5 negative Einflüsse von Social Media auf deine Psyche – und was dagegen hilft
Checkst du ständig Social Media? Das kann negative Einflüsse auf deine Psyche haben. 

Checkst du ständig Social Media? Das kann negative Einflüsse auf deine Psyche haben.

Sam Lion / Pexels
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5 negative EinflüsseWie Social Media deiner Psyche schaden – und was dagegen hilft

Instagram, Snapchat, Tiktok – soziale Medien gehören für viele schon vor dem Zmorge fix zum Tag. Welche Auswirkungen hat das auf unser Wohlbefinden?

von
Geraldine Bidermann

Etwa vier Milliarden Userinnen und User weltweit benutzen eine oder mehrere Social-Media-Plattformen. Das ist mehr als die Hälfte aller Menschen auf der Erde. Das Teilen, Liken und Kommentieren von Erlebtem bringt die Welt zwar vermeintlich näher zusammen, aber zu welchem Preis? Wir zeigen, wie ewiges Scrollen sich auf deine Psyche auswirken kann.

1. FOMO (Fear Of Missing Out)

Hast du manchmal auch das Gefühl, alle sind gerade im Liegestuhl am Meer, nur du bist bei der Arbeit? Und überhaupt: Wieso haben alle so eine perfekte Sommergarderobe mit coolen It-Pieces, ausser dir? Social Media verstärkt das Gefühl, ständig etwas zu verpassen und nicht dazuzugehören. Das kann längerfristig zu Unzufriedenheit, schlechterem Selbstbewusstsein und depressiven Verstimmungen führen. Wenn du vielen Accounts folgst, ist die Chance gross, dass jemand anderes gerade etwas (vermeintlich) Spannenderes erlebt als du.

Social Media verstärken das Gefühl, nicht dazuzugehören.

Social Media verstärken das Gefühl, nicht dazuzugehören.

Pexels/Prateek Katjal

2. Unrealistische Erwartungen

Sich ständig mit anderen zu vergleichen, macht auf Dauer unglücklich. Auf Social Media zeigen die meisten User und Userinnen nur die absoluten Highlights ihres Lebens: Beförderungen, Backstage beim Konzert, Heiratsanträge, Babynews, Überraschungsparties und Marathon-Bestzeiten. Das gibt dir das Gefühl, dein eigenes Leben sei langweilig. Und überhaupt, bei den anderen klappt immer alles, während du einsam in deinem Sessel sitzt. Vielleicht hat das frisch verlobte Pärchen permanent Streit? Vielleicht war der Weg zur Beförderung super steinig? Wie es anderen in deinem Feed wirklich geht, wirst du selten erfahren. Nur wenige sind authentisch genug, auch schlechte Tage zu zeigen – auch wenn sich solch ehrliche Posts mittlerweile häufen.

3. Negatives Körperbild

Auf Social Media wimmelt es von wunderschönen Menschen in perfekt sitzenden Bikinis an perfekten Stränden. Das kann sich negativ auf deine Beziehung zum eigenen Körper auswirken. Wie viele Filter, spezifische Winkel und Hunderte von Probeanläufe für diese Bikini-Pics und Beauty-Selfies nötig sind, vergisst man schnell. Denk dran: Die Schönheits-Standards auf Social Media sind oft realitätsfern. Es lohnt sich, diversen Menschen zu folgen, die ehrlich über ihre Körper und deren Veränderungen sprechen und so für mehr Reality in deinem Feed sorgen. Beeinflussen dich Menschen aus deinem nächsten Umfeld mit ihren Postings negativ, kannst du ihre Storys oder Beiträge auch stummschalten, ohne ihnen zu entfolgen.

4. Suchtverhalten

Nur kurz etwas shoppen, dann wird es mir besser gehen. Kennst du diesen Gedanken? Genau so verhält es sich mit Social Media: Wie andere Suchtformen nutzen wir das schnelle Scrollen zwischendurch, um eine vermeintliche Lücke oder Leere zu schliessen. Wirklich glücklich fühlt man sich danach nicht. Die Apps sind so aufgebaut, dass wir möglichst lange darin verweilen und die Zeit komplett vergessen. So lernen die Anbieter unser Verhalten noch besser kennen und können uns mehr personalisierte Werbung ausspielen.

Merkst du manchmal gar nicht, dass du auf Social Media bist? Auch das kann ein Anzeichen für Sucht sein. 

Merkst du manchmal gar nicht, dass du auf Social Media bist? Auch das kann ein Anzeichen für Sucht sein.

Beca Tapert / Pexels

5. Schlechter Schlaf

Erholsamer, guter Schlaf ist einer der wichtigsten Bausteine für einen zufriedenen, ausbalancierten Alltag. Liebst du es auch, kurz vor dem Einschlafen nochmals durch dein Feed zu scrollen? Laptop und Smartphone strahlen bekanntlich blaues Licht aus. Dies unterdrückt die Melatonin-Produktion, welche entscheidend für das Einschlafen ist. Zudem wird dein Hirn durch Social Media unnötig stimuliert, was zu Ein- oder Durchschlafstörungen und schlechten Träumen führen kann.

Gönn dir wenigstens vor dem Schlafen eine Social-Media-Pause.

Gönn dir wenigstens vor dem Schlafen eine Social-Media-Pause.

Giphy

Erkennst du dich wieder?

Hast du beim Lesen dieser Punkte gemerkt, dass dich Social Media auch oft unzufrieden oder gar traurig macht? Wir haben Tipps, wie du besser mit endlosen Feeds und dem ständigen Verlangen diese zu checken umgehen kannst.

Tipps: Bewusster Umgang mit Social Media

  • Sortiere deine Abos und folge nur noch Accounts, die dich wirklich inspirieren – egal, ob du etwas über Mental Health lernst, sie dich mit lustigen Memes unterhalten oder dich auf coole DIY-Ideen bringen.

  • Limitiere deine Zeit auf Instagram und Co. Das kannst du direkt in der App oder in deinen Smartphone-Einstellungen tun. Empfohlen ist, täglich nicht mehr als 30 Minuten auf Social Media zu verbringen.

  • Nimm dir abends Zeit, offline zu sein und bereite dich auf eine erholsame Nacht vor.

  • Versuche, dich bei Langeweile oder innerer Unruhe einmal anders abzulenken. Zum Beispiel mit diesen Tipps. 

Was ist deine Erfahrung mit Social Media? Liebst oder hasst du deinen Feed? Oder ist es eine Mischung? Erzähle uns davon im Kommentarfeld!

Der soziale Vergleich im Internet und das ständige Betrachten von scheinbar perfekten Welten kann zu Selbstwertproblemen und damit zu Essstörungen, Depressionen und Suizidgedanken führen – oder solche Tendenzen verstärken.Wer solche Gedanken hat oder eine Social-Media-Sucht bei sich vermutet, sollte sich unbedingt an eine Vertrauensperson wenden oder Hilfe holen.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine psychische Erkrankung?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Verein Postpartale Depression, Tel. 044 720 25 55

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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