Potsdam (D) – «Wie Sklaven gehalten» – 42-Jähriger steht wegen Menschenhandels vor Gericht
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Potsdam (D)«Wie Sklaven gehalten» – 42-Jähriger steht wegen Menschenhandels vor Gericht

Am Mittwoch begann der Prozess gegen einen Mann, der zwei serbische Staatsbürger nach Deutschland gelockt und wie Sklaven gehalten haben soll.

von
Florian Osterwalder
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Der Tatverdächtige muss sich in Potsdam vor Gericht verantworten. (Symbolbild)

Der Tatverdächtige muss sich in Potsdam vor Gericht verantworten. (Symbolbild)

AFP
Das Gericht will im Verfahren eine Vielzahl von Zeugen anhören. Es hat sieben Verhandlungstage bis Anfang April angesetzt. (Symbolbild)

Das Gericht will im Verfahren eine Vielzahl von Zeugen anhören. Es hat sieben Verhandlungstage bis Anfang April angesetzt. (Symbolbild)

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Darum gehts

  • Als sie in Deutschland angekommen waren, habe er seinen Landsleuten Handys sowie Pässe abgenommen.

  • Unter anderem hätten die Männer auch unter Androhung von Gewalt die Wohnung des Angeklagten mehrmals reinigen müssen.

  • Das Gericht will im Verfahren eine Vielzahl von Zeugen anhören.

Laut Anklageschrift soll der 42-Jährige zwei Serben nach Deutschland gelockt und ihnen Arbeit auf einer Baustelle versprochen haben. Als sie in Deutschland angekommen waren, habe er seinen Landsleuten Handys sowie Pässe abgenommen. «Er behandelte die Geschädigten wie Sklaven», sagte Staatsanwalt Jens Abisch beim Verlesen der Anklageschrift.

Unter anderem hätten die Männer auch unter Androhung von Gewalt die Wohnung des Angeklagten mehrmals reinigen müssen. Ebenfalls hätten sie ihm Essen besorgen müssen, wie die «Zeit» schreibt. Weiter heisst es, dass der Peiniger seine Opfer ins Gesicht geschlagen haben soll und ihnen angedroht habe, ihnen die Bäuche aufzuschlitzen.

Der 42-jährige Verdächtige soll weitere Serben gezwungen haben, in Wohnungen einzubrechen und Dinge für ihn zu stehlen. Insgesamt soll der Beschuldigte somit 15’000 Euro erbeutet haben. Hinzu kommt, dass er teure Autos fuhr, obwohl er gar keinen Führerausweis besitzt. Er wurde bereits wegen anderer Diebstähle verurteilt. Wie der Anwalt des Beschuldigten sagt, sei sein Mandant mit seiner Lebenssituation «überfordert» gewesen. Er sei alleinerziehend seit seine Lebensgefährtin, kurz nachdem er nach Deutschland gekommen sei, verunglückt ist.

Das Gericht will im Verfahren eine Vielzahl von Zeugen hören. Es hat sieben Verhandlungstage bis Anfang April angesetzt. Bis zu einer möglichen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

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