Aktualisiert

Lieber Phil GeldWie schütze ich mein Vermögen vor Inflation?

Viviana (50) befürchtet, dass in den kommenden Jahren hohe Inflationsraten ihr Vermögen zum Schmelzen bringen werden. Wie kann sie sich vor dieser Gefahr schützen?

Der Wert von Geld ist nicht beständig.

Der Wert von Geld ist nicht beständig.

Lieber Phil Geld,

wegen der weltweiten Schuldenkrise rechne ich in den kommenden Jahren mit einer heftigen Inflation. Wie kann ich mein Vermögen (derzeit auf Sparkonto) anlegen, damit es vor einer dramatischen Geldentwertung geschützt ist?

Liebe Viviana

Deine Angst ist nicht unbegründet: Viele Notenbanken haben die Notenpresse angeworfen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Ob sie die enorme Geldmenge rechtzeitig wieder vom Markt abziehen können, ist unklar.

Um dich vor einer drohenden hohen Inflation zu schützen, hast du verschiedene Möglichkeiten. Im Folgenden zeige ich dir eine Übersicht aus sechs Tipps:

Physische Edelmetalle

Edelmetallen, insbesondere Gold, wird ein sehr guter Inflationsschutz nachgesagt. Als Absicherung gegen hohe Teuerungsraten und turbulente Zeiten ist es sicher zu empfehlen, allerdings nicht als alleinige Anlage, sondern als Teil des eigenen Depots. Als Krisenwährung ist es sinnvoll, es selbst, ganz real in Münzen oder kleinen Barren in einem Safe zu besitzen. Ebenfalls empfehlenswert zur Diversifizierung sind beispielsweise Aktien grosser Minengesellschaften.

Aktien

Das bringt mich zur zweiten, allerdings sehr bedingten Empfehlung: Aktien. Allgemein haben sich Aktien in Phasen erhöhter Inflation als schlechte Anlage erwiesen. Doch es gibt Ausnahmen: Unternehmen mit hohen Eigenkapitalquoten und hohem Cash Flows sowie solche, die im Besitz von realen Vermögen sind, bieten Schutz vor der Geldentwertung. Mein Tipp: Konzentriere dich auf die allerbesten Aktien aus den Bereichen Edelmetalle, Energieproduzenten und –Versorger, Nahrungsmittelproduzenten, Pharma und Telekom. Und: Investiere nicht mehr als einen konservativen Anteil von 30 Prozent deines Vermögens in Aktien.

Immobilien

Auch Immobilien gewähren einen gewissen Schutz vor Inflation – unter anderem deshalb, weil man die Teuerung mit einer gewissen Verzögerung auf etwaige Mieter überwälzen kann. Auch stellen Immobilien und Bauland einen «echten» Wert dar, den man nicht wie das Geld einfach vermehren kann. Allerdings bergen Immobilien auch in der Schweiz die Gefahr eines plötzlichen Preissturzes: Die UBS hat kürzlich davor gewarnt, dass die Immobilienpreise in gewissen Regionen in die «Risikozone» vorgedrungen sind.

Anleihen mit kurzen Laufzeiten

Obligationen mit kurzen Laufzeiten bieten ebenfalls einen vernünftigen Schutz gegen Inflation, auch wenn sie tiefere Zinsen abwerfen als solche mit langem Zeithorizont. Die Idee dahinter: Da die Rückzahlung der Anleihen rasch wieder fällig wird, kann das Kapital wieder zu an die Inflation angepassten Zinsen angelegt werden. Als Privatanleger sollte man darauf achten, nur in Anleihen mit dem besten Rating (AAA) zu investieren.

Inflationsgeschützte Anleihen

Diese alternative Art von Anleihen bietet Schutz vor der Inflation: Entweder wird der Nominalbetrag in regelmässigen Abständen an einen Teuerungsindex angepasst oder die Verzinsung wird um die aktuelle Inflationsrate erhöht.

Rohstoffe

Auch Rohstoffe bieten einen gewissen Schutz vor Inflation: Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Rohstoffpreise in inflationären Phasen zulegen und umgekehrt. Allerdings ist es als Privatperson schwierig, direkt in Rohstoffe zu investieren. Besser sind Aktien oder Unternehmensanleihen in diesem Bereich.

Zum Schluss noch eine Anmerkung: Die oben aufgeführten Tipps sind sehr allgemein gehalten. Wichtig ist, dass man als Anleger nicht alles auf eine Karte setzt, also beispielsweise nicht das ganze Geld in Gold investiert. Und leider gilt wie immer: Auch mit dem besten Portfolio ist man nicht gegen sämtliche Risiken abgesichert.

Freundlich grüsst

Phil Geld

E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

Ihre Frage an Phil Geld

Nutzen auch Sie unseren Ratgeberservice rund ums Geld: Phil Geld beantwortet Fragen zu den Themen Konsum, Arbeit, Wohnen, Versicherungen und Finanzanlagen. Setzen Sie uns ebenso über Missstände ins Bild und teilen Sie uns mit, was Sie besonders ärgert. Sie können Ihre Frage senden an phil.geld@20minuten.ch

oder dieses Formular verwenden (siehe auch Button oben rechts). Die Altersangabe hilft uns, die Tipps noch konkreter auf Ihre Situation zu beziehen. Interessante Anfragen und die entsprechenden Antworten publizieren wir unter geändertem Vornamen in dieser Rubrik.

Deine Meinung