Wie gut tut Danaher dem Schweizer Leica-Konzern wirklich?
Aktualisiert

Wie gut tut Danaher dem Schweizer Leica-Konzern wirklich?

Der US-Mischkonzern Danaher, der Leica Geosystems als «weisser Ritter» übernehmen will, hat in der Schweiz schon massiv Stellen abgebaut.

Mit seinem Engagement bei der Westschweizer Portescap sorgte Danaher im vergangenen Jahr für negative Schlagzeilen.

Der Entscheid, die Mikromotoren-Produktion von Portescap in Marly FR aufzugeben und nach Indien und Malaysia zu verlagern, löste einen Sturm der Entrüstung aus. Sowohl Gewerkschaften als auch Behörden kritisierten, dass Portescap-Besitzer Danaher die Firma stetig diskreditiert habe.

Mit der Verlagerung der Produktion gehen 290 von 390 Stellen in Marly verloren. Einzig zwei Produktionslinien sowie die Forschungs- und Entwicklungsabteilung verbleiben in La Chaux-de-Fonds. Das Management begründete den Entscheid mit ungenügenden Margen, was die Gewerkschaften aber in Abrede stellten.

Der Danaher-Konzern, der weltweit rund 37 000 Angestellte beschäftigt, ist aber auch andersweitig in der Schweiz aktiv. Der Genfer Elektronik-Gruppe Lem etwa kaufte er für 63 Millionen Franken die Instrumentensparte ab. Und im Jahr 2000 übernahm Danaher von der Zürcher Industriegruppe Zellweger Luwa für 70 Millionen Franken das Wasseranalytik-Geschäft.

Auch andernorts ist Danaher auf Einkaufstour: So kündigte der Konzern Anfang Monat die Übernahme der deutschen Leica Microsystems an, einem Hersteller von optischen Präzisionssystemen. Danaher zahlt dem Finanzinvestor LM Investments gut 550 Millionen Dollar für die Firma.

Leica Microsystems ging wie Leca Geosystems und Leica Camera aus dem altehrwürdigen Optikkonzern Leica hervor, der in den 90er-Jahren in getrennte Einheiten zersplittert wurde. Das Optoelektronik-Unternehmen Leica Microsystems beschäftigt rund 150 Mitarbeitende in Heerbrugg SG, wo sich auch der Sitz von Leica Geosystems befindet.

Der 1983 von zwei Brüdern gegründete Danaher-Konzern wächst vor allem dank Übernahmen. Dabei konzentriert sich der Konzern auf mittelgrosse Firmen, die nach dem Kauf fit getrimmt werden. Dazu gehört die Verlagerung von Produktionsteilen in Niedriglohnländer, was immer wieder zu Protesten der betroffenen Arbeiter führt. (sda)

Deine Meinung