Aktualisiert 02.08.2017 15:39

Krankenversicherung

Wie Kassen versuchen, uns zu mehr Sport zu bewegen

Eine Krankenversicherung gewährt Kunden 90 Prozent Rabatt für ein Fitness-Abo. Auch andere Kassen belohnen einen gesunden Lifestyle.

von
K. Wolfensberger
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Mehr Sport treiben, zum Beispiel Yoga: Das ist das Ziel einer neuen Kooperation zwischen einer Krankenkasse und einem Fitness-Anbieter.

Mehr Sport treiben, zum Beispiel Yoga: Das ist das Ziel einer neuen Kooperation zwischen einer Krankenkasse und einem Fitness-Anbieter.

Keystone/Christian Beutler
Dabei arbeitet die Krankenkasse Swica mit ...

Dabei arbeitet die Krankenkasse Swica mit ...

Keystone/Gaetan Bally
... dem Fitness-Anbieter MyClubs zusammen.

... dem Fitness-Anbieter MyClubs zusammen.

Yoga, Pilates oder doch lieber Crossfit? Vielen fällt es schwer, sich für einen Sport zu entscheiden. Gern würden sie abwechseln. An solche Kunden richtet sich das Angebot des Start-ups MyClubs aus Österreich, das im Frühling 2016 in die Schweiz expandiert hat. Das Geschäftsmodell: Kunden können 25 verschiedene Sportarten an rund 200 Standorten betreiben. Bezahlt wird entweder nach dem Prepaid-Prinzip oder im Abo.

Die Schweizer Krankenkasse Swica kooperiert seit neustem mit MyClubs. Wer die Zusatzversicherung Completa Praeventa oder Optima abgeschlossen hat, erhält von der Swica massive Rabatte auf die Sportangebote. Für ein Abo mit vier Trainings pro Monat zahlt ein Swica-Zusatzversicherter 7.50 Franken (Praeventa mit Optima) beziehungsweise 38 Franken (nur Praeventa) pro Monat.

Deutliche Subvention durch Kasse

Ein Swica-Mitglied ohne Zusatzversicherung zahlt für dasselbe Angebot 75 Franken. Die Swica subventioniert die zusatzversicherten, sportwilligen Kunden also mit 67.50 beziehungsweise 37 Franken pro Monat. Diese Subvention hat allerdings Grenzen: Die Swica unterstützt Praeventa-Kunden mit maximal 500 Franken pro Jahr, bei Optima sind es maximal 800 Franken.

Gezielt eine Zusatzversicherung abzuschliessen, um in den Genuss der günstigeren Sportabos zu kommen, lohnt sich nur für jüngere Kunden, wie Swica-Sprecherin Silvia Schnidrig auf Anfrage einräumt. Sie rechnet vor: «Ein 24-Jähriger, der neu bei Swica ist, bezahlt für die beiden Zusatzversicherungen zusammen 435.60 Franken pro Jahr und kann in diesem Zeitraum Präventionsbeiträge im Wert von maximal 800 Franken beziehen.»

Da die Kosten für die beiden Zusatzversicherungen mit dem Alter stiegen, sei ab circa 45 Jahren der Wendepunkt erreicht. Heisst: Die Prämie für die Zusatzversicherung ist ab diesem Alter höher als der maximal mögliche Rabatt.

Auch andere Krankenkassen belohnen Sportliche

Auch andere Krankenkassen möchten ihre Kunden zu mehr Sport motivieren, um die Kosten für Krankheiten wie Diabetes zu reduzieren. Die Vivao Sympany bezahlt zusatzversicherten Kunden bis zu 300 Franken jährlich an Sportabos. Die CSS wiederum machte vor kurzem Schlagzeilen mit einer Sport-App. Wer viel läuft und das mit dem Handy misst, wird mit einer tieferen Prämie belohnt.

Die Helsana engagiert sich in der Förderung von Athleten und Sportteams, wie sie auf Anfrage erklärt. In Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Herzstiftung betreibt die Krankenkasse zudem einen Gesundheitsbus. In diesem bietet sie Kunden Checks an und liefert Informationen zum Thema Herz-Kreislauf-Gesundheit. Denn nicht nur Sport, sondern auch Information sei für die Prävention wichtig.

Experte hält CSS-Angebot für das beste

Krankenkassenexperte Felix Schneuwly von Comparis erklärt, dass von diesen Angeboten dasjenige der CSS am innovativsten sei. «Mit dem Programm kann überprüft werden, ob der Kunde wirklich trainiert.» Bei Vergünstigungen für Sportaktivitäten bleibe unklar, ob Kunden auch tatsächlich trainieren gehen oder nicht. Das Angebot der Swica sei insofern positiv, als es über ein deutlich breiteres Sportangebot verfüge als viele Angebote der Konkurrenz.

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