Aktualisiert 14.05.2020 20:21

3 mit Sex

«Wie ich als Schwuler bei einer Frau landen wollte»

Lars macht auf hetero, um eine Frau abzuschleppen. Diese checkt aber sofort, was Sache ist.

von
Lars
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Lars hatte noch nie etwas mit einer Frau. In einer Clubnacht vor dem Lockdown  wollte er das ändern – doch er wird sofort durchschaut.

Lars hatte noch nie etwas mit einer Frau. In einer Clubnacht vor dem Lockdown wollte er das ändern – doch er wird sofort durchschaut.

Anna Deér
Lars
Lars

Er st ein schwuler Designer aus dem Aargau. WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, in und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Anna Deér
Ella
Ella

Sie ist Single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.

Anna Deér

Darum gehts

  • Lars ist homosexuell und hatte noch nie eine sexuelle Begegnung mit einer Frau.
  • Eine Nacht im Club soll das ändern.
  • Im Club tanzt und flirtet er mit einer Frau.
  • Diese durchschaut ihn aber sofort – und weist ihn in die Schranken.

Freitagabend. Ella und ich haben uns zum Feiern aufgemotzt.* Wir wollen an einen Keller-Rave in unserem Lieblingsclub, dem El Paso. Als wir ankommen, vibrieren bereits die leergetrunkenen Gin-Tonic-Gläser im Beat. Ella und ich schmeissen uns auf die Tanzfläche. «Die Party wird geil!», brülle ich in ihr Ohr. Dass es kaum Männer hat, ist mir egal. Schon lange will ich wissen, wie sich eine Frau anfühlt, ihre weichen Haare und die glatte Haut spüren, für die meine Heti-Freunde so schwärmen. Ich beginne, die Frauen um mich zu beobachten.

Und auch die Frauen sehen her. Verstohlen sehen sie mir beim Tanzen zu, manche lächeln mich an. «Höhö, Ella, ich glaub die Frauen hier sind alle etwas horny!» Ella antwortet nur mit einem Augenzwinkern und einem Kopfnicken in Richtung Ecke. Dort schüttelt eine Mittzwanzigerin mit hübschem Gesicht ihren birnenförmigen Körper. Unsere Blicke treffen sich. Ich zwinkere ihr zu. Sie versteht den Wink und wenige Minuten später tanzen wir bereits Hüfte an Leiste.

«Ich habe noch nie den Po einer Frau angefasst»

«Lass uns eine Zigi rauchen», sagt sie, nimmt mich an der Hand und zieht mich in Richtung Ausgang. Als sie vor mir auf der schmalen, steilen Treppe nach oben steigt, fasse ich ihr mit beiden Händen an den Hintern, den sie mir auf Augenhöhe entgegenstreckt. Ich habe noch nie den Po einer Frau angefasst. Etwas unbeholfen fahre ich mit meiner Handfläche und meinen Fingern ihren Rundungen nach. Als ob ich prüfen wollte, ob meine Luftmatratze genug Luft drin hat, drücke ich zu. Es funktioniert: Sie wirft mir über die Schulter ein neckisches Lächeln zu. «Wohnst du weit von hier?» Obwohl unsere WG am anderen Ende der Stadt liegt, antworte ich, «Nein, gar nicht. Ein paar Minütchen nur mit dem Taxi.» Als sie mich reden hört, wird ihre Miene undeutbar. Sie wendet sich ab und beschleunigt ihren Schritt. Als wir draussen sind, fragt sie nach meinem Namen. «Ich heisse Lars, und du?» Sie schaut mich ungläubig an. Plötzlich sagt sie mit hysterischem Unterton: «Wie du redest. Du bist doch schwul! Geht ja gar nicht!»

Während ich überlege, ob ich es abstreiten soll, marschiert sie zielstrebig zu ihren Kolleginnen. Ich folge ihr. «Was ist los mit dir?», sage ich in verständnisvollem – und wahrscheinlich «schwulem» – Tonfall. «Oh Gott, geh bitte weg!» Mir wird die Situation peinlich. Der rasante Wechsel vom heissen Tanzflirt zur kalten Abfuhr kratzt an meinem Ego. Ich flüchte zurück in den Keller und ignoriere für den Rest des Abends die Frauen dieser Welt.

«Findest du das jetzt homophob von ihr?»

Im Taxi gehen Ella und ich meinen Abschlepp-Fail durch. «Findest du das jetzt homophob von ihr?», will Ella wissen. Nein. Ich finds nicht homophob, wenn eine Frau keinen Sex mit mir haben möchte. Aber die offensichtliche Ablehnung hat schon etwas weh getan. Vielleicht war sie einfach überfordert. Vielleicht fühlte sie sich auch hintergangen, weil ich nicht mit offenen Karten spielte. «Solltest du mal mit einer Frau im Bett landen, dann wahrscheinlich besser mit einer, die du schon etwas kennst. Und für die dein Schwulsein kein Abturner ist», meint Ella und drückt mir einen Kuss auf die Backe. Hach. Meine Mitbewohnerin ist einfach die beste Frau der Welt – zumindest im Moment noch.
* Dieses Erlebnis hat vor dem Lockdown stattgefunden

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gerne durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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