Studie der Uni Bern  – Wie risikofreudig du bist, zeigt sich daran, wie du schläfst 

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Studie der Uni Bern Wie risikofreudig du bist, zeigt sich daran, wie du schläfst 

Eine Studie der Uni Bern zeigt: An den Gehirnwellen während des Tiefschlafs lässt sich in einem Gehirnareal ablesen, wie risikofreudig jemand im Alltag ist. 

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Die langsamen Hirnwellen im Tiefschlaf geben Auskunft darüber, wie risikofreudig eine Person ist.

Die langsamen Hirnwellen im Tiefschlaf geben Auskunft darüber, wie risikofreudig eine Person ist.

Pixabay
Dies zeigt eine Studie der Universität Bern.

Dies zeigt eine Studie der Universität Bern.

20min/Simon Glauser
Mittels EEG-Elektroden erhoben Forschende Schlafdaten von 54 Probandinnen und Probanden.

Mittels EEG-Elektroden erhoben Forschende Schlafdaten von 54 Probandinnen und Probanden.

Uni Bern

Darum gehts

Ob im Strassenverkehr, beim Aktienkauf oder im Sexualverhalten: Täglich treffen wir unzählige Entscheidungen, bei denen wir unterschiedliche Risiken eingehen. Eine Studie der Universität Bern, die in der Fachzeitschrift «NeuroImage» veröffentlicht wurde, zeigt nun: Wie risikofreudig wir sind, lässt sich auch an unserem Schlaf ablesen. Konkret: Je weniger langsame Hirnwellen jemand im Tiefschlaf über dem rechten Präfrontalkortex aufweist, desto risikofreudiger handelt er oder sie. Diese Region in der Grosshirnrinde sei «unter anderem wichtig für die Fähigkeit, die eigenen Impulse zu kontrollieren», lässt sich Neurowissenschaftlerin Daria Knoch in einer Mitteilung zitieren.

Langsame Hirnwellen treten im Tiefschlaf auf und stehen für gute Schlafqualität und Regeneration, schreibt die Uni Bern weiter. Die Aktivität dieser «Slow Waves» in den verschiedenen Hirnregionen sei sehr individuell und weise eine hohe zeitliche Stabilität auf; jede Person habe demnach ihr ganz persönliches neuronales Schlafprofil. 

Um herauszufinden, ob dieses Profil etwas über die Risikofreudigkeit einer Person aussagt, erhob das Forschungsteam Schlafdaten von 54 Probandinnen und Probanden. Der Hang zum Risiko wurde in einem Computerspiel um echtes Geld eruiert: Die Teilnehmenden mussten sich entscheiden, wie weit sie mit einem Auto fahren, im Wissen, dass irgendwann eine Mauer auftauchen wird, mit der das Auto kollidiert. Mit jedem gefahrenen Meter verdiente man mehr Geld, steigerte aber auch das Risiko eines Crashs.

Schlafdauer hat keinen Einfluss

Die Studie zeige, dass die Schlafdauer in Bezug auf die Risikofreudigkeit keinen Einfluss habe, sagt Studienleiterin Lorena Gianotti: «Vielmehr ist ausschlaggebend, dass der Tiefschlaf insbesondere in den ‹richtigen› Hirnregionen stattfindet – hier also im Areal, welches für die Fähigkeit zur Impulskontrolle steht.»

Gesundheitsökonomische Untersuchungen zeigen, dass risikoreiches Verhalten enorme gesundheitliche und auch finanzielle Folgen haben könne, schreibt die Uni. Deshalb sei es laut den Forschenden wichtig, die Mechanismen der Risikobereitschaft besser zu verstehen.  Auf dieser Grundlage könnten künftig Massnahmen definiert werden, um negative Konsequenzen möglichst zu vermeiden. «Unsere Erkenntnisse können gewinnbringend in gezielte Interventionen einfliessen. In Bezug auf Schlaf sind Schlafforschende bereits daran, Techniken zu entwickeln, mit denen sich die Slow Waves gezielt modulieren lassen», so Knoch.

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(sul)

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