Alle Informationen zur Superliga - Barça-Goalie Ter Stegen verteidigt Superliga teilweise

Alle Informationen zur SuperligaBarça-Goalie Ter Stegen verteidigt Superliga teilweise

Zwölf europäische Spitzenclubs wollen eine Superliga gründen. Die Uefa und die Fifa sind entsetzt. Alle Informationen dazu im Ticker.

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Ressort Sport

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Donnerstag, 06.05.2021

Ter Stegen will Superliga-Pläne «nicht pauschal verurteilen»

Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona ist im Gegensatz zu den meisten Profis und Beobachtern kein entschiedener Gegner der gescheiterten Super League. «Ich möchte die Pläne nicht gutheissen, aber auch nicht pauschal verurteilen», sagte der Goalie im Interview von Sport1. «Ich habe mich mit dem Thema nicht allzu sehr beschäftigt», räumte der 29-Jährige ein.

Er verstehe zwar «den Unmut der Leute» – «aber es muss nicht zu einer Feldinvasion kommen», meinte der frühere Mönchengladbacher in Anspielung auf die jüngste Absage des Premier-League-Spiels zwischen Manchester United und dem FC Liverpool wegen eines Platzsturms der Heim-Fans aus Protest gegen die Super-League-Pläne.

Von den zwölf Superliga-Mitgründern hält an den Plänen zur Schaffung des neuen Wettbewerbs neben Real Madrid und Juventus Turin auch der FC Barcelona weiter fest. Auf die Frage, ob er deshalb Strafen der Uefa befürchte, sagte ter Stegen nur: «Ich weiss nicht, was gewisse Leute für eine Macht haben.» (dpa)

Montag, 26.04.2021

Italienischer Fussballverband erlässt Anti-Superliga-Regel

Italiens Fussballverband FIGC hat eine Anti-Superliga-Klausel in sein Regelwerk aufgenommen, wonach Vereine mit konkurrierenden Plänen künftig leichter ausgeschlossen werden können. Nach der Vorschrift sollen sich Vereine, die an privaten Wettbewerben teilnehmen, die von der Uefa und der Fifa nicht anerkannt sind, nicht mehr für nationale Ligen registrieren dürfen, wie der Verband am Montag mitteilte. Dies sei eine der Entscheidungen, die auf der aktuellen Sitzung des FIGC-Rates getroffen wurde.

«So ist klar, wenn jemand zum Ablaufdatum der Bewerbungen am 21. Juni an privaten Wettbewerben teilnehmen will, dann wird er nicht an unserer Meisterschaft teilnehmen», wurde FIGC-Präsident Gabriele Gravina in der Mitteilung zitiert. Zwölf europäische Topclubs, darunter sechs aus der englischen Premier League, hatten vor rund einer Woche mit der Veröffentlichung ihrer Superliga-Pläne für Aufregung gesorgt. Aus Italien gehörten die Vereine Inter Mailand, AC Mailand und Juventus Turin dazu. (dpa)

Sonntag, 25.04.2021

Wie Real und Barça abkassieren wollten

Nach dem blitzartigen Scheitern der Superliga werden immer mehr Details über die Liga bekannt. Mit kuriosen Finanz-Klauseln.

Der «Spiegel» veröffentlichte nun Passagen aus dem 167-seitigen Gründungsvertrag, die zeigen, wie ungleich die Milliarden in der Superliga verteilt werden sollten und dass sich Real Madrid und der FC Barcelona sogar Extra-Zahlungen von den anderen Clubs zusichern liessen.

Aufteilung der Milliarden

Die US-Bank JP Morgan wollte 3,5 Milliarden Euro in die Eliteliga pumpen. Diesen Betrag sollten sich die 15 Gründungsvereine dann aufteilen. Letztendlich kamen allerdings nur zwölf Gründungsvereine zusammen. Bayern München, Paris St.-Germain und Borussia Dortmund waren offensichtlich als weitere Gründungsmitglieder geplant gewesen.

Der Verteilungsschlüssel sah demnach allerdings zwei Klassen von Teams vor. Die Top-Elf (Manchester United, Manchester City, Liverpool, Chelsea, Arsenal, Real Madrid, Barcelona, Atletico, Juventus, PSG und die Bayern) hätten jeweils 7,7 Prozent des Antrittsgeldes erhalten. Das wären 238,5 Millionen Euro. Für die verbleibenden vier Teams (Tottenham, Inter Mailand, AC Milan und Dortmund) wären nur 3,8 Prozent geblieben - bloss 117 Millionen Euro. Somit hätten die Münchner zum Beispiel mehr als doppelt so viel kassiert wie der BVB.

Für Real und Barça war darüber hinaus im umfangreichen Vertragswerk eine zusätzliche Prämie vorgesehen. Die beiden spanischen Clubs sollten in den ersten beiden Saisonen jeweils 30 Millionen Euro extra kassieren - macht 60 Millionen Euro mehr als der Rest der Eliteliga. Die beiden Clubs haben bisher als einzige Vereine das Superliga-Projekt weiterhin befürwortet. (heute.at/erh)

Superliga-Idee für Bayern-Boss Rummenigge «endgültig erledigt»

Die Superliga ist nach Ansicht von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge trotz des Festhaltens einiger Clubs an dem Projekt definitiv gescheitert. «Das Thema ist endgültig erledigt. Das war ein Warnschuss», sagte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Rekordmeisters der «Bild am Sonntag». Es sei letztendlich «vielleicht sogar gut gewesen», dass der Wirbel um die neue Liga die Welt innerhalb weniger Tage drastisch in Aufruhr versetzt habe.

So hätten auch die Geschäftsleute im Fussball verstanden, «dass der Fussball etwas anders tickt als nur geschäftlich», sagte Rummenigge. Von den zwölf Gründungsclubs der Super League hatten Real Madrid, Juventus Turin, der FC Barcelona und AC Mailand bislang noch keine Absichten zum Ausstieg aus dem Projekt verkündet. (dpa)

Samstag, 24.04.2021

«Wir waren von seiner Gewalt überrascht»

Im Streit um die Superliga hat Real Madrids Präsident Florentino Pérez Uefa-Chef Aleksander Ceferin «ungesundes» Verhalten vorgeworfen. «Alles, was passiert ist, war bedauerlich, mit Beleidigungen und Drohungen. Wir waren von seiner Gewalt überrascht», sagte der Boss der Super League in einem Interview der Sportzeitung «AS» vom Samstag. Die Drohung Ceferins, alle Clubs von künftigen Europacup-Wettbewerben auszuschliessen, die an der Super League festhalten, verstosse klar gegen die Regeln des freien Wettbewerbs.

«Das ist sehr ernst», sagte der Real-Boss und verwies auf eine Gerichtsentscheidung vom vergangenen Dienstag. Ein Richter in Madrid hatte den internationalen Verbänden Fifa und Uefa sowie den angeschlossenen Organisationen und Ligen im Rahmen eines vorläufigen Rechtsschutzes jede Sanktion oder andere Massnahme gegen die zwölf Gründerclubs untersagt. Die Initiative für den Elite-Wettbewerb sei nicht gescheitert. Einige Clubs hätten wegen des öffentlichen Drucks einen Rückzieher gemacht, aber sie hätten einen bindenden Vertrag unterzeichnet.

Die gerade beschlossene Reform der Champions League löse die finanziellen Probleme der Clubs überhaupt nicht und komme mit 2024 auch viel zu spät, sagte Pérez. Er zeigte sich aber gesprächsbereit. Man müsse noch mal alle Ideen durchgehen. «Vielleicht wäre es eine Lösung, wenn immer die vier besten Clubs der nationalen Ligen teilnehmen», schlug Pérez vor. Aber etwas müsse geschehen, denn sonst würden sich die jungen Fans zwischen 14 und 24 Jahren aus Langeweile vom Fussball abwenden. (dpa)

Hat Putin Chelsea aus der Superliga zurückgepfiffen?

Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch soll gemäss «Süddeutscher Zeitung» am Montag für seine Superliga-Pläne eine unmissverständliche Ansage aus Moskau bekommen haben. Der Kreml, also allen voran Präsident Wladimir Putin, sei «not amused» gewesen. Denn so ist der russische Staatskonzern Gazprom ist Hauptsponsor der Champions League - und soll das bleiben. Das weltweit grösste Erdgasförderunternehmen unterstützt auch Zenit St. Petersburg. Und dieser möchte immerhin den Zugang zur Champions League behalten.

Politisch motiviert könnte ebenfalls der Ausstieg beziehungsweise Rückzug des Premier-League-Vertreters Manchester City aus der Superliga sein. Der Club gehört der Abu Dhabi United Group. Und so die Scheichs haben nach Recherchen offensichtlich festgestellt, dass das Milliarden-Startgeld der Superliga nicht von der US-Bank JP Morgan, sondern aus dem Nachbarland Saudi-Arabien fliesst. Mit diesem ist Abu Dhabi zwar nicht verfeindet wie Katar, dennoch stehen das nicht immer liberale und nicht sehr weltoffene Image Saudi-Arabiens im Widerspruch zu den eigenen Werten. (erh)

Nächste Woche Gespräche über Strafe

Uefa-Präsident Alexander Ceferin hat für kommende Woche weitere Debatten über mögliche Bestrafungen der verbliebenen Mitgründer der Superliga angekündigt. «Wir warten noch auf rechtliche Einschätzungen und dann werden wir dies sagen. Aber jeder muss die Konsequenzen für seine Entscheidungen tragen und sie wissen das», sagte der Chef der Europäischen Fussball-Union Uefa in einem Interview der Nachrichtenagentur AP.

Bei der Sitzung des Uefa-Exekutivkomitees am vergangenen Freitag sei man übereingekommen, sich mit den betroffenen nationalen Verbänden und Ligen in Verbindung zu setzen. «Das werden wir nächste Woche machen. Es wäre gut, wenn wir sehen würden, was bestimmte Ligen tun können, was die Verbände tun können und was die Uefa tun kann», sagte der 53 Jahre alte Slowene. Es sei absolut klar, dass die Vereine entscheiden müssten, ob sie «in der Super League oder ein europäischer Verein» seien. «Wenn sie in der Superliga sind, dann können sie natürlich nicht in der Champions League sein.»

Damit bezog sich Ceferin auf die Mitinitiatoren Real Madrid und Juventus Turin sowie den FC Barcelona und den AC Mailand, die bisher offiziell noch keine Absichten zum endgültigen Ausstieg aus dem Projekt verkündeten. «Für mich ist es eine andere Situation bei den Vereinen, die ihren Fehler zugegeben und gesagt haben: «Wir werden dieses Projekt verlassen». (dpa)

Freitag, 23.04.2021

Zidane hält Ausschluss aus Champions League für «absurd»

Der Trainer von Real Madrid, Zinedine Zidane, hat einen möglichen Ausschluss aus der Champions League wegen des Festhaltens seines Fussballclubs am Projekt der Superliga als «absurd» zurückgewiesen. «Eine Bestrafung ist unlogisch. Wir haben ein Recht, in der Champions zu spielen, und wir werden das tun», sagte er am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Zidane reagierte damit auf die Drohung von Uefa-Chef Aleksander Ceferin, Mitgründer der Superliga, die keinen offiziellen Rückzug vollziehen, könnten von künftigen Europacup-Wettbewerben ausgeschlossen werden. «Wer in Zukunft weiterhin an einer Superliga-Firma beteiligt ist, wird nicht in Uefa-Wettbewerben spielen können», sagte der Präsident der Europäischen Fussball-Union dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel».

Real Madrids Clubchef Florentino Pérez als Initiator der Superliga will – wie wohl mindestens drei weitere Mitgründer – das Projekt nicht aufgeben und auch die anderen Partner nicht aus ihren Verträgen entlassen. Die Uefa hatte den zwölf Clubs, die in der Nacht zum Montag mit der Veröffentlichung ihrer Superliga-Pläne Fussball-Europa geschockt hatten, zunächst mit harten Strafen gedroht. Bei der Sitzung der Uefa-Exekutive am Freitag wurden jedoch nach dem schnellen Kollaps der Pläne keine Sanktionen ausgesprochen. (dpa)

Spielen Celtic Glasgow und die Rangers bald in der Premier League?

