Aktualisiert 07.06.2007 20:12

Wie sicher ist der Papst?

Zwar hat sich Papst Benedikt XVI. nichts anmerken lassen, als ein Verwirrter in seinen Wagen springen wollte, doch Sicherheitsexperten hat der Vorfall einen gewaltigen Schrecken eingejagt.

Ungeachtet eines Zwischenfalls auf dem Petersplatz, bei dem ein junger Deutscher auf das offene Papamobil gesprungen war, hat Benedikt XVI. am Donnerstag inmitten tausender Gläubiger die Fronleichnamsfeierlichkeiten im Vatikan begangen. Der Papst nahm am Abend auch in einem überdachten, aber an den Seiten offenen Wagen an der traditionellen Prozession durch Rom teil. Der Vorfall vom Vortag löste indes eine Diskussion über die Sicherheit des Papstes bei öffentlichen Auftritten aus.

Der 27-jährige Deutsche wurde von den Sicherheitskräften zu Boden geworfen und überwältigt. Benedikt blieb während der Fahrt zu seiner wöchentlichen Generalaudienz unverletzt und schien den Vorfall kaum zur Kenntnis zu nehmen. Der junge Mann habe es nicht auf das Leben des Papstes abgesehen gehabt, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi, sondern nur auf sich aufmerksam machen wollen. Der 27-Jährige sei zur Überprüfung seines psychischen Zustand in eine Klinik eingewiesen worden.

Auf dem Petersplatz befanden sich am Mittwoch etwa 35 000 Menschen. Die Sicherheitsvorkehrungen bei öffentlichen Fahrten des Papstes sind schon seit Jahren sehr streng. Unter anderem gibt es Absperrungen aus Holz, so dass die Route des Papamobils nicht blockiert werden kann. Das Fahrzeug wird stets von einem Aufgebot der Schweizer Garde begleitet.

Nach dem Zwischenfall wurde jedoch Kritik an der Fahrt im offenen Wagen laut. «Wenn er nicht die Strecke oder die Uhrzeit ändern kann, muss er zumindest ein gepanzertes Fahrzeug benutzen», sagte der Leiter des Zentrums für Strategische Aufklärung und Sicherheit (ESISC) in Brüssel, Claude Moniquet. Wegen des rituellen Charakters der päpstlichen Auftritte in der Öffentlichkeit gebe es keine andere Möglichkeit. Vatikanische Behördenvertreter sagten jedoch, es gebe keine Pläne, von den Fahrten im offenen Papamobil abzurücken. (dapd)

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