Studie - Wie stark dich das Coronavirus trifft, liegt auch an deinen Genen
Aktualisiert

StudieWie stark dich das Coronavirus trifft, liegt auch an deinen Genen

Die genetische Veranlagung der Patienten und Patientinnen spielt eine grosse Rolle dabei, ob eine Corona-Erkrankung schlimm verläuft oder nicht. Das sagt eine neue Studie.

von
Marcel Urech
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Eine Studie hat das Humane Leukozytenantigen-System untersucht, das für die Funktion des Immunsystems zentral ist.

Eine Studie hat das Humane Leukozytenantigen-System untersucht, das für die Funktion des Immunsystems zentral ist.

Franziska Rothenbuehler
Die HLA-Moleküle helfen, zwischen körpereigenem und körperfremdem Gewebe zu unterscheiden.

Die HLA-Moleküle helfen, zwischen körpereigenem und körperfremdem Gewebe zu unterscheiden.

Moritz Hager
«Da die HLA-Merkmale genetisch veranlagt sind, konnten wir aufzeigen, dass es durchaus eine genetische Prädisposition für einen schweren Verlauf bei einer Covid-19-Erkrankung gibt», sagt Jürg H. Beer, Chefarzt und Direktor des Departementes Innere Medizin beim Kantonsspital Baden.

«Da die HLA-Merkmale genetisch veranlagt sind, konnten wir aufzeigen, dass es durchaus eine genetische Prädisposition für einen schweren Verlauf bei einer Covid-19-Erkrankung gibt», sagt Jürg H. Beer, Chefarzt und Direktor des Departementes Innere Medizin beim Kantonsspital Baden.

Tamedia AG

Darum gehts

  • Es gibt eine genetische Prädisposition für einen schweren Verlauf bei einer Corona-Infektion.

  • Das sagt eine Studie, an der auch das Kantonsspital Baden beteiligt war.

  • Diese Erkenntnis könne bei der Behandlung von Patienten und Patientinnen helfen.

Einige Menschen infizieren sich mit dem Coronavirus und spüren es nicht mal, andere haben einen schweren Verlauf und kämpfen ums Überleben. Warum? Ob jemand schwer an Covid-19 erkrankt oder nicht, liegt auch an den Genen, sagt eine neue Studie, an der auch ein Team des Kantonsspitals Baden mitwirkte.

Die genetische Veranlagung der Patienten und Patientinnen spielt offenbar eine grosse Rolle. Die Erhebung untersuchte das Humane Leukozytenantigen-System (HLA), das für die Funktion des Immunsystems zentral ist. Die HLA-Moleküle helfen, zwischen körpereigenem und körperfremdem Gewebe zu unterscheiden.

«Da die HLA-Merkmale genetisch veranlagt sind, konnten wir aufzeigen, dass es durchaus eine genetische Prädisposition für einen schweren Verlauf bei einer Covid-19-Erkrankung gibt», sagt Jürg H. Beer, Chefarzt und Direktor des Departementes Innere Medizin beim Kantonsspital Baden.

Doppelt so hohes Risiko

Insbesondere ein HLA-Subtyp – HLA-C* 04:01 – ist mit einem im Verlauf der Erkrankung doppelt so hohen Risiko für eine maschinelle Beatmung assoziiert. Diese Erkenntnis könne bei der Behandlung von Patienten und Patientinnen von Bedeutung sein, bietet sie doch potenziell die Möglichkeit einer Identifikation von Gruppen mit erhöhtem Risiko für schwere Infektionen, heisst es in einer Mitteilung zur Studie.

An der Studie beteiligten sich über vierhundert erwachsene Patientinnen und Patienten aus Deutschland, Spanien und der Schweiz. Neben Forschenden des Kantonsspitals Baden wirkten auch Vertreter des Klinikums Wels-Grieskirchen, der Charité in Berlin sowie Zentren in Spanien mit.

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