Aktualisiert 18.01.2017 18:42

Angst und Panikattacken

Wie schlimm steht es um Dschungel-Hanka?

Verzweiflung hat einen Namen: Hanka Rackwitz. Die TV-Maklerin bricht immer wieder in Tränen aus und umarmt auch mal Bäume. Ihr Zustand scheint ernst.

von
Yves Schott
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Hanka Rackwitz leidet im Dschungelcamp. Ihre Angststörungen machen ihr zu schaffen.

Hanka Rackwitz leidet im Dschungelcamp. Ihre Angststörungen machen ihr zu schaffen.

Screenshot RTL
Zudem fühlt sie sich ausgeschlossen, weil sie bei gewissen Tätigkeiten nicht mitmachen kann. Etwa, wenn die Teilnehmer einen Kreis bilden und sich umarmen, um sich gegenseitig zu motivieren.

Zudem fühlt sie sich ausgeschlossen, weil sie bei gewissen Tätigkeiten nicht mitmachen kann. Etwa, wenn die Teilnehmer einen Kreis bilden und sich umarmen, um sich gegenseitig zu motivieren.

Screenshot RTL
Die TV-Maklerin erhält von Dr. Bob täglich 30 Milligramm Citalopram. Eines der am häufigsten eingesetzten Antidepressiva.

Die TV-Maklerin erhält von Dr. Bob täglich 30 Milligramm Citalopram. Eines der am häufigsten eingesetzten Antidepressiva.

RTL/Stefan Menne

Natürlich, man kann sich über sie lustig machen. «Die hat ja mehr Störungen als die Berliner S-Bahn», sagte Dschungelcamp-Moderatorin Sonja Zietlow am Samstagabend über Kandidatin Hanka Rackwitz. Sarkasmus à la RTL.

Trotzdem muss die Frage erlaubt sein, ob die TV-Maklerin sich mit ihrem bizarren Verhalten nicht selbst inszeniert. «Ich weiss nicht, ob das alles nur gespielt ist», sagte Reality-Sternchen Kader Loth bereits vergangene Woche beim Einzug in den Busch.

«Ich fühle mich so erbärmlich»

Und doch gibt Hankas Verhalten ernsthaft Anlass zur Sorge. In der Folge vom Dienstagabend etwa umarmt die 47-Jährige heulend einen Baum. Sagt Sätze wie «Ich habe keine Chance», «Ich bin in einem tiefen, tiefen Tal und weiss nicht, wie ich hochkommen soll». Oder: «Ich fühle mich so erbärmlich. Ich befürchte, das geht nicht gut aus für mich.» Und über ihre Urwald-Kollegen: «Jedes Lachen aus den Silikonlippen geht mir auf den Geist. Die spielen eine bescheuerte Soap!»

Fakt ist: Rackwitz leidet seit Jahren unter Zwangsstörungen. Ihre panische Kontaminations-Angst bestimmt den Alltag der Fernsehfrau. «Der Mund wird trocken, die Kehle zugeschnürt. Das Dumme ist, dass die Vernunft keine Chance hat», sagte sie einst bei «Stern TV». «Die Panik ist immer schneller.»

Blinzeln verboten

So wäscht sich Hanka zu Hause bis zu hundertmal am Tag die Hände. Sie starrt 45 Minuten lang ihren Herd an, um sicherzustellen, dass er wirklich ausgeschaltet ist. Wenn sie während dieses Prozesses einmal blinzelt, muss sie laut eigenen Aussagen wieder von vorne anfangen.

Doch ist es nicht verantwortungslos, eine Person wie Hanka in den Dschungel zu schicken? «Gefährdet an Leib und Leben ist so ein Mensch nicht», erklärt Psychotherapeut Thomas Steiner. «Es ist durchaus möglich, dass die Zwänge in der veränderten Umgebung deutlich weniger gross sind. Das heisst aber nicht, dass die Lockerung nach der Sendung anhält.» Handlungen könnten abgekürzt werden, weil die Person unter einem gewissen Druck steht.

Jeden Tag eine Dosis Antidepressiva

Andererseits besteht laut Steiner die Gefahr, dass sich die innere Spannung dadurch anstaut. «Je länger sie die Handlung hinauszögert, umso grösser werden Spannung, Druck und Angst. Im schlimmsten Fall kann dies zu einer Totalblockade führen und damit zu einem Ausstieg aus der Sendung.»

Im Camp schluckt die gebürtige Dresdnerin laut Bild.de täglich 30 Milligramm Citalopram. Gemäss Experten eine mittelhohe Dosis und eines der am häufigsten verabreichten Psychopharmaka überhaupt. Für die Verabreichung ist Dschungelarzt Dr. Bob verantwortlich.

Nimmt sie sich selber aus dem Spiel?

Wie lange es Hanka im australischen Urwald noch aushält – niemand weiss es. Verzweifelte Phasen wechseln sich mit scheinbarer Glückseligkeit ab. Mit den Worten «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!» könnte sich die Ostdeutsche selber aus dem Spiel nehmen.

Wie Hankas Trauma seinen Lauf nahm, erfahren Sie in der Bildstrecke.

«Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!», täglich ab 22.15 Uhr bei RTL.

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