Aktualisiert 23.01.2020 17:57

Super League Wie lange dauert das FCSG-Wunder noch an?

20 Minuten wirft vor dem Rückrundenstart der Super League für jede Tabellen-Region jeweils eine heisse Frage auf. Heute: Wann bricht St. Gallen ein?

von
E. Tedesco

Peter Zeidler, wann bricht das St. Galler Wunder ein? (Video: Eva Tedesco)

Die Ostschweizer haben in der Hinrunde ein Märchen geschrieben und die Euphorie in der Region wieder entfacht. Das junge Team von Peter Zeidler – sieben U21-Spieler stehen regelmässig in der Stammformation – zeigt unterhaltsamen Offensiv-Fussball und schoss aus dem Spitzentrio an der Tabelle die meisten Tore (42): Jordi Quintillà erzielte 9 Treffer, Ermedin Demirovic und Cedric Itten je 8, Boris Babic 7 Tore. Die Ostschweizer «Rasselbande» Zeidlers holte in den ersten 18 Runden 35 Punkte und lauert hinter YB und dem FCB auf Rang 3. Fast wären die Ostschweizer noch Wintermeister geworden, bekamen aber im letzten Spiel vor der Pause kalte Füsse und verloren das Heimspiel gegen den FCZ 1:3.

Am Sonntag soll es mit dem FCSG-Wunder gegen Lugano weitergehen. Oder wie lange dauert es, bis Zeidlers junges Team einbricht? «Wir spüren auch gewisse Erwartungen, aber wir hoffen, dass wir eine neue Serie beginnen können», sagt der Trainer. «Wir sind gut beraten, uns nur auf das nächste Spiel zu konzentrieren. Wir machen das so – auch wenn das banale Sachen sind.»

Auf der Suche nach einer neuen Nummer 1

In der Rückrunde muss Zeidler allerdings auf seinen Stammkeeper Dejan Stojanovic verzichten. Der 26-jährige Österreicher wechselte letzte Woche zu Middlesbrough. «Einerseits ist das eine Auszeichnung für die ganze Mannschaft, dass ein englischer Club über eine Million Franken bezahlt, andererseits kann man sich vorstellen, dass ich nicht gejubelt habe», sagt Zeidler. «Jetzt versuchen wir einen tollen jungen Torhüter zu verpflichten, der möglichst schnell Dejans Niveau erreicht und – den Wunsch haben wir – vielleicht sogar irgendwann besser sein kann.»

Der «tolle junge Torhüter» soll auch schon im Anflug sein. Er heisst Lawrence Ati-Zigi und kommt von Zeidlers früherem Club Sochaux. Der 23-jährige Ghanaer stammt aus der Nachwuchsförderung von Red Bull Salzburg, kam aber hauptsächlich bei Partnerclub Liefering zum Einsatz. Im Sommer 2017 wurde der 1,89 m grosse Goalie zum Ligue-2-Verein nach Frankreich transferiert und kam seither zu 30 Einsätzen. «Wir sind auf gutem Weg und hoffen, dass wir ihn am Sonntag schon spielen lassen können», sagt der FCSG-Trainer.

Weichen stellen gegen Lugano und Basel

Nun erfolg der Rückrundenstart gegen Lugano. «Ein harter Brocken», sagt Zeidler, «aber wir haben sie schon zweimal geschlagen – wieso nicht auch dreimal.» Dann wäre der Spitzenplatz vielleicht schon bald ganz nah, denn der FCB und YB werden sich im ersten Spiel Punkte abnehmen und einen Woche später empfängt Rotblau die St. Galler.

YB-Trainer Gerry Seoane hat die Ostschweizer auf jeden Fall auf der Meister-Rechnung und spricht von einem Drei- oder Vierkampf. «Soweit denken wir wirklich nicht. Ich weiss zwar, wann das letzte Spiel stattfindet – am 21. Mai», sagt Zeidler, «aber ich glaube schon, dass eine der Mannschaften, die jetzt vorne ist, am Ende Meister ist. Von mir werden Sie aber keinen Satz zum Meistertitel hören.»

Noch nicht, aber vielleicht nach dem 2. Februar, wenn die Espen nach dem Auftritt beim FCB dem ersten Meistertitel nach 2000 (unter Trainer Koller notabene) einen Schritt näher wären.

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