3 mit Sex - «Wie Fredy (66) seine Hand auf meinen A**** legte»
Publiziert

3 mit Sex«Wie Fredy (66) seine Hand auf meinen A**** legte»

Wie lange ist es Schäkern und wann beginnt sexuelle Belästigung? Bei älteren Männern ist Ella so lange nachsichtig, bis es zu spät ist. So geschehen mit Fredy in der Bergbeiz. Spoiler: Seine Frau war auch dabei.

von
Ella
Zora Schaad
1 / 4
Fredy (66) macht sich an Ella ran. Ella war so lange nachsichtig, bis es zu spät war. 

Fredy (66) macht sich an Ella ran. Ella war so lange nachsichtig, bis es zu spät war.

Illu: Anna Deér
Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.
Lars

Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Illu: Anna Deér
Er ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.
Bruce

Er ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.

Illu: Anna Deér

Darum gehts

  • Ella, Lars und Bruce machen sich auf den Weg ins Restaurant Edelweiss.

  • Vor Ort ist Partystimmung. Es wird gebechert und geschunkelt – gemeinsam mit der Senioren-Wandergruppe.

  • Ein Rentner namens Fredy ist von Ella sehr angetan.

  • Plötzlich wird Fredy übergriffig – im Beisein seiner Frau.

Nachdem der schöne Alain die Öffnung der Restaurants verkündet hatte, gab es für mich kein Halten mehr: ich packte Bruce und Lars am Schlafittchen, hängte ihnen je einen Rucksack um, quetschte mich in meine atmungsaktivsten Leggins, schminkte mir rote Wandervogel-Bäcklein und schon fuhren wir mit der Gondel bergwärts. Nach einem 35-minütigen Alibi-Spaziergang rund um einen Bergsee voller paarender Kröten, die sich zu viert aufeinander setzten und das Ufer zulaichten, erreichten wir unser Ziel: das Restaurant Edelweiss.

Im Edelweiss war Partystimmung: der Ländler dröhnte in voller Lautstärke aus den Boxen, die der Wirt mit Kabelbindern an den Balken des Geländers festgemacht hatte. Mit Bierwerbung bedruckte Sonnenschirme warfen lange Schatten auf eine Senioren-Wandergruppe, die die ganze Terrasse in Beschlag nahm und ihre gut geölten Kehlen mit Suurem Moscht und Stangen unermüdlich weiter schmierte. Fast sattelfest sangen sie mit dem Sänger über Geissen, Sennen und deren Sehnen nach der grossen Liebe. Nach zwei Stangen konnten wir den Text ebenfalls und sangen lauthals mit. Bruce meinte, es sei für ihn karriereschädigend, das zu erzählen. Aber tja, so war es halt. Wir sind hier schliesslich der Wahrheit verpflichtet (einigermassen).

«Fredy kam mit zwei Bier auf mich zu»

Jedenfalls wurde es noch rufschädigender. Wir schunkelten nämlich, zusammen mit den Rentnern. Fredy hakte sich plötzlich bei mir ein und begann, mich im Rhythmus zu sich zu ziehen, um mich dann wieder wegzustossen. Ich tat dasselbe mit Lars rechts von mir und der schnappte sich kurz darauf Bruce, der wiederum seinen Ellbogen sofort an Vreni verlor. Es war sauglatt, und dass Fredy immer mal wieder verstohlen zu mir rüber blickte, tat ich als harmlose Begeisterung ab.

Irgendwann machte der Alpen-Ballermann Pause und es verging keine Minute, bis Fredy mit zwei frisch gezapften Bier neben mir stand und mich zum Geländer zog. Er legte mir die Hand auf die Schulter, erklärte mir das Alpenpanorama, dann ging er nahtlos über zu Müsterchen aus seiner Karriere als Liftmonteur. Begeistert erzählte er mir, wie viele «Fräuleins» er aus blockierten Liftkabinen befreit hatte, «heisse Feger, sag ich dir, manche jünger als du, Ella.» Fredys Karriere endete nicht als Monteur, nein, später als Aussendienstler durfte er die Vorzüge «seiner» Liftfirma im ganzen Land bekannt machen.