Nachdem die Superliga-Pläne von Fans auf der ganzen Welt zerschlagen wurden, gibt es nun einen neuen Plan, zumindest für die Premier League. Es wird diskutiert, ob die beiden schottischen Traditionsvereine Celtic Glasgow und die Glasgow Rangers zukünftig in der Premier League spielen. Im Gegensatz zur Superliga, könnte das von der Uefa, der Fifa und der britischen Regierung gutgeheissen werden.

Sogar die Vereine in der Schottischen Premier League wären bereit, sich von den beiden dominanten Kräften nördlich der Grenze zu verabschieden, weil sie dadurch eine realistische Chance auf den Titelgewinn und die Qualifikation für die neu gestaltete Champions League hätten, schreibt The Sun. Eine nicht genannte Quelle eines Clubs sagt weiter: «Unabhängig davon, ob die Super League kommen wird oder nicht, sind wir alle der Meinung, dass die Premier League verändert und verbessert werden muss.»

Donnerstag, 22.04.2021

Barça bleibt

In der Frage der umstrittenen und vorerst offenbar gescheiterten Superliga ziehen die beiden spanischen Fussball-Giganten und Erzrivalen Real Madrid und FC Barcelona weiter an einem Strang. Nach Real-Präsident Florentino Pérez sprach sich am Donnerstag auch Barcelona-Boss Joan Laporta energisch für die Einführung des neuen europäischen Wettbewerbs aus. «Die Superliga ist nötig. Es ist absolut nötig, dass wir grosse Clubs, die einen beträchtlichen Teil der Ressourcen beitragen, auch ein Wort mitreden bei der Verteilung der Einnahmen», sagte Laporta dem katalanischen Fernseh-Sender TV3. Der Plan sei noch auf dem Tisch. «Er existiert».

Man sei aber «offen für einen offenen Dialog mit der UEFA», betonte der Chef des Clubs von Lionel Messi und Nationaltorwart Marc-André ter Stegen. Laporta äusserte sich optimistisch, dass man eine Einigung werde erreichen können, die alle Seiten zufriedenstellt. Man strebe weder die Abschaffung der nationalen Ligen noch der Kriterien des sportlichen Verdienstes an. «Aber wir brauchen mehr Ressourcen, damit dies (der Fussball) eine grossartige Show bleibt». Vor allem die «sehr hohen Gehälter» der Spieler seien eine grosse Last für die Top-Clubs.

Spaniens Profi-Liga teilte unterdessen mit, es werde keine Sanktionen gegen die drei Superliga-Gründerclubs des Landes geben. Atlético Madrid war am Dienstag abgesprungen. «Wir erwägen keine Sanktionen. Alle wollen, dass nun Köpfe rollen, aber wir haben unsere Abläufe», sagte Liga-Chef Javier Tebas. Die betroffenen Clubs seien «von den eigenen Fans schon genug bestraft» worden. «Ihr Ruf ist beschädigt.» (dpa)

United-Fans stürmen Clubgelände und blockieren Spielfelder

Der englische Premier-League-Club war einer von zwölf Vereinen, der als Gründungsmitglied die mittlerweile zerbrochene Superliga startete. Nach heftigen Fan-Protesten hat United dann in der Nacht auf Mittwoch, wie alle anderen englischen Clubs, den Rückzug aus der milliardenschweren Liga angekündigt. Geschäftsführer und Superliga--Vizevorstand Ed Woodward hatte daraufhin seinen Rücktritt mit Jahresende angekündigt.

Doch das ist den Fans nicht genug. Am Donnerstagvormittag hatten United-Anhänger das Trainingsgelände gestürmt. Die frustrierten Fans blockierten Eingänge, hängten Transparente auf und belagerten schließlich Trainingsfelder. Spieler waren dabei nicht anwesend.

