Kunsthalle Basel: Wie Kinder die Welt bauen würden
Aktualisiert

Kunsthalle BaselWie Kinder die Welt bauen würden

Was würden Kinder bauen? 14 kleine Architekten aus Basel haben sich das für ein Projekt der Kunsthalle Basel und des Schweizer Architekturmuseums überlegt.

von
Daniela Gschweng
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Hier können sich kleine Architekten austoben.

Hier können sich kleine Architekten austoben.

Frantisek Matous
Beim Projekt in Basel dürfen Kinder zeigen, wie sie die Welt bauen würden.

Beim Projekt in Basel dürfen Kinder zeigen, wie sie die Welt bauen würden.

Daniela Gschweng
Die Architektur für Erwachsene, die ist ihnen nämlich zu langweilig.

Die Architektur für Erwachsene, die ist ihnen nämlich zu langweilig.

Frantisek Matous

Die Architektur, die die Erwachsenen machen, fanden die Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren «zu wenig kinderfreundlich, zu wenig farbig und zu wenig begrünt». So fasst Leonie Brenner, Kunstvermittlerin und Leiterin des Projekts, ihre Erkenntnisse zusammen.

Dann schon lieber ein knallblaues Cabrio-Flugzeug mit dem passenden Namen «Holy Day» und einer «spizigen Inneneinrichtung», zum Beispiel, um damit «in die ferien zu fliegen und darin auch glaich zu wohnen». Das fliegende und liebevoll möblierte Ferienresort, das von einem Geschwisterpaar entworfen wurde, könne man mieten, heisst es im Beschrieb. Allerdings gibt es dabei ein kleines Problem: Man darf dafür nicht grösser sein als ein Kinderdaumen.

Eine Kuppel, die eine Pyramide werden sollte

Oder ein Farbpalast aus bunten Dreiecken. Eigentlich, so die jungen Bauherrinnen, hätte das fantasievolle Gebilde erst eine Pyramide werden sollen. Ein Gebäude, das man sich auch gut gebaut vorstellen könnte – als Kunstmuseum mit Scheiben aus farbigem Glas vielleicht.

Die Pyramiden-Kuppel ist sorgsam möbliert, mit Tischen und Stühlen und Platz für Kinder. Um das Gebäude herum stellen die Planerinnen in der Beschreibung fest, entsteht ein Park.

An die Präsentation wurde auch gedacht: Einige Modelle standen am vergangenen Sonntag, 22. Mai, in einer Art durchsichtigem Plastik-UFO auf dem Basler Theaterplatz. Der Entwurf einer Projektgruppe, die «auf die Idee kam, einen Ausstellungsraum für die anderen Kinder zu bauen», erklärt die Projektleiterin.

Ganz ohne Hilfe bei der Planung des mit durchsichtiger Plane bespannten, mobilen Holzgerüstes ging es aber nicht. Dafür ist das UFO so gut gelungen, dass der mobile Ausstellungsraum weiter verwendet werden wird.

Bauen für andere

Vor der Planung haben sich die Teilnehmer angeschaut, wie Bauen überhaupt geht. Die Gruppe machte einen Stadtrundgang, besuchte einen Architekten, war zu Gast in der Ateliergemeinschaft Klingental, schaute sich die Architektur der Markthalle an und machte eigene Pläne.

«Natürlich kamen in der viermonatigen Planung auch ganz utopische Gebäude raus», erzählt Brenner. Vieles wurde konzipiert, verworfen, geändert. Am Ende sind die Modelle aber sehr realistisch. «Ein Hotel für Menschen, die kein Geld haben» hat eine andere Gruppe gebaut, mit «silbrigen Fenstern», einem Schwimmbad und grossen Zimmern. «50²» gross, schreiben die Architekten.

Hochhauslandschaft und Zwillingstürme

Der Anschauungsunterricht hinterliess auch andere Spuren. Richtig technisch arbeitete eine Zweiergruppe, die eine ganze Hochhauslandschaft entwarf. Rocheturm und Verdichtung haben den Nachwuchs wohl nachhaltig inspiriert.

Eine andere erfand eine Turmkombination zum Wohnen und Arbeiten mitsamt oberirdischem Verbindungstunnel. Damit, so die Planer, «man keinen so langen Weg zur Arbeit hat». Das Zwillingsgebäude mit Parking, Begrünung, Terrasse ist mit einer Graffiti-Wand versehen. Da könnten sich die Architekten Christ und Gantenbein, die das neue Kunstmuseum gebaut haben, glatt mal bei ihren jüngeren «Kollegen» umschauen.

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