Lieber Phil Geld: Wie gehe ich gegen Werbeanrufe vor?
Aktualisiert

Lieber Phil GeldWie gehe ich gegen Werbeanrufe vor?

Juliane (42) ärgert sich über Telefonanrufe zu Werbezwecken - allen voran Gewinnversprechen. Was kann sie dagegen unternehmen?

Mitarbeitende eines Callcenters: Seit dem 1. April sind Werbeanrufe auf Telefonanschlüsse verboten, die mit einer Werbesperre versehen sind.

Mitarbeitende eines Callcenters: Seit dem 1. April sind Werbeanrufe auf Telefonanschlüsse verboten, die mit einer Werbesperre versehen sind.

Lieber Phil Geld,

Wöchentlich erhalte ich Werbeanrufe. Am meisten ärgern mich dubiose Anrufe von Firmen, die irgendeinen Gewinn oder eine Werbefahrt versprechen. Wie kann man diesen Organisationen das Handwerk legen? Wie verhindere ich Werbeanrufe generell?

Liebe Juliane

Seit dem 1. April sind Gewinnversprechen und andere unlautere Geschäftsmethoden verboten. Auch unerwünschte Werbeanrufe sind verboten. Als unerwünscht gilt ein Werbeanruf, wenn der Adressat trotz Sternchen-Eintrag im Telefonbuch zu Werbezwecken kontaktiert wird.

Und neu können die Konsumenten dagegen vorgehen. Am einfachsten ist der Eintrag im Formular der Konsumentenschutzorganisationen wie jenem der Stiftung für Konsumenteschutz (SKS). Auf dieser Website kannst du direkt die Angaben machen. Das neue Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) räumt den Konsumentenorganisationen Beschwerdemöglichkeiten ein. Beschwerden nehmen auch entgegen: Die Fédération romande des consommateurs (FRC). Wer ein Gewinnversprechen erhalten hat, kann bei der Polizei Strafantrag wegen unlauteren Wett­bewerbs stellen. Das sollte auf die Täter abschreckend wirken.

Nicht nur unerwünschte Werbeanrufe sind seit 1. April verboten und strafbar. Ebenfalls unlauter sind Geschäftspraktiken wie: Gewinnversprechen, welche die Auszahlung des Gewinns von einem Kauf oder einer anderen Handlung (z.B. Teilnahme an einer Werbe- oder Verkaufsveranstaltung) abhängig machen; Adressbuchschwindeleien (Registereinträge in nutzlosen Branchenverzeichnissen, Scheinregistern oder Verzeichnissen anderer Art); Schneeball-, Lawinen- oder Pyramidensysteme; undurchsichtige Verkaufsanbieter im Internet (z.B. unklare oder unvollständige Angaben über Identität).

Den Eintrag für unerwünschte Werbung (sogenannte Werbesperre) in den Telefonbüchern und elektronischen Versionen kannst du auf der Seite von Directories machen: Man kann entweder telefonisch vorgehen (Tel. 0848 86 80 86) oder via Internet: Hier sind die Änderungen vorzunehmen.

Freundlich grüsst

Phil Geld

E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

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