Der Zorn der Fans richtete sich gegen Besitzer Joel Glazer. Die US-Eigentümerfamilie, die United 2003 übernommen hatte, ist den Fans schon länger ein Dorn im Auge. «Raus mit den Glazers» war auf Transparenten zu lesen gewesen. Genauso wie: «Wir entscheiden, wo ihr spielt.» (nih)

Uefa-Präsident Ceferin greift Real-Präsidenten Pérez an

Nach dem Aus der umstrittenen Superliga hat Uefa-Präsident Aleksander Ceferin Real Madrids Präsidenten Florentino Pérez massiv angegriffen. «Pérez ist der Präsident einer Superliga, die es nicht gab, und derzeit ist er der Präsident von nichts. Mir ist seit langem klar, dass er keinen Uefa-Präsidenten wie mich will. Das ist nur ein noch grösserer Anreiz für mich zu bleiben», sagte der 53-Jährige dem slowenischen Fernsehsender Pop TV. «Er hätte gerne einen Uefa-Präsidenten, der ihm gehorcht, der ihm zuhört, der tut, was er will.»

Zwölf europäische Spitzenclubs, darunter Real Madrid, hatten in der Nacht zum Montag die Gründung einer milliardenschweren Superliga angekündigt. Diese stünde in direkter Konkurrenz zur Champions League der Europäischen Fussball-Union Uefa. Nach massiven Fanprotesten hatten sich die sechs englischen Clubs, die drei italienischen sowie Atlético Madrid von den Plänen des Projekts aber wieder abgewandt.

«Eine Superliga hat es meiner Meinung nach nie gegeben. Es war der Versuch, eine Phantom-Liga der Reichen zu gründen, die keinem System folgen würde, die den Pyramidenaufbau des Fussballs in Europa nicht berücksichtigen würde, nicht seine Kultur, Tradition oder Geschichte», sagte Ceferin. Er habe an die Macht des Fussballs geglaubt: «Fussball kann beträchtliche soziale Bewegungen auslösen, und ich war mir sicher, dass dies in England der Fall sein würde. Nach den Reaktionen von Boris Johnson, Emmanuel Macron und Viktor Orban sowie der Europäischen Kommission war mir klar, dass dies schnell zu Ende sein würde.» (nih/dpa)

Zukunft von Juve-Boss Agnelli nach Superliga-Fiasko im Fokus

Nach dem Aus für die Superliga wächst der Druck auf den Mitinitiator des Projekts und Präsidenten des italienischen Fussball-Rekordmeisters Juventus Turin, Andrea Agnelli. Italienische Medien spekulierten am Donnerstag über die Zukunft des Juve-Bosses. Einen Tag zuvor hatte er eingeräumt, dass man mit der Superliga nicht mehr weitermachen könne, nachdem sich die englischen Clubs von dem Projekt abgewandt hatten. Später folgten die drei italienischen Clubs Inter und AC Milan sowie die letztlich auch Juventus Turin.

Agnelli hatte auch gesagt, dass er sich nun voll auf Juve konzentrieren wolle. Durch den Vorstoss mit dem Superliga-Projekt hatte der 45-Jährige allerdings viele in der Uefa und der Fifa verärgert und gleichzeitig sein Amt als wichtiger Uefa-Sportfunktionär aufgegeben. Ein Rücktritt bei Juve schien zwar unwahrscheinlich. Dennoch brachten mehrere Medien den Cousin Agnellis, Alessandro Nasi, als möglichen Nachfolger ins Spiel. Bewegung in etwaige Personaldebatten könnte der «Gazzetta dello Sport» zufolge im Mai nach der Meisterschaft in der Serie A kommen. (nih/dpa)

«Superliga ist noch nicht gescheitert» – Real-Präsident glaubt weiter an das Projekt

Die Superliga ist nach Meinung von Real Madrids Präsidenten Florentino Peréz noch nicht gescheitert. «Da liegen sie komplett falsch», sagte er in Richtung der Kritiker, die das Projekt für erledigt erklärt haben, in einem am frühen Donnerstagmorgen ausgestrahltem Radio-Interview von SER, über das die Zeitung «Marca» berichtete. Er denke nicht, dass die anderen Fussball-Clubs die Superliga verlassen haben. «Es ist klar im Vertrag, dass du nicht gehen kannst», sagte Peréz.

