Geflohen und erschossen: Wie konnte Reto K. aus der Psychiatrie ausreissen?
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Geflohen und erschossenWie konnte Reto K. aus der Psychiatrie ausreissen?

Am Mittwoch verliess Reto K. eine Psychiatrie in Bern. Wenig später wurde er von Polizisten durch einen Schuss tödlich verletzt.

von
miw
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Polizisten sind derzeit im Berner Schosshaldequartier anwesend. Grund: Am Mittwochabend wurde in Bern ein 36-jähriger Mann von einem Polizisten erschossen.

Polizisten sind derzeit im Berner Schosshaldequartier anwesend. Grund: Am Mittwochabend wurde in Bern ein 36-jähriger Mann von einem Polizisten erschossen.

20 Minuten/Redaktion Bern
Eine Patrouille hat eine aus einer psychiatrischen Einrichtung geflüchtete Person an der Kuhnstrasse in Bern angetroffen. Dabei ist es für die Polizei bedrohlich geworden.

Eine Patrouille hat eine aus einer psychiatrischen Einrichtung geflüchtete Person an der Kuhnstrasse in Bern angetroffen. Dabei ist es für die Polizei bedrohlich geworden.

20 Minuten/Redaktion Bern
Am Tag darauf machen sich nun Forensiker ans Werk. Sie ermitteln in der betroffenen Liegenschaft die genauen Umstände rund um den abgefeuerten Schuss.

Am Tag darauf machen sich nun Forensiker ans Werk. Sie ermitteln in der betroffenen Liegenschaft die genauen Umstände rund um den abgefeuerten Schuss.

20 Minuten/Redaktion Bern

Am Mittwochnachmittag tauchte Reto K.* (†36) in seinem Elternhaus im Berner Schosshaldequartier auf – dabei soll der Mann bewaffnet gewesen sein. Weil es im Haus zu einer bedrohlichen Situation kam, feuerte ein ausgerückter Polizist schliesslich einen Schuss auf den Mann ab. Der dadurch Schwerverletzte starb kurze Zeit später im Spital.

«Die Familie ist äusserst nett und wohnt schon lange hier. Vom Sohn weiss ich jedoch kaum etwas», sagt ein Anwohner. Schon von klein auf sei K. in Heimen und Institutionen untergebracht gewesen. Zu den Eltern im Berner Schosshaldequartier sei er jeweils nur zu Besuch gekommen.

Zuletzt soll K. auf einer Station der Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) untergebracht gewesen sein. UPD-Sprecher Mike Sutter darf auf Geheiss der Berner Polizei nichts bestätigen. «Aufgrund laufender Ermittlungen», sagt er. Doch Sutter stellt klar: «Eine Psychiatrie ist kein Gefängnis. So kann es vorkommen, dass jemand aus seiner Abteilung entweicht.»

Rätsel um mitgebrachte Waffe

Es ist also davon auszugehen, dass K. vor seinem verhängnisvollen «Ausbruch» nicht auf einer geschlossenen Station untergebracht gewesen war. «Auf eine geschlossene Station kommen nur Patienten, die für sich oder für Dritte eine Gefahr darstellen», erklärt Sutter.

Doch wie gelangte der UPD-Patient an die Schusswaffe, mit der er im Elternhaus aufkreuzte? Sutter: «Keiner unserer Patienten ist bei uns im Besitz einer Waffe.» Wie der erschossene Patient zu einer Schusswaffe kam, dazu kann und will er nichts sagen.

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