Aktualisiert 16.03.2017 19:47

Selbsttest

Wie raucht man eigentlich Pfeife?

Pfeife rauchen ist bei Jungen im Trend. Für 20 Minuten hat eine Nichtraucher-Redaktorin gelernt, wie man eine Pfeife raucht.

von
Laly Zanchi

Pfeiferauchen im Selbsttest.
Video: Alice Grosjean. Schnitt: Alice Grosjean, Laly Zanchi
Musik: Cool Struttin' (Purpleplanetmusic); Sidewalk Shade, Kevin MacLeod (Incompetech.com)

Junge Frauen und Männer finden zunehmend Gefallen am Pfeiferauchen. Ich habe meine bisher teerfreien Nichtraucherlungen aufs Spiel gesetzt, um zu erfahren, ob der Pfeifentabak auch so gut schmeckt wie er riecht.

Dazu habe ich mich auf den Weg zu Bender Zigarren in Zürich-Oerlikon gemacht. Andreas Gugger, der den alteingesessenen Laden zusammen mit seiner Frau leitet, hat mir einige Tipps für Pfeifen-Anfänger verraten (siehe Video).

Auf der Zunge wie ein alter Käse

Das Anzünden war eine echte Herausforderung. Ich versuchte zunächst, die Pfeife mit vielen kleinen Zügen anzuheizen, was laut Gugger genau verkehrt ist. Leichte, etwas längere Züge in regelmässigen Abständen funktionieren am besten.

Sobald ich den Rauch nicht mehr in die Lunge atmete, war die Pfeife eigentlich ganz angenehm. Der Geschmack lag irgendwo zwischen dem Geruch von rohem Tabak (den ich persönlich gerne mag) und dem Geruch von Zigarettenrauch (nicht so lecker). Seltsam war das leichte Stechen, das ich auf der Zunge verspürte. Als würde man einen sehr alten, rässen Käse essen.

Eine Gandalf-Pfeife für 200 Franken

Zur Raucherin bekehrt hat mich die Erfahrung aber trotzdem nicht. Der Aufwand und die Lernkurve sind ziemlich hoch. Der Geschmack war anfänglich interessant, nach etwa fünfzehn Minuten wollte ich ihn aber nicht mehr auf der Zunge haben. An der Stelle noch ein Tipp von mir: Versucht nicht, den Rauchgeschmack mit Coca-Cola auszuwaschen. Das war so ziemlich das Widerlichste, das ich je geschmeckt habe. Auch meine Kleider und vor allem die Hände rochen noch stundenlang nach Rauch.

Wer das Pfeifenrauchen selbst einmal probieren will, muss auch etwas Geld in die Hand nehmen. Laut Gugger kostet eine gute Anfängerpfeife schon um die 90 Franken. Bei sehr guter Pflege kann diese einem aber auch einige Jahre erhalten bleiben. In seinem Laden findet man allerhand schöne und kuriose Pfeifen. Zum Beispiel eine aus Meerschaum (eine Art Koralle), die aussieht wie eine alte Büste. Einige der handgemachten Unikate kosten sogar bis zu 700 Franken. Mein persönlicher Favorit war aber die Replika von Gandalfs Pfeife aus «Herr der Ringe»-Filmen. Hätte sie nicht 200 Franken gekostet, stünde sie jetzt wahrscheinlich auf meinem Pult.

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