Tagsüber hatte Juve-Boss Andrea Agnelli auf die Frage, ob man das Projekt jetzt noch fortsetzen könne, geantwortet: «Um ehrlich und aufrichtig zu sein, nein, das ist offensichtlich nicht der Fall.» Peréz ist laut Mitteilung Vorstand der Superliga, Agnelli einer der beiden Stellvertreter.

Die sechs beteiligten Teams aus England, die drei aus Italien sowie Atletico Madrid hatten zwischen Dienstagabend und Mittwoch ihren Rückzug von dem Vorhaben erklärt. Keine entsprechende Ankündigung gibt es von Real und dem FC Barcelona. Die zwölf Teams hatten sich in der Nacht zum Montag als Gründungsmitglieder der Super League zu erkennen gegeben und damit einen Angriff auf die Uefa und deren Champions League gestartet, der für massive Kritik gesorgt hatte. (nih/dpa)

Mittwoch, 21.04.2021

Atlético, Inter und die AC Milan sind definitiv out

Nach den sechs englischen Vereinen hat auch der spanische Topclub Atlético Madrid seinen Rückzug aus dem umstrittenen Projekt zur Gründung der europäischen Superliga bekanntgegeben. Der Verwaltungsrat des Clubs sei am Mittwoch zusammengekommen und habe diese Entscheidung getroffen, teilte Atlético mit.

Für den Verein sei die «Eintracht zwischen allen Angehörigen der rotweissen Familie das Wichtigste», hiess es. Es gehe vor allem aber um die Wünsche der Fans. Die Spieler und der Trainerstab um Chefcoach Diego Simeone seien mit der Entscheidung zufrieden, wurde betont. Sie seien der Überzeugung, dass «die sportlichen Verdienste Vorrang vor allen anderen Kriterien haben müssen».

Inter Mailland zog sich ebenfalls zurück. Der Club sei nicht mehr Teil des Projekts, teilte der aktuelle Tabellenführer der Serie A am Mittwoch mit. Man wolle den Fans stets das beste Fussballerlebnis bieten. Inter sei der Ansicht, dass der Fussball ein Interesse daran haben müsse, seine Wettbewerbe ständig zu verbessern, um Fans aller Altersgruppen auf der ganzen Welt im Rahmen zu begeistern, hiess es weiter.

Am Nachmittag distanzierte sich auch der Stadtrivale AC Milan von den Plänen. «Die Stimmen und Sorgen der Fans auf der ganzen Welt waren mit Blick auf die Superliga stark und klar», teilte der Club mit. Man werde dennoch weiter daran arbeiten, ein nachhaltiges Modell für die Welt des Fussballs zu bestimmen.

Das ist das Ende der Superliga

Juve-Präsident Andrea Agnelli hat sich gegenüber Reuters geäussert, dass die Superliga so nicht weiter existieren kann, wenn die sechs englischen Clubs nicht mitmachen. Auf die Frage, ob die Superliga so noch machbar sei, sagte Agnelli: «Um offen und ehrlich zu sein, nein, das ist offensichtlich nicht der Fall.» Das Ende der Superliga ist somit erreicht.

Noch am Mittwochmorgen wurde berichtet, dass der Italiener weiter an die neue Liga glaube. «Zwischen unseren Clubs gibt es eine Blutsbrüderschaft, wir machen weiter», zitierte «La Repubblica» Agnelli.

Der 45-Jährige sagt nach der Absage der Superliga aber auch, dass das Projekt in anderer Form weitergeführt werde. Und Agnelli bestätigte zudem, dass er nicht als Juventus-Boss zurücktreten werde.

Liverpool-Eigentümer entschuldigt sich

Der US-Geschäftsmann und Eigentümer des englischen Erstligisten FC Liverpool, John W. Henry, hat sich für die Teilnahme an Plänen zur Superliga entschuldigt. «Ich möchte mich bei allen Fans des FC Liverpool für die entstandenen Brüche in den vergangenen 48 Stunden entschuldigen», sagte er in einem am Mittwoch auf Twitter verbreiteten zweieinhalb Minuten langen Video. Es sei klar gewesen, dass das Projekt nie ohne die Unterstützung der Fans überlebensfähig sein werde. «Ihr habt in diesen 48 Stunden klar gemacht, dass es keinen Bestand haben wird», so Henry.

