Stark bedroht: Wie lange gibt es die Schweizer Gletscher noch?
Aktualisiert

Stark bedrohtWie lange gibt es die Schweizer Gletscher noch?

Die Gletscherschmelze kann Wasserknappheit und Erdrutsche zur Folge haben. Diese Gletscher sind am stärksten gefährdet – oder bereits verschwunden.

von
Stephanie Sigrist
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Der Gletscherschwund steht in direktem Zusammenhang mit den erhöhten Treibhausgasemissionen und dem dadurch verursachten globalen Temperaturanstieg. Allein von Oktober 2018 bis September 2019 gingen zwei Prozent des Eisvolumens der Schweizer Gletscher verloren. Hier wird aufgezeigt, welche Schweizer Gletscher bereits verschwunden oder stark gefährdet sind.

Der Gletscherschwund steht in direktem Zusammenhang mit den erhöhten Treibhausgasemissionen und dem dadurch verursachten globalen Temperaturanstieg. Allein von Oktober 2018 bis September 2019 gingen zwei Prozent des Eisvolumens der Schweizer Gletscher verloren. Hier wird aufgezeigt, welche Schweizer Gletscher bereits verschwunden oder stark gefährdet sind.

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Den Pizolgletscher im Kanton Sankt Gallen gibt es nicht mehr. Für ihn fand im September 2019 eine Trauerfeier statt.

Den Pizolgletscher im Kanton Sankt Gallen gibt es nicht mehr. Für ihn fand im September 2019 eine Trauerfeier statt.

KEYSTONE / Gian Ehrenzeller
Wo zur Jahrtausendwende noch der Silvrettagletscher im Kanton Graubünden die Landschaft bedeckte, hat sich durch den Gletscherschwund ein See gebildet.

Wo zur Jahrtausendwende noch der Silvrettagletscher im Kanton Graubünden die Landschaft bedeckte, hat sich durch den Gletscherschwund ein See gebildet.

KEYSTONE / Arno Balzarini

Die Schweiz gehört zu den Ländern, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. Die Erwärmung seit dem Messbeginn 1864 beträgt hierzulande über 2 Grad Celsius und ist damit doppelt so hoch wie im weltweiten Mittel (0,9 Grad Celsius). Im gesamten Alpenraum wird seit den 1980er-Jahren ein starker Gletscherschwund beobachtet. Dieser steht in direktem Zusammenhang mit den erhöhten Treibhausgasemissionen und dem dadurch verursachten globalen Temperaturanstieg. In 40 Jahren sind die Gletscher um ein Drittel geschrumpft. Allein von Oktober 2018 bis September 2019 gingen 2 Prozent des Eisvolumens der Schweizer Gletscher verloren. In den zwei Jahren zuvor war der Rückgang noch etwas stärker gewesen. 2019 verloren vor allem die Gletscher im Norden und Osten der Schweiz an Masse, dort ging die Eisdicke im Durchschnitt um ein bis zwei Meter zurück.

Gletscher haben eine zentrale Rolle im Wasserkreislauf, da sie Abflussschwankungen ausgleichen. Kurzfristig bedeutet der Klimawandel aufgrund von Schmelzeis mehr Wasser für die Alpenregion. «Danach gibt es weniger Wasser, und dieses wird schlechter verteilt. Vor allem in trockenen Sommern wird Gletscherwasser fehlen», warnt WWF Schweiz. «In den Alpen ist der Wendepunkt wohl jetzt erreicht. In den meisten Einzugsgebieten Südamerikas liefern die Gletscher schon heute weniger Wasser. In Asien und Nordamerika hingegen dürften die Gesamtabflüsse von Gletschern noch bis etwa Mitte des Jahrhunderts ansteigen und erst dann in einen Abwärtstrend übergehen», schrieb Matthias Huss, Oberassistent an der Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie an der ETH Zürich und Leiter des Schweizer Gletschermessnetzes 2018 in einem Blogbeitrag. Ausserdem werden durch das schnelle Abschmelzen der Gletscher grosse Schuttareale freigelegt. Das lockere Gestein kann bei Starkregen als Murgang oder Erdrutsch Täler und Siedlungen gefährden. Laut WWF Schweiz war beim Bergsturz in Bondo im Kanton Graubünden, der im Jahr 2017 acht Menschenleben forderte, der Gletscher «zumindest ein Glied in der Unglückskette».

In der obigen Bildstrecke erfahrt ihr, welche Gletscher in der Schweiz besonders stark von der Gletscherschmelze betroffen sind.

Deine Meinung

73 Kommentare
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Realist

07.07.2020, 19:03

Wenn es keine Gletscher mehr gibt kommt etwas anderes das war füher so und ust heute so wenn dann nach der Hiztezeit wieder die Eiszeit komt gibt es dann wieder Gletscher.

Pazifist

07.07.2020, 18:56

Ich bin für weniger Autofahren. Ich bin genauso für Abgase der Industrie zu verringern. Das sind klare Ziele. Ich frage mich aber manchmal, wieviel das Militär zu dem ganzen Problem beiträgt. Schon nur all die Übungen in extrem grossen Ausmass und Truppenverschiebungen müssen viel beitragen. Wie ist wohl das Verhältnis Militär+Krieg zu Privat+Industrie ..? Denkt darüber nach!

Nick b.

07.07.2020, 16:53

noch lang, so Verschiebungen gibt es seit die Welt besteht. wann begreift ihr das.