Handy-Hype: Wie Smartphones unseren Planeten zerstören
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Handy-HypeWie Smartphones unseren Planeten zerstören

Statt jedem Handy-Hype nachzueifern, sollte man in die Reparatur des alten Geräts investieren. Für unseren Planeten wäre damit viel gewonnen.

von
vhu

Eine neue Studie besagt, dass der Gebrauch von Smartphones einen hohen CO2-Ausstoss verursacht. Folglich tragen die Geräte so zur Zerstörung unseres Planeten bei.
Video: Valérie Hug via Wibbitz

Vor zehn Jahren verfügte nur eine Minderheit über ein Smartphone. Massenproduktion und der Release neuerer und noch besserer Versionen am Laufband haben dazu geführt, dass Smartphones mittlerweile allgegenwärtig sind. Neue Produkte werden mit grosser Vorfreude erwartet, alte Geräte haben nach durchschnittlich zwei Jahren ausgedient.

Eine neue Studie der McMaster University im kanadischen Hamilton ist nun zum Ergebnis gekommen, dass ein solch verschwenderischer Umgang die Erde stark in Mitleidenschaft zieht.

Reparieren statt konsumieren

Für die Analyse haben Forscher die Auswirkungen des CO2-Ausstosses der Informations- und Kommunikationsindustrie (ITK) untersucht. Dafür wurden Geräte wie PCs, Laptops, Monitore, Server, Tablets und Smartphones analysiert. Die Ergebnisse sind alles andere als ermunternd.Vor allem Smartphones seien besonders energieintensiv.

Das Problem liege laut Studie nämlich darin, dass die Produktion und insbesondere der Abbau von Metallen der Seltenen Erden fast 90 Prozent der gesamten CO2-Emissionen des Gerätes für zwei Jahre Laufzeit ausmachen würden. Mit anderen Worten: Der Kauf eines neuen Smartphones verbraucht so viel Energie wie das Aufladen und Betreiben eines Gerätes während zehn Jahren. Seine eigene CO2-Bilanz kann man also leicht verbessern, indem man sein Telefon reparieren lässt, statt ein neues zu kaufen.

Schöne Reden retten den Planeten nicht

Die Studie zeigt auch: Heute werden seltener neue Telefone gekauft als noch vor ein paar Jahren. Doch die Hersteller versuchen mit immer mehr Features, noch besseren Kameras und noch grösseren Bildschirmen die Leute trotzdem zum Kauf zu animieren. Das Problem: Je grösser der Handy-Bildschirm, desto grösser der CO2-Fussabdruck.

Von den Herstellern werden die hohen CO2-Emissionen bei Produktion und Abbau damit gerechtfertigt, dass die neueren Produkte stets energieeffizienter seien. Auch betreiben diverse Anbieter Recyclingprogramme. Laut Lotfi Belkhir, dem Hauptautor der Studie, belaufe sich aber der Anteil an ausgedienten Smartphones, die recycelt werden, auf weniger als ein Prozent.

CO2-Wert steigt weiter

Noch schlimmer als Smartphones in Bezug auf den CO2-Ausstoss sind die Server und Daten-Farmen von Megakonzernen wie Facebook, Google oder Microsoft. Denn jeder Dienst, der Daten benötigt und in der Cloud verarbeitet wird – wie Google-Suchen, Facebook-Posts, Tweets, Bilderupload auf Instagram – ist auf einen Server angeweisen.

Und auch hier schlagen wieder die Smartphones ein: Die meisten Anwendungen werden mobil genutzt. Je mehr Telefone es gibt, desto mehr Server werden benötigt. Der CO2-Wert steigt also weiter an. Allein in den letzten zehn Jahren hat sich dieser Wert verdreifacht. Bis 2040 soll der Anteil der ITK am weltweiten CO2-Fussabdruck auf 14% steigen. Das würde der Hälfte des CO2-Austosses der ganzen Transportindustrie entsprechen.

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