Auch bei Trainer Jürgen Klopp, den Spielern und «jedem, der so hart daran arbeitet, unsere Fans stolz zu machen» wolle er sich entschuldigen, fuhr der Investmentmanager fort.

Uefa-Präsident lobt Clubs für Rückzug

Uefa-Präsident Aleksander Ceferin hat den Rückzug der englischen Vereine aus der geplanten Superliga begrüsst und hofft auf eine dauerhafte Kooperation mit den Fussball-Spitzenclubs. «Ich habe gestern gesagt, dass es bewundernswert ist, einen Fehler zuzugeben, und diese Vereine haben einen grossen Fehler gemacht», sagte der Slowene.

«Aber sie sind jetzt wieder in der Reihe und ich weiss, dass sie nicht nur unseren Wettbewerben, sondern dem gesamten europäischen Spiel viel zu bieten haben», betonte der 53-Jährige.

Ceferin will offenbar von unmittelbaren Konsequenzen für die einsichtigen Abweichler absehen. «Das Wichtigste ist jetzt, dass wir weitermachen, die Einheit, die das Spiel zuvor genossen hat, wieder aufbauen und gemeinsam vorankommen», sagte der Chef des Kontinentalverbandes. Als Drohkulisse hatte er zuvor selbst einen Ausschluss aus der noch laufenden Europapokal-Saison und eine EM- und WM-Sperre für alle Profis der Clubs ins Spiel gebracht.

Agnelli glaubt weiter an die Superliga

Trotz des Rückzugs einiger Topclubs glaubt der Präsident des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin weiter an das Projekt der Superliga. «Zwischen unseren Clubs gibt es eine Blutsbrüderschaft, wir machen weiter», sagte Andrea Agnelli im Interview der Zeitung «La Repubblica». Die Möglichkeit auf einen Erfolg des Projekts bestehe zu 100 Prozent. Das Vorhaben ist nach Ansicht Agnellis rechtens und man sei zum Dialog mit den Verbänden Uefa und Fifa bereit.

Agnelli verteidigte die Superliga zudem gegen den Vorwurf, ein elitäres Projekt zu sein. Man wolle den schönsten Wettbewerb der Welt damit erschaffen, die Verteilung von Mitteln an die Clubs erhöhen und jedes Jahr fünf Plätze für andere offen lassen, die im Austausch mit den Fussballinstitutionen festgelegt werden.

Superliga will Pläne nicht aufgeben

Die Pläne von zwölf europäischen Topclubs für die Superliga League sind zumindest fürs Erste krachend gescheitert – trotz des Rückzugs der sechs englischen Vereine wollen die Macher ihr umstrittenes Milliarden-Projekt aber offenbar durchziehen. «Wir schlagen einen neuen europäischen Wettbewerb vor, weil das bestehende System nicht funktioniert», heisst es in einem am Mittwoch verbreiteten Statement. Ungeachtet des angekündigten Ausscheidens der Premier-League-Vereine «sind wir überzeugt, dass unser Vorschlag vollständig mit den europäischen Gesetzen und Vorschriften in Einklang steht», wird darin betont.

«Angesichts der aktuellen Umstände werden wir die am besten geeigneten Schritte zur Neugestaltung des Projekts überdenken und dabei stets unser Ziel im Sinn haben, den Fans die bestmögliche Erfahrung zu ermöglichen und dabei die Solidaritätszahlungen für die gesamte Fussballgemeinschaft zu erhöhen», wird in dem Statement betont. Die Superliga sei davon «überzeugt, dass sich der aktuelle Status quo des europäischen Fussballs ändern muss».

Zuvor hatten sich die Reihen der Rebellen gelichtet. Als erster der Initiatoren hatte Manchester City am Dienstagabend seine Teilnahme wieder abgesagt. Spieler, Fans und Experten waren erleichtert. Sie zeigten ihre Erleichterung auf Social Media.

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