desto oberflächlicher sollte die Erklärung ausfallen. Vermeiden Sie eindringliche Details von Opfern wie Verstümmelungen oder Vorgehensweisen der Terroristen. Und: Eltern sollten sich Zeit nehmen, um sich schlau machen, um dem Kind nicht vage antworten zu müssen oder Vorurteile weiterzugeben. Gute Ausgangspunkte seien Wikipedia oder die Websites von grossen Zeitungen.

Wie erkläre ich einem Kind, was ein Terrorist ist?

Die Antworten auf diese Frage sind je nach Alter und Reife des Kindes unterschiedlich:

Wie soll ich vorgehen, wenn ich das Thema Terror anspreche?

Darf ein Kind Bilder oder Videos zu Terrorismus anschauen?

Bilder oder Videos zu Terrorakten aus den Nachrichten können vor allem bei kleinen Kindern zu Angstzuständen führen. Kinder sollten daher von Bildern verschont werden, die ihm vermitteln, dass die ganze Welt grausam und ungerecht sei.

Wenn ein Kind bereits Bilder gesehen hat, soll es über das sprechen, was es gesehen hat und was es empfindet. Wenn es sich dazu nicht äussern will, soll man das respektieren. Es ist aber wichtig, dass das Kind die Bilder versteht und richtig interpretiert.

Wie spreche ich über Terrorismus, ohne dass dabei negative Vorurteile entstehen?

«In jeder Gemeinschaft oder Religion kann es gewaltbereite Menschen geben. Vor allem aber gibt es sehr viel mehr gute Menschen.»

«Nur weil eine Person schlecht handelt, bedeutet das nicht, dass die ganze Gesellschaft schlecht ist. Wenn etwa eine Person in Zürich stiehlt, heisst das noch lange nicht, dass alle Zürcher Diebe sind.»

Wie beruhige ich ein Kind?

Eltern sollten ihrem Kind zuhören, seine Ängste ernst nehmen und diese nicht kleinreden:

Was tun, wenn ein Kind Anzeichen von anhaltender Angst zeigt?

Kinder drücken ihre Gefühle anders aus als Erwachsene. Oft zeigen sie Angst durch ein verändertes Verhalten oder körperliche Beschwerden. Professionelle Hilfe ist sinnvoll, wenn das Kind über längere Zeit Anzeichen von Angst zeigt – etwa Unruhe, Isolation, Schmerzen oder Schlafstörungen.

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