Startprobleme: Wie schütze ich mich vor Batteriepannen?
Auf was muss geachtet werden, damit man nicht plötzlich mit einer leeren Batterie liegenbleibt?

Auf was muss geachtet werden, damit man nicht plötzlich mit einer leeren Batterie liegenbleibt?

ADAC/Martin Hangen
Publiziert

StartproblemeWie schütze ich mich vor Batteriepannen?

Internationale Pannenstatistiken beweisen es seit Jahrzehnten: Probleme mit den Starterbatterien sorgen für die meisten Einsätze der Pannenhelfer. Der AGVS-Experte kennt die Details.

von
Markus Peter, AGVS

Frage von Kurt ans AGVS-Expertenteam:

Der deutsche ADAC hat gerade wieder seine aktuelle Pannenstatistik veröffentlicht und dabei festgestellt, dass entleerte Starterbatterien immer noch das grösste Problem für Autopannen sind. Auf was muss ich achten, damit ich nicht plötzlich mit leerer Batterie liegenbleibe?

Antwort: 

Lieber Kurt,

Ja, du hast recht. Die Pannenstatistik des ADAC, immerhin der grösste Verkehrsclub Europas, zeigt es jedes Jahr aufs Neue, dass die Starterbatterie das Bauteil ist, das am häufigsten für Autopannen verantwortlich zeichnet. Das ist übrigens kein neues Phänomen, sondern bereits seit Mitte der 60er-Jahre so, als erstmals solche Daten erhoben wurden. Während Corona, als viele Leute wegen des Homeoffice weniger unterwegs waren, nahmen die Batteriepannen sogar noch zu, weil die Autos oft gar nicht oder nur sehr wenig gefahren wurden. Denn eine Starterbatterie leidet weniger durch den Verschleiss im Fahrbetrieb als vielmehr durch eine allfällige Tiefenentladung, wenn sie nicht regelmässig aufgeladen wird.

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Tipps zu geben, wie du dich am besten vor einer Batteriepanne schützen kannst, ist gar nicht so einfach, denn die Möglichkeiten, warum die Starterbatterie nicht richtig geladen wird oder warum sie zu schnell entladen wird, sind äusserst vielfältig. Sie reichen vom häufigen Kurzstreckeneinsatz, sodass die Batterie unterwegs nicht ausreichend geladen wird, über korrodierte oder lose Kabelanschlüsse bis zum versehentlichen Licht Anlassen. Es kann aber auch an einer schon stark gealterten Batterie liegen, bei der die chemischen Prozesse beim Laden/Entladen nur noch eingeschränkt stattfinden können. Ebenso können Probleme des Bordnetzmanagements die Ursache sein, zum Beispiel weil ein Steuergerät nach dem Abschliessen des Fahrzeuges nicht in den sogenannten «Schlafmodus» geht und die Bordelektronik somit immer wieder aktiviert wird. Manche dieser Pannenszenarien wären mit einer etwas grösser dimensionierten oder technologisch höherwertigen Starterbatterie zu verhindern, doch das treibt die Kosten in die Höhe.

Am ehesten bleibt man ab einem Batteriealter von etwa sieben Jahren liegen.

Markus Peter, AGVS

Bei jüngeren Fahrzeugen machen die Batterien in der Regel weniger Ärger. Am ehesten bleibt man ab einem Batteriealter von etwa sieben Jahren liegen. Grund: Dann hat die Starterbatterie in etwa ihr normales Lebensende erreicht. Ein AGVS-Garagist weiss das aber und macht dich beim Service sicherlich rechtzeitig darauf aufmerksam. Er verfügt auch über die entsprechenden Messgeräte, um eine zuverlässige Aussage zum Zustand der Batterie machen zu können. Er kann dich ausserdem beim Ersatz kompetent beraten, denn einfach die günstigste Batterie aus dem Baumarkt zu kaufen, macht wenig Sinn. So benötigen zum Beispiel Fahrzeuge mit Start-Stopp-Funktion eine höherwertige Starterbatterie.

Nun zu den Tipps: Hast du bei Deinem Parkplatz zuhause eine Steckdose in der Nähe, könntest du die Batterie mit Hilfe eines geeigneten Ladegerätes mit Erhaltungs-Funktion gelegentlich aufladen. Dies gilt besonders für den Fall, wenn man schon im Vorfeld weiss, dass man das Auto länger nicht benötigt. So gibts beispielsweise nach den längeren Ferien keine böse Überraschung.
Gut tut der Autobatterie auch, wenn sie und die Kontaktstellen ab und zu vom Dreck befreit werden, der sich bei im Motorraum verbauten Batterien mit der Zeit ansammelt. Denn besonders über feuchten Schmutz können Kriechströme fliessen, die den Energiespeicher nach und nach entladen – vor allem Kontakte und Anschlüsse sollten deshalb periodisch sauber gemacht werden. Und dann gilt es natürlich erste Warnzeichen nicht einfach zu ignorieren. Springt der Motor nur mit etwas Mühe an oder gehen beim Anlassen elektrische Verbraucher aus, sind dies Anzeichen, dass die Batterie angeschlagen ist. Ein untrügliches Zeichen ist auch, wenn man die Zündung aktiviert, das Abblendlicht einschaltet und dieses nach kurzer Zeit an Lichtintensität verliert.

Gut tut der Autobatterie, wenn sie und die Kontaktstellen ab und zu vom Dreck befreit werden, der sich bei im Motorraum verbauten Batterien mit der Zeit ansammelt.

Markus Peter, AGVS

Muss eine Batterie dann tatsächlich ersetzt werden, so sollte stets auch die Ursache für den Ausfall der Batterie ermittelt werden. Ansonsten riskiert man, dass man trotz neuer Batterie bald wieder liegen bleibt. Nebst den bereits beschriebenen Möglichkeiten, die zu einem erhöhten Batterie-Ruhestrom beziehungsweise zu einer beschleunigten Entladung führen, kann die Ursache auch bei einem fehlerhaften Generator liegen, der die Batterie nicht ausreichend auflädt.

Gute Fahrt! 

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