Castingshow-Overkill : Wie lange wollen Sie sich das noch ansehen?
Aktualisiert

Castingshow-Overkill Wie lange wollen Sie sich das noch ansehen?

«Das Supertalent», «Popstars», «The X-Factor», «The Voice» - und kein Ende in Sicht. Arrrgh! Wie viele Castingshows ertragen Sie noch? Machen Sie in unserer Umfrage mit!

von
Madeleine Sigrist

Egal, an welchem Wochentag Sie nach 20 Uhr die Flimmerkiste einschalten – auf einem der Privatsender ist immer ein trällernder Teenie oder ein Feuer spuckender Opa zu sehen, der vor einer drei- bis fünfköpfigen Jury um eine glorreiche Zukunft im Rampenlicht kämpft.

Das Castingformat feiert derzeit TV-Hochkonjunktur: Zur Auswahl hat das Fernsehprogramm samstags «Das Supertalent» mit der blondesten Jury der Welt, sonntags «The X-Factor» mit Sarah Connor und Scooter-Frontmann H.P. Baxxter. Donnerstags gibts «The Voice of Germany» auf ProSieben. Die Sing-Show mit Nena, Xavier Naidoo und Co. wird am Folgetag ausserdem in Sat. 1 ausgestrahlt.

Und kaum wird das «Supertalent» auf RTL erkoren sein, sitzt der olle Dieter auch schon wieder in der Jury von «Deutschland sucht den Superstar». Von Heidi Klums Model-Fabrik «Germany's Next Topmodel» wollen wir gar nicht erst anfangen. Ach ja: In Österreich schickt das ORF die Sause «Die grosse Chance» ins Casting-Rennen. Wobei der Schweizer Otto Normalzapper das Format erst kennt, seit Juror Sido dem Society-Reporter Dominic Heinzl eins über die Rübe gezogen hat.

Nach zehn Jahren Castingshows im deutschsprachigen Fernsehen dürfte sich mancher Zuschauer fragen: Gibt es in der Glotze nichts anderes mehr? Ist denn der Hype um singende, Flöten spielende oder modelnde Kandidaten nie vorbei? Und sind wir doch einmal ehrlich: Was ist denn aus den bisherigen Gewinnern der Shows überhaupt noch geworden?

«The Voice» top – «Popstars» flop

Laut dem Medienmagazin DWDL.de befindet sich zumindest «Das Supertalent» mit den glorreichen drei - Dieter Bohlen, Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker – quotentechnisch auf dem absteigenden Ast. Am vergangenen Wochenende erzielte das Format mit 2,61 Millionen 14- bis 49-jährigen Zuschauern und 23,8 Prozent Marktanteil um einiges weniger als noch in der Auftaktsendung. Vor zwei Wochen waren es noch 32 Prozent, also 3,33 Millionen Zuschauer.

«The Voice of Germany» scheint beim jungen Publikum zumindest im Moment noch besser anzukommen: In der Auftaktsendung vom vergangenen Donnerstag konnte ProSieben eine Rekordzahl von 3,49 Millionen Zuschauern für sich gewinnen. Wie schnell sich das Publikum langweilt, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Bitterer sieht es dagegen bei «Popstars» aus. Mit gerade noch 930 000 verbliebenen Zuschauern ging das Finale vom 13. November über die Bühne.

Will heissen: Der Hype um Castingshows ist noch nicht vorbei. Aber: Es geht dem Publikum scheinbar nicht um das Format an sich, sondern um das Konzept der Show. Und womöglich um die mehr oder weniger sympathischen C-Promis, die vom Jurypult aus ihren Senf dazugeben.

Wie stehen Sie zu Castingshows? Schauen Sie sich die Sendungen noch an oder sind Sie bereits gelangweilt? Nehmen Sie hier an unserer Umfrage teil!

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