Aktualisiert 17.06.2011 12:51

Weinergate

«Wie lang ist dein Penis?»

Die Polit-Karriere von Anthony Weiner ist vorbei. In einer vierminütigen Rede kündigte er seinen Rücktritt an. Dabei wurde er von Journalisten mehrmals unterbrochen – mit brennenden Fragen.

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Er stand ganz alleine vor den versammelten Journalisten. Seine schwangere Frau Huma Abedin stand nicht an seiner Seite, wie es in den USA sonst üblich ist, wenn auf Abwege geratene Politiker ihre Sünden beichten. Und so, ganz alleine, kündigte Anthony Weiner nach einem zweiwöchigen Hickhack um intime Bilder, die der US-Abgeordnete an weibliche Twitter-Bekanntschaften verschickte, seinen Abgang aus der Politik an.

Die Rede war kurz, die Botschaft klar. Doch die vier Minuten lange Ansprache verlief alles andere als ruhig. Zunächst wurde der 46-Jährige mit Applaus und einem Pfeifkonzert willkommen geheissen. «Ich bin heute hier, um mich erneut für die persönlichen Fehler und die Peinlichkeiten, die ich verursacht habe, zu entschuldigen», sagte er als Erstes. Da kam der erste Unterbruch: «Tschüss, du Perverser!», schrie ein Mann im schwarzen T-Shirt aus dem Publikum.

Obama glaubt weiterhin an Weiner

Weiner erklärte, er habe zunächst gehofft, er könne seinen Sitz im Kongress behalten, doch das sei angesichts der Umstände nicht möglich. Er habe sich deshalb entschieden zurückzutreten, damit «meine Kollegen wieder an die Arbeit gehen können, meine Nachbarn einen neuen Vertreter wählen können und vor allem, damit meine Frau und ich die Wunden heilen können, die ich verursacht habe», sagte er.

Künftig werde er mit seinen «Talenten» versuchen, New York und dem ganzen Land zu dienen. Als Weiner den Raum verliess, wurde es erneut laut: «Wie lang ist dein Penis? Ist er länger als sieben Zoll?», fragte einer der Journalisten. Weiner war schon weg.

Inzwischen hat sich Präsident Barack Obama in der Sendung «Good Morning America» zum Rücktritt des demokratischen Abgeordneten geäussert: «Ich bin überzeugt, dass er sich jetzt neu fokussieren wird und das Comeback schafft.» Weiner ist nach der Pressekonferenz mit seiner Frau Huma Abedin auf ein verlängertes Wochenende in die Hamptons gereist. Dort sei er bereits «gut gelaunt» beim Einkaufen gesichtet worden. Abedin habe eher «betrübt» gewirkt, meinten die Dorfbewohner.

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