Aktualisiert 11.04.2020 05:56

Coronavirus

Wie gefährlich sind Schweizer Fledermäuse?

Weil bei Schweizer Fledermäusen eine Beta-Version des Coronavirus entdeckt wurde, überprüfen Forscher nun die Übertragung von Tier zu Mensch.

von
fss
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Forscher haben Corona-Viren in Schweizer Fledermäusen entdeckt. Nun wird eine mögliche Übertragung auf den Menschen untersucht.

Forscher haben Corona-Viren in Schweizer Fledermäusen entdeckt. Nun wird eine mögliche Übertragung auf den Menschen untersucht.

Keystone/Jean-christophe Bott
Laut der «NZZ am Sonntag» haben Anfang April im Nordwesten von Peru Einheimische 300 Fledermäuse in ihrer Höhle verbrannt.

Laut der «NZZ am Sonntag» haben Anfang April im Nordwesten von Peru Einheimische 300 Fledermäuse in ihrer Höhle verbrannt.

Keystone/Walter Bieri
In Surakarta, Indonesien, haben Behördenmitglieder 193 Fledermäuse, die auf einem Markt zum Verkauf angeboten wurden, zunächst beschlagnahmt. Danach sedierten sie die Tiere und verbrannten sie in ihrem Käfig.

In Surakarta, Indonesien, haben Behördenmitglieder 193 Fledermäuse, die auf einem Markt zum Verkauf angeboten wurden, zunächst beschlagnahmt. Danach sedierten sie die Tiere und verbrannten sie in ihrem Käfig.

AP/Mark Baker

Forscher der Universität Zürich haben bei Schweizer Fledermaus-Exemplaren eine Beta-Version des Coronavirus entdeckt. Das Institut für Virologie an der veterinärmedizinischen Fakultät Vetsuisse hat Proben von über 3000 Fledermäusen aufbereitet und auf Viren untersucht.

Professor Cornel Fraefel, Leiter des Instituts, sagt zum «SRF»: «Wir haben in den Fledermäusen relativ viele verschiedene Viren gefunden.» Darunter sei auch ein Beta-Coronavirus, das dem sogenannten Mers-Coronavirus ähnlich ist. In der Schweiz grassiert derzeit Sars-CoV-2, ein Sars-Coronavirus.

Derzeit prüfen die Wissenschaftler, ob eine Übertragung des Virus von Tier auf Mensch möglich sei. «Eine direkte Infektion durch die Coronaviren einer Fledermaus ist sehr unwahrscheinlich», sagt Fraefel. Bei kranken oder toten Tieren sollte man jedoch Handschuhe tragen. Dies rät die Stiftung Schweizer Fledermausschutz in einem Merkblatt.

Attacken auf Fledermäuse

Weil Fledermäuse nach Meinung von Experten als mögliche Überträger des Coronavirus gelten, soll in Asien und Südamerika die Angst vor den Tieren enorm zugenommen haben. So wurden Anfang April im Nordwesten von Peru 300 Fledermäuse von Einheimischen in ihrer Höhle verbrannt.

Die Einwohner gingen davon aus, dass die Tiere das Coronavirus übertragen hätten und für die Corona-Toten in Peru verantwortlich wären. Mitglieder des National Forestry and Wildlife Service konnten immerhin 200 Fledermäuse retten. Sie liessen diese in einer anderen Gegend frei.

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