Aktualisiert 03.08.2012 10:53

Schloss statt PflotschWie man die perfekte Sandburg baut

Viel Geduld, wenig Wasser: Forscher haben herausgefunden, dass die stabilsten Sandtürme einen Wasseranteil von nur einem Prozent haben. Wichtig für eine Mega-Burg ist zudem der Durchmesser der Basis.

Die stabilsten Sandtürme haben einen Wasseranteil von nur einem Prozent. Für ein solches Sandschloss braucht es aber auch Musse, Geduld und Fingerspitzengefühl.

Die stabilsten Sandtürme haben einen Wasseranteil von nur einem Prozent. Für ein solches Sandschloss braucht es aber auch Musse, Geduld und Fingerspitzengefühl.

Ein internationales Forscherteam präsentiert ein Rezept für den Bau der perfekten Sandburg. Was nach Forscher-Spielereien klingt, hat auch praktische Anwendungen. Im grossen Massstab liefern die Ergebnisse Hinweise darauf, wie starker Regen Erdreich verflüssigen und zu Murgängen und Hangrutschungen führen kann.

Als Modell dafür pressten Daniel Bonn von der Universität Amsterdam und Kollegen aus Frankreich und dem Iran Sand in zylindrische Rohre verschiedenen Umfangs. Sie stellten fest, dass ein Wasseranteil von etwa einem Prozent zu den stabilsten Sandsäulen führt, wie sie nun im Fachblatt «Scientific Reports» berichten.

20 Zentimeter dick, 2,5 Meter hoch

Wie jedes Kind weiss, lässt sich eine Sandburg nur aus feuchtem Sand bauen. Die Flüssigkeit stellt winzige Brücken zwischen den Sandkörnern her. Es entsteht ein kapillarer Druck, der zur Anziehung zwischen den Sandkörnern führt. Wie stabil diese Brücken sind, hängt vom Mischverhältnis von Sand zu Wasser ab.

Übersteigt die Sandsäule jedoch eine bestimmte Höhe, knickt sie unter ihrem eigenen Gewicht ein. Je dicker die Basis der Säule ist, desto höher kann sie sein. Mit diesen Messdaten konnten die Wissenschaftler ein Computermodell für die maximale Höhe einer Sandburg erstellen: Mit durchschnittlichem Strand-Sand kann eine 20 Zentimeter dicke Säule etwa 2,5 Meter hoch werden.

Neben dem «Rezept für die perfekte Sandburg» trage die Arbeit zum besseren Verständnis des Verhaltens von Sand-Wasser-Gemischen bei, schreiben die Forscher. In erster Linie seien die neuen Erkenntnisse für die Ziviltechnik und Erdmechanik von Interesse, um etwa den Schutz vor Murgängen zu verbessern.

Haben Sie Fotos von einer perfekten Sandburg? Also nicht Förmchen gefüllt und auf den Kopf gestellt, sondern ein richtig mächtiges, beeindruckendes Sandkunstwerk? Dann schicken Sie Ihre Fotos an community@20minuten.ch!

Die vergängliche Kunst des Sandskulpturen-Bauens:

(sda)

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