«Ich nahm es nicht als Grabsch-Hand wahr»

Ich merkte, Fredy liebte es, zu erzählen, zu schäkern, zu flirten, er war ein geborener Verkäufer – und seit seiner Pensionierung ein Künstler ohne Publikum. Er war dankbar, dass ich ihm zuhörte, und ich fand es okay, einem vermutlich etwas einsamen älteren Herrn diesen Gefallen zu tun. Zumal er wirklich ein feines Gespür für Spannung und Dramaturgie hatte. Irgendwann wanderte seine Hand von meiner Schulter meinen Arm runter. Wenn es die Hand eines 25-Jährigen gewesen wäre, hätte ich sie wahrscheinlich weggewischt (ausser natürlich, ich hätte mit ihm knuspern wollen). Bei Fredy aber unternahm ich nichts, bei Fredy spielte irgendwie so ein Grosspapi-Jöö-Effekt.

Der alte Mann war für mich so jenseits jeder Erotik, dass ich seine Hand nicht als Grabsch-Hand wahrnahm und seine Sprüche nicht als Anmache oder sexuelle Belästigung, sondern als verzweifelten Versuch, mal wieder etwas Aufmerksamkeit zu erlangen. Wahrscheinlich hatte er niemanden ausser mich. Wahrscheinlich sass er Abend für Abend alleine vor einer Beutelsuppe und zählte die Tage bis zum nächsten Jassabend – und ich, Ella, war seit langem die Erste, die ihm zuhörte und seinen Geschichten Interesse schenkte. Also konnte ich doch nicht einfach seine von Pigmentflecken übersäte Hand mit den leicht geschwollenen Fingern wegschieben, die mittlerweile auf meiner Hüfte lag.

«Er prüfte mit Daumen und Zeigefinger die Festigkeit meines Hinterns»

Danach ging es plötzlich schnell: Fredy legte seine Hand auf meinen Popo (er war in Leggings eingepackt, genau), prüfte die Festigkeit meiner Backen mit Zeigefinger und Daumen und ehe ich irgendwie reagieren konnte, stürzte Vreni herbei. «Du elender Sauniggel», schrie sie, «seit 37 Jahren sag ich dir, du sollst deine Finger bei dir behalten, du Schmierfink!» Ich stand verdattert da, während Fredy dümmlich grinsend zu Boden sah und keinen Piep machte. «Die Mädchen werden auch immer jünger», empörte sich Vreni weiter und machte einen Schritt in meine Richtung. «Aber mir ist es langsam egal. Wollen Sie vielleicht Fredy heiraten? Ich gebe ihn frei, mitsamt seinen lustigen Sprüchen und seinen schlabbrigen Schlafanzügen!» Vreni nahm einen tiefen Schluck aus ihrem Bierhumpen, ihre Augen funkelten und ich fand sie recht cool und imposant, jedenfalls cooler als ihren Mann, der nur ein paar Sätze nuschelte, die allesamt mit «aber Schatz» begannen.

«Hauen wir besser ab», sagte ich zu Lars, der plötzlich neben mir aufgetaucht war. Bruce und er hatten die ganze Szene mitverfolgt und ich war einmal mehr unendlich dankbar um ihre Anwesenheit. «Nein», meinte Lars, «ich kümmere mich um Vreni. Und du um Fredy.» Er stand auf und setzte sich zu Vreni. Ich verstand nicht, was sie sprachen, aber ich sah, wie Lars Vreni plötzlich hochzog und die beiden zu tanzen begannen. Ein ungleiches Tanzpaar, das lustige Schritte zu furchtbarem Schnulzenschlager machte und immer wieder laut herauslachte.

«Fredy, dein Verhalten ist respektlos und übergriffig»

Ich stellte mich neben Aber-Schatz-Fredy, der mit wässrigen Augen dem Tanz zusah. «Du bist ein grossartiger Geschichtenerzähler, Fredy», sagte ich. «Aber dass du deine Hand ungefragt auf mir parkiert hast, noch dazu unter den Augen deiner Frau – das ist respektlos und übergriffig. Und das weisst du. Die Vreni ist eine Gute.» Fredy nickte und schniefte in ein Stoffnastuch. Ich klopfte ihm auf die Schulter und ging.

P. S. Liebe Leser*innen, ich bin ja nicht so experienced mit Beziehungen. Wie erhält man Spannung, Romantik und Sexappeal in einer so langen Beziehung wie der von Vreni und Fredy? Antworten, Liebesbriefe und Fanpost wie immer an onelove@20minuten.ch

Hast du Fragen zu Beziehung, Liebe oder sexueller Gesundheit?

Hier findest du Hilfe:

Lilli.ch, Onlineberatung

Tschau, Onlineberatung

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung