Aktualisiert 15.01.2020 16:18

Doktor Sex

«Wie kann ich ihm wieder vertrauen?»

Sandra ist nach einer Trennung wieder mit ihrem Freund zusammen. Die Probleme, die sie mit ihm hat, sind aber die alten geblieben.

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iStock/Tunatura

Frage von Sandra (33) an Doktor Sex: Ich bin seit fast acht Jahren in einer Beziehung. Wir haben es toll, machen viel zusammen und verstehen uns gut. Jedoch gibt es einen Bruch in unserer Geschichte. Vor zwei Jahren fand ich nämlich heraus, dass mein Freund virtuelle Sexbeziehungen mit Frauen hatte.

Erst sagte ich nichts. Da es aber immer wieder geschah, stellte ich ihn zur Rede. Er stritt erst alles ab, später gab er es dann aber zu. Danach hatten wir keinen Sex mehr. Nicht dass ich keine Lust gehabt hätte, aber immer, wenn es so weit war, kam mir alles wieder hoch und ich konnte mich nicht mehr gehen lassen.

Nach einer kurzen Trennung kamen wir wieder zusammen. Das alte Thema lebt aber immer noch und auch meine Gefühle dazu sind noch da. Ich bin immer noch enttäuscht und verletzt. Auch fehlt es mir an Vertrauen. Und Sex haben wir keinen mehr. Wie kann ich mich neu für ihn öffnen? Würde eine Paartherapie helfen oder ist es schon zu spät? Ich möchte ihn unter keinen Umständen verlieren!

Antwort von Doktor Sex

Liebe Sandra

Es ist schmerzlich, vom Partner betrogen zu werden. Aber wie alles, geht auch dieser Schmerz und die damit einhergehende Enttäuschung irgendwann vorbei – wenn man sie denn vorbeigehen lässt. Und genau da scheint das Problem zu liegen: Du kannst oder willst die Geschichte nicht loslassen.

Eine Zeit ohne Sex, dann Trennung und Wiedervereinigung, aber mit den gleichen Verletzungen und immer noch ohne Sex. Trotz des Leidens scheinst du dich aber recht wohlzufühlen. Und ich habe den Eindruck, dass deine Motivation, wirklich etwas zu verändern und dem Zustand ein Ende zu bereiten, eher gering ist.

Vielleicht hängt das damit zusammen, dass du ihn um keinen Preis verlieren willst?

Ich rate dir dringend, nicht mehr länger wegzuschauen und die Sache anzugehen – auch wenn es wehtun wird und womöglich gar das Ende der Beziehung bedeutet!

Aber Beziehungen sind ja nicht einfach nur dazu da, sich wohlig warm darin einzurichten. Sie ermöglichen uns auch, über uns hinauszuwachsen – uns zu erkennen und zu lernen.

Deine Idee mit der Paartherapie finde ich wertvoll und ich denke, du solltest diesen Faden weiterverfolgen. Du könntest dir aber auch überlegen, zuerst in eine Einzeltherapie zu gehen und erst in eine Paartherapie einzusteigen, wenn du für dich im Klaren darüber bist, worum es dir genau geht.

Ich wünsche dir sehr, dass du es schaffst, aus der Komfortzone herauszutreten und der Sache auf den Grund zu gehen. Alles Gute!

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