Aktualisiert 25.10.2013 11:04

NSA-Abhörskandal

Wie sicher ist Merkels neues «Kanzlerphone»?

Die Bundeskanzlerin setzt auf ein Blackberry mit integrierter Abhörsicherung. Der deutsche Ausrüster Secusmart gibt sich überzeugt, dass seine Verschlüsselung hält.

von
kri

Wann genau das Handy der Kanzlerin abgehört wurde, ist unklar. US-Regierungssprecher Jay Carney legte lediglich nah, dass dies in der Vergangenheit passiert sein könnte. Die «Welt» will aus «Sicherheitskreisen» erfahren haben, dass es der NSA gelungen ist, Merkels altes Nokia zu knacken. Seit Juli 2013 setzt die Kanzlerin allerdings auf ein modifiziertes Blackberry Z10.

Die Abhöraffäre rückt nun das deutsche Unternehmen Secusmart in den Fokus, das Merkels Blackberry abhörsicher machen sollte. Der Verschlüsselungs-Spezialist betonte in einer Stellungnahme am Donnerstag, dass die Sicherheit des Geräts nach wie vor gewährleistet ist. Für die Düsseldorfer steht viel auf dem Spiel: Vom «Kanzlerphone», wie es stolz genannt wird, wurden bereits über 1200 Stück an verschiedene Bundesbehörden verkauft.

Von «Snowden-Effekt» profitieren

Ende September hatte sich Secusmart zuversichtlich gezeigt, vom «Snowden-Effekt» zu profitieren. CEO Hans-Christoph Quelle äusserte gegenüber dem «Handelsblatt» die Hoffnung, die Enthüllungen würden zu einer grösseren Nachfrage nach Sicherheitslösungen führen. «Wir glauben, dass es der deutschen Krypto-Industrie jetzt bessergehen wird», sagte er.

Merkels Wechsel von Nokia auf Blackberry wurde an der Cebit 2013 mit grossem Tara gefeiert. Die Kanzlerin tauchte persönlich am Stand von Secusmart auf und liess sich die «Weltneuheit» in die Hand drücken (siehe Video oben). Das Kanzlerphone soll mittels Hardware-Verschlüsselung Gespräche, SMS und E-Mail sowohl im privatem wie auch dienstlichem Gebrauch abhörsicher machen.

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