«Wie schlägt man Roger Federer?»
Aktualisiert

«Wie schlägt man Roger Federer?»

Roger Federer hat die 1. Runde beim US Open in New York ohne Mühe überstanden. Der Schweizer schlug den Amerikaner Scoville Jenkins (ATP 320) 6:3, 6:2, 6:4. Die US-Presse fragt sich derweil, wie man der Weltnummer 1 beikommen kann.

Roger Federer ist mit einem lockeren Auftaktsieg in seine letzte Grand-Slam-Mission des Jahres gestiegen. In der Startrunde des US Open liess er dem Qualifikanten Scoville Jenkins (ATP 319) beim 6:3, 6:2, 6:4 in 92 Minuten keine Chance.

Der 21-jährige Amerikaner hatte vor zwei Jahren nach zwei abgewehrten Matchbällen George Bastl zu seinem bisher grössten Karriere-Sieg bezwungen. Gestern Nachmittag hatte er nun aber nicht den Hauch einer Chance, obwohl er viel riskierte: Federer schaffte unter den Augen von Lebenspartnerin Mirka Vavrinec, Vogue- Chefredaktorin Anne Wintour, Manager Tony Godsick, Freund Reto Staubli und Davis-Cup-Captain Severin Lüthi das erste Break zum 4:2 und zog dann unaufhaltsam weg.

Die Unterschiede waren fast so gross wie die Ranking-Differenz: Federer kam zu neun Breakbällen, von denen er vier nutzte und spazierte geradezu durch die eigenen Aufschlag-Games. Bei eigenem ersten Service kam er bis vor dem letzten Game auf eine geradezu sensationelle Erfolgsquote von 95 Prozent (36 von 38). Nach einem kurzen Nachlassen und den einzigen zwei Breakbällen für Jenkins beendete Federer die Partie mit einem unerreichbaren Service zu seinem 36. aufeinanderfolgenden Sieg gegen einen Amerikaner. «Ich bin froh, dass ich einen so guten Start ins Turnier hatte», so Federer.

Der Weltranglisten-Erste weilt seit Dienstag Abend in New York und hat nebst einigen Medien- und Sponsoren-Verpflichtungen praktisch jeden Tag zwei Stunden trainiert. Die erfolgreichen vierzehn Tage in Montreal (Final-Niederlage gegen Novak Djokoviv) und Cincinnati (50. Turniersieg) haben ihm viel Selbstvertrauen verliehen, aber nicht zuviel: «Ich bin mit einem normalen, guten Gefühl hier angereist, aber nicht zu extrem.»

Baseballschläger oder kurzer Rock

Nach der ersten Runde und vor dem Vergleich gegen einen weiteren Qualifier - Rainer Schüttler (ATP 145) oder Paul Capdeville (ATP 120) - deutet also nur wenig daraufhin, dass in diesem Jahr die Hauptfrage in New York anders lauten wird, als in den letzten Jahren auf den allermeisten Courts dieses Planeten, nämlich: «Wie schlägt man Roger Federer?».

Die renommierte «New York Times» stellte diese Frage in der gestrigen Ausgabe und erhielt interessante, nicht ganz ernst gemeinte Antworten. Schwergewichts-Champion Wladimir Klitschko, ein guter Bekannter Federers, schlug beispielsweise vor, das Hotelzimmer nebenan zu mieten und so viel Lärm zu machen, dass der Meister nicht schlafen könne. Tennis-Vater Richard Williams würde versuchen, Federer Geld anzubieten, so dass dieser nicht antreten würde. Falls diese Strategie scheitern würde, hätte Williams senior eine andere Idee: «Ich würde mir einen Baseballschläger suchen und ihm das Bein brechen, weil er so schnell rennt.» Jelena Jankovic, die Drittgesetzte, würde selber teilweise auch einen martialischen Ansatz verfolgen: «Ich würde ihm die Beine zusammenbinden, so dass er nicht rennen könnte. Und sonst würde ich einen kurzen Rock anziehen, vielleicht würde ihn dies ja ablenken...»

New York. US Open. Grand-Slam-Turnier (22,3 Mio Dollar/Hart).

Männer-Einzel. 1. Runde:

Roger Federer (Sz/1) s. Scoville Jenkins 6:3, 6:2, 6:4.

Nikolai Dawydenko (Russ/4) s. Jesse Levine (USA) 6:4, 6:0, 6:1.

Tomas Berdych (Tsch/9) s. Marc Gicquel (Fr) 6:3, 7:6 (7:0), 6:2.

Richard Gasquet (Fr/13) s. Sergio Roitman (Arg) 7:5, 6:1, 6:2.

Max Mirnyi (WRuss) s. Marcos Baghdatis (Zyp/18) 6:3, 7:5, 3:6, 7:6 (8:6).

Feliciano Lopez (Sp) s. Juan Carlos Ferrero (Sp/21) 6:3, 6:4, 6:4.

Igor Andrejew (Russ) s. Robert Kendrick (USA) 7:6 (7:4), 6:3, 6:4.

Donald Young (USA) s. Chris Guccione (Au) 6:7 (2:7), 6:3, 6:2, 6:3.

Rik De Voest (SA) s. Thierry Ascione (Fr) 6:2. 3:0 w.o.

Frauen-Einzel. 1. Runde:

Justine Henin (Be/1) s. Julia Görges (De) 6:0, 6:3.

Jelena Jankovic (Ser/3) s. Jarmila Gajdosova (Slk) 6:2, 7:6 (7:2).

Marion Bartoli (Fr/10) s. Alexa Glatch (USA) 6:1, 6:1.

Dinara Safina (Russ/15) s. Catalina Castano (Kol) 6:2, 6:3.

Sybille Bammer (Ö/19) s. Tamarine Tanasugarn (Thai) 6:4, 6:4.

Lucie Safarova (Tsch/20) s. Jessica Moore (Au) 6:3, 6:2.

Vera Zwonarewa (Russ/27) s. Alina Jidkova (Russ) 6:0, 6:7 (5:7), 6:0.

Ai Sugiyama (Jap/28) s. Andreja Klepac (Sln) 6:3, 6:1.

Alizé Cornet (Fr) s. Samantha Stosur (Au/29) 6:3, 6:2.

Jelena Lichowzewa (Russ) s. Lauren Albanese (USA) 6:0, 6:2.

Katerina Bondarenko (Ukr) s. Virginia

Ruano Pascual (Sp) 6:3, 7:6 (7:4). Serra Errani (It) s. Renata Voracova (Tsch) 7:5, 6:3.

Jekatarina Makarowa (Russ) s. Julia Schruff (De) 6:1, 0:6, 6:2.

Olga Goworzowa (WRuss) s. Sofia Arvidsson (Sd) 6:3, 2:6, 6:3.

Andrea Petkovic (De) s. Audra Cohen (USA) 6:4, 6:1.

Tsvetana Pironkova (Bul) s. Olga Putschkowa (Russ) 6:3, 6:4. (si)

Deine Meinung