24.06.2017 15:12

Schaben, Fliegen und Motten

Wie Sie ungebetene Gäste wieder loswerden

Schädlinge sind nicht nur ungebetene Gäste, sie können auch Krankheiten übertragen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Tiere wieder loswerden.

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Der Sommer ist schön, ruft aber auch allerlei Krabbeltiere auf den Plan. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese wieder aus der Wohnung bekommen.

Der Sommer ist schön, ruft aber auch allerlei Krabbeltiere auf den Plan. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese wieder aus der Wohnung bekommen.

Pixabay
EssigfliegenWas dagegen hilft: Eine Schale zur Hälfte mit Wasser füllen, je einen Teelöffel Honig und Spülmittel sowie einen Esslöffel Essig beigeben und diese Fliegenfalle in der Küche deponieren.

EssigfliegenWas dagegen hilft: Eine Schale zur Hälfte mit Wasser füllen, je einen Teelöffel Honig und Spülmittel sowie einen Esslöffel Essig beigeben und diese Fliegenfalle in der Küche deponieren.

gbohne / Wikipedia
HausameisenWas dagegen hilft: Ganze Nelken in Ritzen und Fensterecken stecken, dann bleiben die Ameisen draussen. Falls sie doch durch die Wohnung krabbeln: Eintrittsstelle suchen und mit Mörtel oder Silikon abdichten. Falls die Eintrittsstelle nicht gefunden wird: Köderdosen (aus dem Detailhandel) entlang der Ameisenstrasse deponieren.

HausameisenWas dagegen hilft: Ganze Nelken in Ritzen und Fensterecken stecken, dann bleiben die Ameisen draussen. Falls sie doch durch die Wohnung krabbeln: Eintrittsstelle suchen und mit Mörtel oder Silikon abdichten. Falls die Eintrittsstelle nicht gefunden wird: Köderdosen (aus dem Detailhandel) entlang der Ameisenstrasse deponieren.

Richard Bartz / Wikipedia

Sommer, Sonne, Badewetter – doch der Sommer hat seine Schattenseiten: Die Tiere bleiben leider nicht nur auf dem Balkon und im Garten, sondern finden auch den Weg in die Wohnungen.

So haben mit den wärmeren Temperaturen die Essigfliegen wieder Hochsaison: Sie platzieren sich zwischen Erdbeeren und Birnen im Früchtekorb und werden zum ständigen Begleiter in der Küche.

Essig gegen Fliegen, Nelken gegen Ameisen

Dagegen hilft nur eines: Eine kleine Schale bis zur Hälfte mit Wasser füllen, je einen Teelöffel Honig und Spülmittel sowie einen Esslöffel Essig beigeben, fertig ist die Fliegenfalle.

«Die Essigfliegen lieben diesen Geruch», sagt Ursula Lafos, Fachverantwortliche Wohnungswesen bei den Medizinischen Diensten Basel-Stadt. Früher oder später würden sie darin ertrinken.

Ein Hausmittel kann auch bei Hausameisen helfen: Nelken in Ritzen und Fensterecken stecken, dann kommen sie erst gar nicht herein. Oder aber die Eintrittsstelle suchen und mit Mörtel verschliessen.

Harte Bandagen gegen Pharaoameisen

Zu härteren Mitteln muss man bei der bernsteinfarbenen Pharaoameise greifen. Sie ernährt sich von Zucker und Eiweissen. In Spitälern kriechen die Tiere deshalb auch unter Wundverbände. Und sie können meldepflichtige Krankheiten verbreiten. Da sie sich exponentiell vermehrt, kann die Pharaoameise ganze Häuserzeilen befallen.

Gegen die Pharaoameise kämen nur chemische Schädlingsbekämpfungsmittel an, sagt Lafos. Und weil diese einer bestimmten Giftklasse angehören, muss man eine Schädlingsbekämpfungsfirma engagieren.

