Wie funktioniert ein Gaskombikraftwerk?

Aktualisiert

Wie funktioniert ein Gaskombikraftwerk?

Gaskombikraftwerke sind eine Weiterentwicklung von herkömmlichen Erdgas-Kraftwerken. Ziel ist es, möglichst viel der im Erdgas enthaltenen Energie für die Strom- oder Fernwärmeproduktion zu nutzen.

Bei herkömmlichen Anlagen wird eine Gasturbine durch die Verbrennung eines Luft-Gasgemischs angetrieben. Nur diese Turbine produziert Elektrizität. In der Kombianlage kommt eine Dampfturbine dazu. Sie wird mit dem Dampf betrieben, der aus der im Abgas enthaltenen Wärme gewonnen wird.

Verbesserter Wirkungsgrad

Wird in einem Gaskombikraftwerk nur Elektrizität hergestellt, beträgt der Wirkungsgrad der Kraftwerke der neusten Generation 58 Prozent. Das heisst, dass 58 Prozent der im Erdgas enthaltenen Energie in Form von Strom genutzt werden kann. Der Rest geht verloren.

Der Wirkungsgrad kann auf 70 Prozent gesteigert werden, wenn mit einem Teil der Energie ein Fernwärmenetz betrieben wird. Dies bedingt aber, dass man mit der Produktion recht nahe bei den Endkonsumenten liegt. Zudem sinkt dabei die Stromproduktion.

Beim EOS-Projekt in Chavalon verzichtete man aus diesem Grund auf Fernwärme. "Zur Verhinderung der Versorgungslücke ist vor allem Strom gefragt. Deshalb wollen wir 58 Prozent der Erdgas-Energie in Strom umwandeln", erklärte EOS-Generaldirektor Hans Schweickardt.

Flexibel

Moderne Gaskombikraftwerke haben meist eine Leistung von 400 MW. Im Vergleich dazu hat ein grosses Kernkraftwerk wie Leibstadt eine Leistung von 1000 MW. Die Produktionskapazität von Leibstadt liegt bei jährlich 8 TWh. Bei Chavalon sollen es 2,2 TWh sein.

Der Vorteil eines Gaskraftwerks liegt vor allem darin, dass es im Gegensatz zu einem AKW oder einem Flusskraftwerk jederzeit an- und abgestellt werden kann. Es kann deshalb sowohl Band- als auch Spitzenenergie herstellen.

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