04.06.2019 10:20

Zelltod

Wie schädlich E-Zigis sind, hängt auch vom Aroma ab

Sie gelten als weniger schädlich als Zigaretten. Doch je länger, je mehr zeigt sich: Auch der Dampf von E-Zigaretten ist alles andere als harmlos.

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E-Zigaretten gelten als weniger schädlich als klassische Zigaretten. Harmlos sind sie dennoch nicht.

E-Zigaretten gelten als weniger schädlich als klassische Zigaretten. Harmlos sind sie dennoch nicht.

Thalia Engel
So haben Studien gezeigt, dass beim Verdampfen unter anderem freie Radikale und potenziell schädliche Chemikalien entstehen, die Entzündungen der Schleimhäute fördern und die DNA-Reparatur in den Zellen hemmen können. Derart erhöht sich auch das Krebsrisiko.

So haben Studien gezeigt, dass beim Verdampfen unter anderem freie Radikale und potenziell schädliche Chemikalien entstehen, die Entzündungen der Schleimhäute fördern und die DNA-Reparatur in den Zellen hemmen können. Derart erhöht sich auch das Krebsrisiko.

iStock/Sestovic
Eine Arbeit von Stanford-Forschern zeigt nun, dass auch die Auswahl des Aromas einen Einfluss auf die Gesundheit hat. Konkret wird die Ausschüttung von Entzündungsmarkern in den Zellen erhöht und das Zellwachstum beeinträchtigt, was zum Zelltod führen kann.

Eine Arbeit von Stanford-Forschern zeigt nun, dass auch die Auswahl des Aromas einen Einfluss auf die Gesundheit hat. Konkret wird die Ausschüttung von Entzündungsmarkern in den Zellen erhöht und das Zellwachstum beeinträchtigt, was zum Zelltod führen kann.

iStock/Librakv

Statt Tabak zu verbrennen, erhitzen E-Zigis eine Flüssigkeit. In diesem Liquid können neben Lösungsmitteln und Zusatzstoffen auch Nikotin und Aromen enthalten sein. Trotz dieses Cocktails aus Chemikalien enthält der Dampf Experten zufolge weniger Schadstoffe als Tabakrauch.

Harmlos ist die elektronische Zigarettenalternative dennoch nicht. Neben Benutzerfehlern geht auch von den handelsüblichen Liquids eine Gefahr aus. So könnten die Verneblungsmittel wie Propylenglykol die Atemwege reizen und die Lungenfunktion vermindern. Zudem entstehe durch Erwärmen des Stoffs kanzerogenes Propylenoxid, erklärt Frank Henkler-Stephani vom deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung.

Verstärkt werden können die Risiken zudem durch die Wahl des falschen Aromas. Zu diesem Schluss kommen Forscher um Won-Hee Lee von der Stanford University und der University of Arizona.

Aromen im Vergleich

Für ihre im «Journal of the American College of Cardiology» erschienene Studie hatten die Forscher um Won-Hee Lee sogenannte Endothelzellen von Nichtrauchern, Rauchern und E-Zigaretten-Nutzern gezüchtet. Dabei handelt es sich um jene Zellen, die Blutgefässe auskleiden und damit eine wichtige Rolle für die Gefässgesundheit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen.

Diese im Labor geschaffenen Zellen setzten Lee und seine Kollegen anschliessend verdünnten Lösungen von handelsüblichen E-Zigi-Liquids in den Aromen Frucht, Tabak, Tabak mit Karamell und Vanillearoma, Zimt, Menthol und Sahnebonbon aus.

Zelltod provoziert

Die Auswertung zeigte: Alle Aromen wirkten negativ auf die Zellen. So erhöhte sich bereits nach dem ersten Kontakt die Ausschüttung von Entzündungsmarkern in den Zellen, das Zellwachstum war beeinträchtigt und in einigen Fällen kam es zu schwerwiegenden Störungen der Zellfunktion und zum Tod der Zellen.

Wie schwerwiegend die Folgen waren, hing stark vom Aroma ab. Als besonders schädlich entpuppten sich die Liquids mit Menthol- und Zimtaroma. Sie reduzierten die Überlebensrate der Zellen am deutlichsten, formulieren die Forscher.

Laut Lee und ihren Kollegen zeigt die Studie damit deutlich, dass E-Zigaretten keine sichere Alternative zum Tabakrauchen darstellen. Konkret hätte die Untersuchung offengelegt, dass die Liquids Veränderungen bewirken, die stark an jene erinnern, die während der Entwicklung von Gefässkrankheiten auftreten.

Der Tabakzigaretten-Alternativen-Test von 20-Minuten-Lesern zeigt: E-Zigaretten kommen besonders gut an. (Video: 20 Min)

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