Hotpants und Miniröcke: Wie sexy darf Feminismus sein?
Aktualisiert

Hotpants und MiniröckeWie sexy darf Feminismus sein?

Eine Frauenrechtlerin in Pin-up-Pose – geht das? Nein, sagen die einen. Unbedingt!, finden die anderen.

von
J. Büchi
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Stein des Anstosses ist dieses Profilbild auf Facebook: Es zeigt die Wettinger SP-Einwohnerrätin Celina Feri in den Ferien in Malaga.

Stein des Anstosses ist dieses Profilbild auf Facebook: Es zeigt die Wettinger SP-Einwohnerrätin Celina Feri in den Ferien in Malaga.

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Ihre Mutter, SP-Nationalrätin Yvonne Feri, ist darüber wenig erfreut: «Ich finde es nicht gut, wenn sie ein Profilbild mit sexy Pose und Hotpants auf Facebook stellt.»

Ihre Mutter, SP-Nationalrätin Yvonne Feri, ist darüber wenig erfreut: «Ich finde es nicht gut, wenn sie ein Profilbild mit sexy Pose und Hotpants auf Facebook stellt.»

SP Aargau
Die Frage, wie viel nackte Haut Feminismus verträgt, beschäftigt Feministinnen immer wieder. Einen neuen Höhepunkt hat die Debatte in den letzten Jahren im Zusammenhang mit der ukrainischen Gruppierung Femen erreicht, die regelmässig mit Oben-ohne-Aktionen für Furore sorgt.

Die Frage, wie viel nackte Haut Feminismus verträgt, beschäftigt Feministinnen immer wieder. Einen neuen Höhepunkt hat die Debatte in den letzten Jahren im Zusammenhang mit der ukrainischen Gruppierung Femen erreicht, die regelmässig mit Oben-ohne-Aktionen für Furore sorgt.

Etienne Laurent

Sie sind Mutter und Tochter. Beide sind Mitglied der SP. Und beide betreiben nach eigenen Angaben feministische Politik. Wenn es aber darum geht, was das bedeutet, sind sich Yvonne und Celina Feri aber alles andere als einig. Lokalpolitikerin Celina (24) posiert stolz in Hotpants und knappem Top auf Facebook – und sieht darin kein Problem. Nationalrätin Yvonne Feri (49) dagegen sagt über den Look ihrer Tochter: «Für mich ist eine Grenze überschritten, wenn eine Inszenierung ins Sexistische, ins Stereotype kippt.» Dies sei beim betreffenden Bild der Fall. Sie frage sich, ob man mit einem solchen Auftreten noch als seriöse Politikerin wahrgenommen werden könne.

Die Frage, wie viel nackte Haut Feminismus verträgt, beschäftigt Feministinnen immer wieder. Einen neuen Höhepunkt hat die Debatte in den letzten Jahren im Zusammenhang mit der ukrainischen Gruppierung Femen erreicht, die regelmässig mit Oben-ohne-Aktionen für Furore sorgt. «Im Grundsatz geht es um die Frage, ob es ein Ausdruck von Macht ist, wenn man seinen Körper offensiv und selbstbewusst zur Schau stellt – oder ob eine Frau damit Stereotypen bedient», sagt Shelley Berlowitz von der Stadtzürcher Fachstelle für Gleichstellung. Für beide Positionen gebe es gute Argumente.

«Was mal sexy war, ist heute Sexismus»

Für einen entspannten Umgang mit dem eigenen Körper plädiert die Aargauer Grossrätin und ehemalige CVP-Kommunikationschefin Marianne Binder auf Twitter: «Was mal sexy war, ist heute Sexismus», spöttelte sie, und postete dazu ein Bild der Schauspielerin Sophia Loren in jungen Jahren. Sie frage sich, ob heute nur noch «verhüllte Frauen» emanzipierte Frauen seien, so Binder.

«Klassische Feministinnen verkrampfen sich im Versuch, nicht auf ihr Aussehen reduziert zu werden», führt die CVP-Frau ihre Überlegungen auf Anfrage aus. Genau damit würden die Frauenrechtlerinnen aber «überholten männlichen Denkmustern» auf den Leim kriechen. Für Binder ist es erfreulich, dass die neue Generation von Feministinnen das Thema offenbar lockerer angeht: «Diese Frauen haben Freude an ihrem Äusseren und zeigen es.» Mit einem selbstbewussten Auftreten würden sie signalisieren, dass sich Intelligenz und Sexappeal nicht ausschliessen.

Und was sagen Parteikolleginnen der Feris zum Thema? SP-Nationalrätin Nadine Masshardt gibt sich auf Anfrage diplomatisch: «Wichtig ist, dass man lebt, was man politisch fordert.» Den konkreten Fall will Masshardt allerdings nicht kommentieren: «Ich kenne weder die junge Frau noch ihre politischen Forderungen.»

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