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«Lohn teilen»Wie solidarisch sind die Schweizer in der Corona-Krise?

Das von vier Berner Gymnasiastinnen ins Leben gerufene Projekt «Lohn teilen» soll Menschen ermuntern, Geld für Corona-Geschädigte zu spenden. So richtig ins Rollen gekommen ist das Projekt noch nicht.

von
Lara Hofer

Nina und Jeanne erklären das Prinzip der Plattform Lohnteilen.ch.

Lara Hofer

Darum gehts

  • Auf der Website Lohnteilen.ch können Personen mit gesichertem Einkommen Geld einzahlen für jene, die wegen Corona in finanziellen Schwierigkeiten stecken.

  • Das Projekt wurde von vier Gymnasiastinnen ins Leben gerufen.

  • Die Website war im Frühling erstmals aufgeschaltet worden – mit mässigem Erfolg. Das soll sich nun ändern.

«We are the ones who make a brighter day, so let’s start giving», heisst es im Song «We Are the World» von Michael Jackson. «Let’s Start Giving» ist denn auch sinngemäss das Motto der Solidaritätsaktion «Lohn teilen», die von vier Gymnasiastinnen aus Bern und Schafis ins Leben gerufen wurde.

Die Idee für das Projekt entstand am Familientisch von Jeanne (17) aus Schafis BE. Mit der administrativen Hilfe ihres Vaters und der Unterstützung dreier weiterer Schülerinnen startete das Projekt diesen Frühling. So richtig ins Rollen kam es jedoch nicht – und wurde deswegen im Sommer stillgelegt. Jetzt wollen die jungen Frauen einen erneuten Versuch starten.

«Das Prinzip ist ganz einfach: Es gibt Gebende und Nehmende», erklärt Projektmitglied Nina (18) im 20-Minuten-Video. «Auf der Website Lohnteilen.ch können Personen mit einem gesicherten Einkommen und Unternehmen Geld spenden. Die Spenden werden auf ein Konto eingezahlt und dort zwischengelagert, bis uns jemand eine Anfrage stellt, der in finanziellen Schwierigkeiten steckt und Unterstützung braucht.» Das Team entscheide dann, ob und wie viel Geld dem Gesuchsteller ausgezahlt wird.

12 Spender – 1 Gesuch

Bis anhin hätten circa zwölf Personen auf das zugehörige Konto eingezahlt – total 910 Franken. Bislang ging lediglich ein Gesuch um Unterstützung ein: von einer freischaffenden Künstlerin. Der Frau wurden 150 Franken ausgezahlt.

Die Gymnasiastinnen hoffen nun, dass sich mehr Leute melden, die aufgrund der Corona-Krise finanziell geschwächt sind. «Wir möchten, dass sich viele Leute solidarisch zeigen und einen Beitrag spenden», sagt Jeanne. «Gleichzeitig ist es sehr wichtig, dass sich mehr Leute mit finanziellen Schwierigkeiten bei uns melden und ohne Scham auf unsere Hilfe vertrauen.» Nach dem Prinzip Geben und Nehmen soll das Projekt so endlich durchstarten.

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90 Kommentare
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Feline X

28.11.2020, 14:03

Super Sache. Ich werde nächste Woche einzahlen.

Frank

28.11.2020, 06:58

Ich habe meine Arbeit durch Corona verloren, und bin voll und ganz auf mich alleine gestellt... Zum Glück habe ich gespart

Minnie Minogue

27.11.2020, 08:53

Funktioniert hier etwas bei diesem linken Blatt?