Deutsche und Orientalische Schaben

Am weitesten verbreitet sind hierzulande jedoch die Deutsche und die Orientalische Schabe. Auch sie können meldepflichtige Krankheiten übertragen und müssen deshalb schnellstmöglich ausgerottet werden.

«Insektensprays nützen bei einer ausgeweiteten Schabenplage nichts und verschleppen das Problem nur», sagt Lafos. Die genannten Schaben sind allerdings nicht mit der Waldschabe zu verwechseln, die harmlos ist. Sie verirrt sich im Sommer gern in Wohnungen und kann ganz einfach mit dem Staubsauger bekämpft werden.

Dörrobstmotten sind besonders hartnäckig

Ein immer grösser werdendes Problem stellen Bettwanzen dar, die sich in die Reisekoffer schleichen und so als blinde Passagiere nach Europa gelangen. Wie Lafos sagt, haben damit nicht nur Privathaushalte, sondern auch die Hotellerie und Airlines zu kämpfen. Wegen der juckenden Stiche bleiben die Tiere nicht lange unbemerkt, und weil manche Menschen auf die Stiche allergisch reagieren können, sollten sie ebenfalls bekämpft werden. «Auch hierfür kommt nur eine Schädlingsbekämpfungsfirma infrage», sagt Lafos.

Eigenhändig kann man dafür gegen die Dörrobstmotte vorgehen, die es sich in Mehlpackungen genauso bequem macht wie im Müesli. Flattern diese Tiere durch die Küche, sollte man alle befallenen Esswaren vernichten, die Schränke herausputzen und mit Alkohol aus der Apotheke desinfizieren. Zudem bietet es sich an, Mottenfallen aus dem Detailhandel aufzustellen.

«Es braucht Geduld, bis man die Tiere los ist», sagt Lafos. Man müsse mit rund zwei Jahren rechnen, da sie überall ihre Eier ablegen. Ein Tipp, damit die Motten erst gar nicht einziehen: Alle Esswaren in luftdichten Gefässen wie zum Beispiel Einmachgläsern lagern.

Kleidermotten mögen Lavendel nicht

Auch gegen Kleidermotten, die in Frühling und Sommer am aktivsten sind, kommt man mit Hausmitteln gut an. Lafos empfiehlt, die Wollpullover nach dem Winter zu waschen und in Plastiksäcken mit duftenden Seifen aufzubewahren. «Den Duft der Lavendelseife etwa mögen Motten gar nicht», sagt sie. Wichtig ist es zudem, Teppiche regelmässig zu saugen oder auszuklopfen, um einer Mottenplage vorzubeugen.

Gegen einen leichten Befall kommt man auch mit Mottenpapier an, bei einem schweren Befall muss ebenfalls eine professionelle Firma beigezogen werden.

Ratten und Mäuse

Und dann sind da noch die Ratten und Mäuse, die sich oft in Kellern und Speisekammern einnisten. Da sie ebenfalls meldepflichtige Krankheiten übertragen können, sollten sie bekämpft werden.

Wichtig sei ausserdem, sagt Lafos, dass man danach die toten Tiere richtig entsorge. Und zwar in einem Plastiksack, den man gleich verwendet wie Hundekotsäckli, damit man mit dem Kadaver nicht in Kontakt kommt, und dazu in einem separaten Abfallsack. Danach sollte man sich die Hände waschen. Wenn die Plage zu gross wird, müssen auch in diesem Fall Experten beigezogen werden.

Wespen sind ein Fall für Profis

Zuletzt können einem die Wespen einen lauen Sommerabend verderben, wenn sich ihr Nest in einem Rollladenkasten befindet. Gabi Müller von der Schädlingsprävention und -beratung der Stadt Zürich empfiehlt, bis Juli zuzuwarten, weil die Königin bis dahin noch sterben kann und damit auch das ganze Volk zugrunde gehen würde. Falls es im Nest danach noch Leben gibt, sollte eine Schädlingsbekämpfungsfirma dieses entfernen.

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