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VerbrechensbekämpfungWie Ladendetektive gegen Diebe vorgehen

In der Weihnachtszeit wird besonders viel geklaut. Ein Ladendetektiv-Ausbildner erzählt, wie seine Kollegen Langfingern auf die Schliche kommen.

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kwo
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Laut der Untersuchung «2016 Retail Holiday Season Global Forecast» entstehen 41 Prozent der jährlichen Verluste durch sogenannten Warenschwund weltweit allein in der Zeit von Oktober bis Dezember.

Laut der Untersuchung «2016 Retail Holiday Season Global Forecast» entstehen 41 Prozent der jährlichen Verluste durch sogenannten Warenschwund weltweit allein in der Zeit von Oktober bis Dezember.

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Will heissen: In der Vorweihnachtszeit wird am meisten geklaut.

Will heissen: In der Vorweihnachtszeit wird am meisten geklaut.

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Die höhere Zahl von Diebstählen erklärt sich auch damit, dass die Detailhändler und Warenhäuser während der Vorweihnachtszeit auch mehr hochpreisige Artikel in den Regalen führen, die für Diebe besonders attraktiv sind.

Die höhere Zahl von Diebstählen erklärt sich auch damit, dass die Detailhändler und Warenhäuser während der Vorweihnachtszeit auch mehr hochpreisige Artikel in den Regalen führen, die für Diebe besonders attraktiv sind.

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Sowohl Laden- als auch Taschendiebe sind in der Vorweihnachtszeit besonders aktiv, wie Bruno Strebel im Gespräch mit 20 Minuten bestätigt. Als Geschäftsführer der Akademie für Privatdetektive in Zürich bildet er seit Jahren Ladendetektive aus.

Das Problem: In der Vorweihnachtszeit seien teilweise auch organisierte Verbrecherbanden in den Warenhäusern aktiv. Für diese gelte daher ganz besonders, mit Sicherheitspersonal Präsenz zu zeigen, um die Verbrecher abzuschrecken. Notwendig sei dabei auch, das Geschäft mit den modernsten elektronischen Diebstahlsicherungen auszustatten. Ansonsten lade man die Kriminellen fast schon ein, etwas zu stehlen.

Immer im Team unterwegs

Doch wie sieht die Tätigkeit der Ladendetektive im Alltag eigentlich genau aus? Strebel erklärt, dass sie grundsätzlich immer mindestens im Zweierteam arbeiten. «Ein Detektiv sitzt hinter der Kamera, der andere ist im Geschäft unterwegs», so der Experte. Beobachtet derjenige hinter der Kamera einen Verdächtigen, informiere er seinen Partner. Dieser müsse dann den Ausgang blockieren, damit der Dieb nicht entwischen kann.

Dabei gilt: Man sollte einen potenziellen Dieb immer zu zweit anhalten – aus Gründen der Sicherheit. «Ist eine Person nicht bereit, zu kooperieren, dann muss die Polizei gerufen werden. Bis zu ihrem Eintreffen wird der Verdächtige in Handschellen gelegt, damit er nicht sich selbst oder eine Drittperson gefährden kann», erklärt Strebel.

Zum Glück sei das aber nur selten nötig. Wichtig sei ausserdem, dass sich die Detektive selbst bei der Arbeit nicht in Gefahr bringen und dem Eigenschutz genügend Gewicht einräumen.

Auch das Personal stiehlt

Bei Ihrer Tätigkeit müssen die Ladendetektive oft auch ein Auge aufs Personal werfen. Schliesslich gibt es auch unter den Angestellten schwarze Schafe. Für sie bedeutet ein Diebstahl dann fast immer: fristlose Entlassung und eine Anzeige bei der Polizei.

Allgemein unterscheide sich die Tätigkeit als Ladendetektiv von jener des Privatdetektiven dadurch, dass man nie wisse, wer die Zielperson ist. Strebel: «Jeder kommt als möglicher Täter infrage. Man muss sich permanent fragen: Könnte diese Person ein Dieb sein?» Ein Gespür dafür zu entwickeln, wer als Dieb infrage kommt, gehöre zu der Kunst in diesem Beruf.

Wie wird man zum Privat- oder Ladendetektiv? Das zeigt dieses Video aus der Akademie von Bruno Strebel:

Dieser Mann hat sechs Schatten

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