18.05.2019 16:31

Schweiz auf Platz 15

Wie LGBT-freundlich sind die Länder des ESC-Finals?

Der Eurovision Song Contest findet beim LGBT-Publikum immens viele Fans. Beim Voting gilt aber: Augen auf. Nicht alle Länder sind liberal.

von
kao
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Wie schneiden die ESC-Final-Teilnehmerländer in puncto LGBT-Freundlichkeit ab? Mit Hilfe der ILGA-Europe's 2019 LGBT-friendly list von Rainbow-Europe.org haben wir ein Ranking der europäischen Finalistenländer erstellt (ohne Australien). Berücksichtigt werden beim Rainbow-Ranking verschiedene Faktoren, darunter Gleichstellung und Hasskriminalität. Wer in Sachen LGBT-Rechte Spitzenreiter ist, steht auf Platz 1 – auf Platz 25 findet sich das am wenigsten LGBT-freundliche Land unter den Finalisten.

Wie schneiden die ESC-Final-Teilnehmerländer in puncto LGBT-Freundlichkeit ab? Mit Hilfe der ILGA-Europe's 2019 LGBT-friendly list von Rainbow-Europe.org haben wir ein Ranking der europäischen Finalistenländer erstellt (ohne Australien). Berücksichtigt werden beim Rainbow-Ranking verschiedene Faktoren, darunter Gleichstellung und Hasskriminalität. Wer in Sachen LGBT-Rechte Spitzenreiter ist, steht auf Platz 1 – auf Platz 25 findet sich das am wenigsten LGBT-freundliche Land unter den Finalisten.

epa/Abir Sultan
Platz 25 – Aserbaidschan: Chingiz mit «Truth»Homosexuelle Handlungen sind hier seit 2000 legal. In Aserbaidschan gibt es jedoch noch immer kein Antidiskriminierungsgesetz zum Schutz der sexuellen Orientierung. Gleichgeschlechtliche Ehen werden nicht anerkannt, eingetragene Partnerschaften sind nicht erlaubt.

Platz 25 – Aserbaidschan: Chingiz mit «Truth»Homosexuelle Handlungen sind hier seit 2000 legal. In Aserbaidschan gibt es jedoch noch immer kein Antidiskriminierungsgesetz zum Schutz der sexuellen Orientierung. Gleichgeschlechtliche Ehen werden nicht anerkannt, eingetragene Partnerschaften sind nicht erlaubt.

AP/Ariel Schalit
Platz 24 – Russland: Sergei Lazarew mit «Scream»Homosexuelle Handlungen sind legal. 2013 trat ein Gesetz in Kraft, das jegliche positive Äusserungen über Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen oder über Medien verbietet.

Platz 24 – Russland: Sergei Lazarew mit «Scream»Homosexuelle Handlungen sind legal. 2013 trat ein Gesetz in Kraft, das jegliche positive Äusserungen über Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen oder über Medien verbietet.

epa/Abir Sultan

In Tel Aviv findet derzeit der Eurovision Song Contest statt. Am Samstagabend treten die verbliebenen 26 Nationen im grossen Finale im International Convention Center an. Mit dabei: Luca Hänni für die Schweiz.

Unterstützen kann man den Berner als Schweizer allerdings nur mental. Weder in den Halbfinals noch im Final ist es nämlich erlaubt, für das eigene Land zu voten. Aber Vorsicht: Jene Nation, für die du abstimmst, könnte der Gastgeber des Wettbewerbs im kommenden Jahr sein.

Die Regeln des ESC

Seit Jahren geht es beim grössten Musikwettbewerb der Welt nicht mehr nur um die Musik. Für viele ist das Spektakel zu einem politischen Ereignis geworden – und das, obwohl die Prämisse des Eurovision darin besteht, eben keine politischen Erklärungen abzugeben.

In den Regeln des ESC, die von der EBU (European Broadcasting Union) festgelegt werden, steht etwa, dass «keine Texte, Reden, Gesten politischer, kommerzieller oder ähnlicher Art» erlaubt sind. Verstösse können zu einer Disqualifikation führen.

60 LGBT-Organisationen forderten ESC-Boykott

Der aktuelle Gastgeber Israel sorgte aber schon vorab für eine politische Debatte – schliesslich hegt das Land eine langjährige schwierige Beziehung zu den Palästinensern.

Laut Bild.de forderten aus diesem Grund mehr als 60 LGBT-Organisationen einen Boykott des Wettbewerbs, da sie befürchten, Israel würde LGBT-Rechte als «Instrument der Öffentlichkeitsarbeit zur Verheimlichung seiner Verbrechen an Palästinensern» einsetzen.

Israel ist ein tolerantes Land

Einer der Moderatoren des diesjährigen Eurovision-Song-Contests, Assi Azar (39), ist selbst schwul und erklärte vorab, ein Boykott würde nur eine «Botschaft des Hasses» aussenden.

Israel wurde von der kanadischen Zeitung «Calgary Herald» im Jahr 2011 als eines der schwulenfreundlichsten Länder weltweit bezeichnet und gilt als tolerantestes Land im Nahen Osten.

Ranking der ESC-freundlichsten Länder

Bereits 2001 liess die Nation Homosexuelle durch ein Antidiskriminierungsgesetz schützen. In der israelischen Armee gelten zudem Gesetze zur Gleichbehandlung, die regeln, dass bei einem homosexuellen Paar mit Kindern nie beide Elternteile gleichzeitig eingezogen werden.

Mit der Hilfe der ILGA-Europe's 2019 LGBTI-friendly list von Rainbow-Europe.org geben wir oben in der Bildstrecke einen Überblick, welche Finalisten des diesjährigen Eurovision Song Contest die LGBT-freundlichsten und -unfreundlichsten Länder sind.

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