Test im Tunnel: Wie gefährlich ist der Batteriebrand beim E-Auto?

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Test im TunnelWie gefährlich ist der Batteriebrand beim E-Auto?

Die Empa hat in einem Tunnel Batterien angezündet – Ziel war es, zu testen, ob der E-Auto-Brand gefährlicher ist als der Brand eines Fahrzeugs mit herkömmlichem Antrieb.

von
Raphael Knecht

Hier verbrennt eine E-Auto-Batterie.

Video: Empa

Darum gehts

  • Die Empa hat Batteriezellen angezündet.
  • Testergebnis: Die Hitzeentwicklung ist nicht gefährlicher als bei einem brennenden Auto mit konventionellem Antrieb.
  • Aber das Löschwasser darf nicht in die Kanalisation geraten.
  • Auch die Aufräumarbeiten in Tiefgaragen können problematisch sein.

Einen Autobrand möchte man grundsätzlich vermeiden – wenn es aber doch dazu kommt, ist es gefährlicher, wenn das Elektroauto brennt? Dieser Frage sind Empa-Forscher im Auftrag des Bundes nachgegangen und haben dazu Batteriezellen in einem Tunnel in Brand gesetzt. Wie die Batterie explosionsartig in Flammen aufgeht, siehst du im Video oben.

Zu einem gewissen Grad kann Projektleiter Lars Derek Mellert Entwarnung geben, wie es in einer Mitteilung heisst: Ein brennendes Elektroauto sei in Bezug auf die Hitzeentwicklung nicht gefährlicher als ein brennendes Auto mit konventionellem Antrieb. Auch die Konzentration der toxischen Flusssäure, die oft als besondere Gefahr bei brennenden Batterien diskutiert werde, sei bei den Versuchen nicht im kritischen Bereich gewesen.

Allerdings stellt laut dem Bericht das Lösch- und Kühlwasser, das beim Bekämpfen des Brands und bei der Lagerung der Batterie im Wasserbad genutzt wird, ein Problem dar. Die chemische Belastung des Löschwassers übersteigt die Schweizer Grenzwerte für Industrieabwässer um das 70-Fache – beim Kühlwasser ist es das 100-Fache. Das Wasser dürfe darum nicht unbehandelt in die Kanalisation gelangen.

Laut der Empa bedeutet das aber nicht, dass Feuerwehren aufgrund dieser Erkenntnisse etwas Neues lernen müssen. Das korrekte Vorgehen bei Batteriebränden – die Kühlung mit grossen Mengen Wasser und die Lagerung im Wasserbecken – sei den Spezialisten bereits bekannt und werde auch ausgeübt.

Schwermetalle im Russ

Warnung an Privatpersonen

Eine Warnung spricht Mellert von der Empa jedoch für private Besitzer von Tiefaragen aus: «Versuchen Sie nicht, den Russ und den Dreck selbst aufzuwischen.» Die Schwermetalle im Russ würden auf ungeschützter Haut starke allergische Reaktionen auslösen. Brandsanierung nach einem Elektroautobrand sei darum ein Job für Profis im Schutzanzug.

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