Gelockerte Brandschutzvorschriften: Wie gefährlich sind Hochhäuser aus Holz?
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Gelockerte BrandschutzvorschriftenWie gefährlich sind Hochhäuser aus Holz?

Gebäude aus Holz können schnell Feuer fangen. Dennoch sind in der Schweiz nun sogar Hochhäuser aus dem Material erlaubt.

von
Claudia Hoffmann
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Moderner Holzbau: Entwurf eines Hochhauses in Wien.

Moderner Holzbau: Entwurf eines Hochhauses in Wien.

HoHo Wien
Auch beim Tamedia-Hauptsitz in Zürich handelt es sich um eine Trägerkonstruktion aus Holz.

Auch beim Tamedia-Hauptsitz in Zürich handelt es sich um eine Trägerkonstruktion aus Holz.

Keystone/Christian Beutler
Das Medienhaus, in dem sich neben 20 Minuten auch der «Tages-Anzeiger» befindet, ist eines der höchsten Holzhäuser der Welt.

Das Medienhaus, in dem sich neben 20 Minuten auch der «Tages-Anzeiger» befindet, ist eines der höchsten Holzhäuser der Welt.

Keystone/Christian Beutler

Das Bauen mit Holz boomt. Mittlerweile entstehen aus dem nachwachsenden Rohstoff sogar Hochhäuser: Mit 24 Stockwerken soll das höchste Holzhaus der Welt ab 2016 in Wien gebaut werden. In der Schweiz waren bisher nur Gebäude bis zu sechs Stockwerken erlaubt – wegen Feuergefahr. Seit Anfang dieses Jahres sind die Brandschutzvorschriften jedoch gelockert. «Jetzt dürfen Holzbauten auch hierzulande beliebig hoch werden», sagt Bernhard Furrer, Bauingenieur bei Lignum, dem Dachverband der Schweizer Holzwirtschaft.

Doch stellen Hochhäuser aus Holz nicht eine grössere Gefahr dar als solche aus Beton? «Nein», sagt Furrer. «Denn es kommt nicht auf den Baustoff an, sondern auf die richtige Konstruktion.» Diese müsse bei einem Brand lange genug standhalten, um die Bewohner aus dem Gebäude retten zu können. Bei einem Hochhaus sind beispielsweise 90 Minuten vorgeschrieben. Dank

intensiver Forschung weiss man heute, wie die entsprechenden

Holz-Bauteile beschaffen sein müssen und welche weiteren Brandschutzmassnahmen nötig sind.

Und Holz hat sogar einen Vorteil gegenüber Stahl oder Beton: Es brennt langsam und berechenbar ab, während Stahlträger bei Überhitzung unkontrolliert brechen und einstürzen können. Zudem spielt das Baumaterial beim Ausbruch eines Brandes nur ein geringe Rolle – schuld ist meist die Inneneinrichtung, wie leicht brennbare Möbel oder Teppiche.

«Wissen»

in 20 Minuten wird unterstützt durch die GEBERT RÜF STIFTUNG und die Stiftung Mercator Schweiz.

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