E-Sport: Wie man mit Gamen Millionen verdient
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E-SportWie man mit Gamen Millionen verdient

In Asien gibt es professionelle Videospieler, die mit Gamen ihren Lebensunterhalt verdienen. In der Schweiz hingegen ist es kaum möglich, durchs Gamen reich zu werden.

von
Kaspar Wolfensberger

Es klingt nach einem absoluten Bubentraum: Mit dem Spielen von Videogames so richtig viel Geld zu verdienen. Tatsächlich gibt es einige wenige Gamer auf der Welt, denen es gelungen ist, diesen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Am Videospiel-Turnier «The International» in Seattle beispielsweise wurden dieses Jahr knapp 11 Millionen US-Dollar an Preisgeld ausgeschüttet. Die Gewinner aus China nahmen als Hauptpreis eine Million mit nach Hause.

In der Schweiz fast unmöglich

Zwar sind Preisgelder, wie sie bei «The International» ausgeschüttet werden, nach wie vor die Ausnahme. Trotzdem können immer mehr Gamer vom E-Sport leben, wie Videospielwettkämpfe im Fachjargon heissen. Das grosse Geld machen dabei allerdings vor allem Asiaten. Schweizern fällt es bisher schwer, mit dem Gamen ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Was sind die Gründe? Auf diese Frage weiss der 31-jährige Schaffhauser Cem Erbarlas eine Antwort. Er ist ein leidenschaftlicher Spieler von «Dota 2», dem Game, das beim Turnier «The International» gespielt wurde. Erbarlas erklärt: «Das Hauptproblem ist, dass die Löhne in der Schweiz im internationalen Vergleich sehr hoch sind.» Für einen Chinesen sei es sehr attraktiv, viel Zeit ins Gamen zu investieren, um eines Tages vielleicht 5000 Dollar pro Monat zu verdienen - in China ein Vielfaches eines normalen Angestelltenlohns. Im Gegensatz dazu sei ein solcher Betrag in der Schweiz nichts Besonderes.

Schweizer Markt zu klein

Ein weiteres Problem ist laut Erbarlas, dass der Schweizer Markt zu klein ist. Die Produzenten der Videogames oder die Hardwarehersteller hätten kaum Interesse, Schweizer Spieler zu unterstützen. Darum gebe es in der Schweiz auch noch keine grossen Turniere.

Das zu ändern, ist eines der Ziele von Erbarlas neuer Plattform swissdotacommunity.ch, die er mit Gleichgesinnten im Juni gegründet hat. «Wir wollen in Zukunft auch in der Schweiz grosse, professionelle Turniere organisieren und den Gaming-Standort stärken», sagt der 31-Jährige.

Derzeit nehmen nur 25 Spieler aus der Schweiz regelmässig an verschiedensten Gaming-Wettkämpfen teil. Am meisten verdiente dieses Jahr der jurassische «Counter Strike»-Spieler Mathieu Quiquerez, wie die «Handelszeitung» berichtet. Er konnte Preisgelder im Wert von gut 13'000 Dollar einheimsen.

Volle Stadien in Südkorea

Ganz andere Verhältnisse herrschen in Asien. In Südkorea beispielsweise gibt es professionelle Ligen inklusive Wettkampfstadien, die bei wichtigen Partien jeweils ausverkauft sind. Auch Fernsehsender übertragen die Spiele live, weshalb es Gamer-Mannschaften leichtfällt, Sponsoren zu finden und Fan-Artikel zu verkaufen.

In Südkorea ist dabei vor allem das Strategiespiel «Starcraft» beliebt, bei dem Spieler Truppenverbände aufbauen müssen, die dann gegeneinander in die Schlacht ziehen. Im Gegensatz dazu ist «Dota 2» nicht nur in Südkorea, sondern auch in China, den Vereinigten Staaten, Schweden, Deutschland und Russland verbreitet.

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