12.09.2019 02:56

Spürnase bei der Kapo Bern

Wie «funktioniert» eigentlich ein Polizeihund?

Hunde eignen sich besonders gut für die Fährtenarbeit. Die Kantonspolizei Bern gewährt jetzt einen Einblick in die Trainingsarbeit von Polizeihund Gajus.

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km
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Diensthund Gajus und sein Herrchen, Hundeführer und Polizist Lukas Schneeberger bereiten sich auf die grosse Prüfung des Schweizerischen Polizeihundeführer-Verbands vor.

Diensthund Gajus und sein Herrchen, Hundeführer und Polizist Lukas Schneeberger bereiten sich auf die grosse Prüfung des Schweizerischen Polizeihundeführer-Verbands vor.

Kantonspolizei Bern
Seit dem vergangenen Jahr arbeitet das Duo intensiv zusammen.

Seit dem vergangenen Jahr arbeitet das Duo intensiv zusammen.

Kantonspolizei Bern
Gajus wurde unter anderem im Fährtenlesen ausgebildet.

Gajus wurde unter anderem im Fährtenlesen ausgebildet.

Kantonspolizei Bern

Diensthund Gajus und sein Herrchen, Hundeführer und Polizist Lukas Schneeberger, bereiten sich auf die grosse Prüfung des Schweizerischen Polizeihundeführer-Verbands vom kommenden November vor. Seit vergangenem Jahr arbeitet das Duo nun intensiv zusammen. Gajus wurde unter anderem im Fährtenlesen ausgebildet. Doch wie geht das?

Bei der Kapo Bern gibt es insgesamt 60 Diensthunde, die alle verschiedene Aufgaben übernehmen. Nebst den Schutzhunden gibt es Drogen-, Notengeld-, Sprengstoff-, Personen-, Leichen- und Brandmittelspürhunde, die im Einsatz sind. Die Ausbildung dauert für Gajus insgesamt zwei Jahre und beginnt schon im frühen Welpenalter. Er soll acht bis 13 Jahre für die Polizei arbeiten, bevor er in den Ruhestand geht.

«Hunde haben 220 Millionen Riechzellen»

Bei der Fährtenarbeit lernt Gajus, wie man einer flüchtenden Person folgt. Im Training wird eine Fährte durch eine Wiese oder durch einen Wald gelegt. Beim Ablaufen der Strecke durch einen Menschen entwickelt sich ein Duft. Hunde haben 220 Millionen Riechzellen. Dadurch können sie den intensiven Duft der Fährte aufnehmen und folgen. Menschen haben «lediglich» fünf Millionen Riechzellen und sind nicht in der Lage, eine Fährte aufzunehmen.

Eine Fährte kann aus einer einfachen Geraden bestehen, sie kann aber auch Abzweigungen und Verrenkungen nehmen. Beim Polizeitraining kommt ausserdem hinzu, dass auf der Fährte verschiedene Gegenstände hinterlegt werden. Das Ziel ist, dass der Hund während des Fährtenlesens auf die Gegenstände verweist oder sie dem Hundeführer bringt. «Als Hundeführer folge ich Gajus beim Ausarbeiten der Fährte mit etwa zehn Metern Abstand», sagt Lukas Schneeberger. Je besser der Hund ausgebildet ist, desto mehr Zeit kann der Trainer verstreichen lassen, bis er den Hund auf die Suche schickt.

Mantrailing: Die Suche nach einer bestimmten Person

Nebst der Fährtenarbeit gibt es noch eine andere Variante der Aufnahme einer Spur: Das sogenannte Mantrailing. Dabei nimmt der Hund anhand eines persönlichen Gegenstandes einer gesuchten Person deren Geruch auf. Anschliessend sucht er nach diesem Geruch. Dabei geht es darum, eine gesuchte Person über eine grosse Distanz aufzuspüren.

Wie ein Fingerabdruck ist auch der Geruch eines Menschen völlig individuell. Ein Mensch gibt rund 40'000 Geruchspartikel ab, die ein Hund mit seiner feinen Nase riechen kann. Mantrailing erfordert von Hund und Führer höchste Konzentration. Mit dem Mantrailing wird Gajus erst nach der bestandenen Prüfung im November beginnen.

Schneeberger und Gajus geben in ihrem Blog einen Einblick in die Fährtenarbeit.

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