29.11.2017 15:43

Hype um Internetwährung

Wie kommen Sie überhaupt an Bitcoins ran?

Der Bitcoin schlägt einen Rekord nach dem anderen. Doch viele fragen sich, wo die Kryptowährung überhaupt bezogen werden kann.

von
I. Strassheim/R. Knecht
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So können Bitcoins aussehen, aber eigentlich existiert die Kryptowährung virtuell.

So können Bitcoins aussehen, aber eigentlich existiert die Kryptowährung virtuell.

Keystone/Ennio Leanza
Auch das sind Bitcoins, zumindest der Code zu dem Internetguthaben. Diese Zettel spucken die Bitcoin-Automaten in der Schweiz aus.

Auch das sind Bitcoins, zumindest der Code zu dem Internetguthaben. Diese Zettel spucken die Bitcoin-Automaten in der Schweiz aus.

20min
Der einfachste und schnellste Weg, um an Bitcoins zu kommen, sind SBB-Billettautomaten ...

Der einfachste und schnellste Weg, um an Bitcoins zu kommen, sind SBB-Billettautomaten ...

Keystone/Peter Schneider

Die Internetwährung Bitcoin klettert aktuell jeden Tag auf neue Rekordwerte. Wie und wo es die Währung überhaupt gibt, ist für die meisten jedoch kryptisch. 20 Minuten beantwortet die wichtigsten praktischen Fragen – auch wenn es für einen Einstieg bei einem Rekordpreis von über 10'000 Dollar reichlich spät ist und Investitionen in Bitcoin grundsätzlich sehr riskant sind.

• Wie komme ich überhaupt an Bitcoins?

Der einfachste und schnellste Weg, um an Bitcoins zu kommen, sind SBB-Billettautomaten oder spezielle Bitcoin-Automaten. Sie funktionieren ähnlich wie normale Geldautomaten, sind jedoch eigentlich Geldwechsler, die Franken in die Internetwährung tauschen und umgekehrt (wobei Gebühren anfallen). Bei der SBB muss man sich mit seiner Handynummer identifizieren und kann dann Bitcoins im Wert von bis zu 500 Franken per Transaktion beziehen. Bezahlt werden sie bar oder per Debitkarte. Bei den Bitcoin-Automaten, die aktuell in einem Dutzend Schweizer Städten stehen , braucht es bei Transaktionen unter 2000 Franken keine Identifikation. Der Automat spuckt dann einen Zettel mit dem Bitcoin-Guthaben aus, das per Handy-App in eine Art elektronisches Portemonnaie eingelesen werden kann.

• Angenommen, ich werde zum Bitcoin-Millionär: Wie komme ich dann an das Geld?

Wer die Internetwährung wieder in Franken wechseln will, kann das ebenso am Automaten tun, allerdings nicht bei einer Million. Und es braucht unter Umständen 30 Minuten, bis das Bargeld kommt, denn die Transaktion muss bestätigt werden, und dies geht bei Bitcoin eben nicht zentral wie bei Banken.

• Was mache ich, wenn bei mir kein Automat in der Nähe ist?

Im Internet gibt es zahlreiche Marktplätze, etwa Coinbase.com oder Bitcoin.de, auf denen Privatpersonen Bitcoins kaufen oder verkaufen können. Bezahlt wird die Kryptowährung per Überweisung vom eigenen Bankkonto. Bis das über die Bühne geht, bleiben sie auf einem Treuhänderkonto. Hat die Transaktion geklappt, werden die Bitcoins auf dem Börsenkonto des Nutzers gutgeschrieben. Das birgt ein gewisses Risiko, denn die Plattformen können pleitegehen und damit auch die Bitcoins auf dem Konto verschwinden, wie Christian Mäder von Bitcoinnews.ch zu 20 Minuten sagt.

• Kann ich die Bitcoins auch wie Geld woanders aufbewahren?

Man kann sie tatsächlich auf Papier ausdrucken. Die Internetwährung ist allerdings keine Banknote, sondern besteht nur aus einem sogenannten Private Key (einer Zahlenkombination zwischen 1 und 10 hoch 77). Der ist jedoch wertvoll und sollte in den Safe oder unter die Matratze. Per Private Key kann man das Guthaben dann auch wieder ins elektronische Portemonnaie bringen und für Einkäufe nutzen. Für den Alltagsgebrauch lässt sich auch eine Wallet-App fürs Handy herunterladen. Damit können Internetbestellungen oder -dienste bezahlt werden, bei Firmen, die Bitcoin akzeptieren.

• Ein Bitcoin kostet derzeit rund 10'000 Franken – kann ich auch weniger investieren?

Bei Aktien kann man keine Bruchteile kaufen, beim Bitcoin aber schon. Dies, weil jeder Bitcoin in 100 Millionen Teile, sogenannte Satoshis, teilbar ist, wie die Info-Plattform Buy Bitcoin Worldwide erklärt. Viele Marktplätze bieten die Möglichkeit, entweder einen gewissen Bruchteil eines Bitcoins zu kaufen oder für eine bestimmte Summe zu investieren. Wer etwa 100 Franken investieren will, würde derzeit etwa 0,01 Bitcoin erhalten. Wer einen Zehntel Bitcoin kaufen möchte, muss dafür knapp 1000 Franken bezahlen. Hinzu kommen noch allfällige Transaktionsgebühren.

• Ist die Bitcoin-Welt wirklich ganz unabhängig von den Banken?

Auch wenn Bitcoins als unabhängiges Zahlungsmittel gelten, spielen Banküberweisungen beim Handel mit Bitcoins meist eine wichtige Rolle. Normalerweise registriert man sich bei einem Bitcoin-Marktplatz mit seinem Bankkonto und überweist damit einem Bitcoin-Besitzer einen Geldbetrag. Mit der Banküberweisung lässt sich verhindern, dass mit Bitcoins Geldwäsche betrieben wird.

• Trotz Rekordjagd und Hype: Ist der Bitcoin sicher?

Die Kryptowährung bleibt noch immer hochriskant. Im Gegensatz zu normalen Währungen wird sie nach wie vor wenig gehandelt. Das heisst, schon kleine Volumen genügen, um hohe Kursausschläge nach oben wie nach unten zu verursachen. Ausserdem ist nach wie vor unklar, wie sicher Bitcoins vor Hackerangriffen sind.

Muss ich Bitcoins versteuern?

Es ist wie bei anderen Vermögenswerten auch: Per Jahresende müssen Bitcoin-Guthaben im Wertschriftenverzeichnis deklariert werden. Sie werden dort wie herkömmliche Fremdwährungen behandelt, wie Franco Gennari, Leiter Wertschriften und Finanzderivate bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung, erklärt. Gewinne aus Bitcoin-Transaktionen muss man im Privatvermögen nicht versteuern, umgekehrt kann man entsprechende Verluste ebenso nicht abziehen. Wer gewerblich mit Bitcoins handelt, bezahlt Einkommenssteuer auf die Kapitalgewinne aus Bitcoin-Transaktionen.

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