Super-G in Cortina - Starke Michelle Gisin fährt auf Rang 3 – Curtoni gewinnt, Goggia stürzt

Super-G in CortinaStarke Michelle Gisin fährt auf Rang 3 – Curtoni gewinnt, Goggia stürzt

Michelle Gisin fährt in Cortina zum zweiten Mal in ihrer Karriere auf ein Super-G-Podest. Die Italienerin Elena Curtoni gewinnt das Rennen, während Sofia Goggia einen Schock-Moment erlebt.

von
Remo Elsinger
Lucas Werder

Der schwere Sturz von Sofia Goggia. (Video: SRF)

Sechs Speed-Rennen hat Sofia Goggia in diesem Winter schon für sich entschieden. Auch beim Heimrennen in Cortina zählte die Italienerin zu den Top-Favoriten. Doch statt mit einem weiteren Saisonsieg endete das Rennen für die 29-Jährige mit einem Schock-Moment: Sie rutschte während ihrer Fahrt weg, verdrehte sich das Knie und stürzte heftig.

Immerhin konnte Goggia nach kurzer Pause selbstständig ins Ziel fahren. Noch ist unklar, ob sich die Bergamaskin kurz vor den Olympischen Spielen ernsthaft verletzt hat. Bereits die Heim-WM vor einem Jahr verpasste sie nach einem schweren Sturz, nachdem sie die Rennen zuvor nach Belieben dominiert hatte.

Michelle Gisin stark

Aus Schweizer Sicht sorgte Michelle Gisin für ein dickes Ausrufezeichen. Die Engelbergerin zauberte eine ganz starke Fahrt in den Schnee. Im Ziel fehlten ihr nur 24 Hundertstel auf den Spitzenplatz, was am Ende Rang drei bedeutete. Aus dem starken italienischen Speed-Team war es überraschend Elena Curtoni, die das Heim-Rennen in den Dolomiten für sich entscheiden konnte. Auf Rang zwei klassierte sich die Österreicherin Tamara Tippler.

«Es ist sensationell», sagte Gisin nach der Fahrt gegenüber SRF, «ich liebe es hier in Cortina». Gestern habe sie ihre Fahrt im unteren Teil noch «verhauen», doch heute habe sie endlich das Selbstvertrauen gefasst, anzugreifen. «Es macht einfach nur Spass», strahlte sie.

Lara Gut-Behrami enttäuscht

Nach ihrer missglückten Abfahrt unter windigen Bedingungen tat Lara Gut-Behrami am Samstag im Zielraum von Cortina ihren Unmut kund. Nach dem Super-G am Sonntag dürfte sich die Laune der Tessinerin kaum gebessert haben: Auf jener Strecke, wo sie sich vor einem Jahr zur Weltmeisterin gekrönt hatte, kam die 30-Jährige nie richtig auf Touren. Am Ende schaute nur ein 13. Platz heraus.

Auch Vize-Weltmeisterin Corinne Suter glückte keine optimale Fahrt, sie fuhr als Fünfte wie schon am Samstag knapp am Podest vorbei. Eine gute Gelegenheit liess Jasmin Flury aus, die bis zur Rennhälfte mit einer tollen Zeit unterwegs war. Ein grober Fehler spülte die 28-Jährige noch auf Rang sieben zurück.

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Sonntag, 23.01.2022

Erneut ein heftiger Sturz

Die Schwedin Lisa Hörnblad ist soeben an der gleichen Stelle und relativ ähnlich wie Goggia gestürzt. Das sah nicht gut aus. Die Italienerin hat sich übrigens vor kurzem unter Applaus aus dem Zielbereich verabschiedet. Sie musste von einem Trainer leicht gestützt werden, konnte aber selbstständig laufen.

Gisin überglücklich

Die Engelbergerin sprüht im SRF-Interview vor Freude: «Der heutige Tag war fantastisch. Ich kann wirklich mal nichts anderes dazu sagen. Es war eine sensationelle Woche. Ich liebe es da in Cortina. Gestern habe ich es unten noch verhauen, heute habe ich unten das Podest herausgeholt. Ich war schon oft Vierte und nun konnte ich aber zeigen, dass ich auch in den Speed-Rennen zurück bin. Ich war nicht erholt nach all diesen technischen Rennen und musste daher in Zauchensee aussetzen. Dieses Jahr so zu fahren in den Speed-Rennen ist sowieso unglaublich. Es macht einfach nur Spass und ich geniesse es.»

Die Freude ist ihr deutlich ins Gesicht geschrieben. Sie steht zum dritten Mal diesen Winter auf dem Podest und dies in der dritten Disziplin. Nach der kurzen Vorbereitung nach ihrer Erkrankung am Pfeifferschen Drüsenfieber ist dies umso bemerkenswerter.

31. JASMINA SUTER (SUI)

Bei der zweiten Zwischenzeit liegt sie auf Zwischenrang 20. Doch in den Schlüsselkurven ist auch sie weit weg von der Ideallinie. Schlussendlich ist es der 22. Rang und das dürfte wohl für Weltcup-Punkte reichen.

22. 1:22.9 (+1.81)

30. Ricarda Haaser (AUT)

Haaser beschliesst die Top 30, bringt ihre Fahrt jedoch nicht ins Ziel. Bereits früh ist sie zu weit von der Linie weg und kann sich dann nicht mehr retten.

Zwei Österreicherinnen stehen damit in den Top 10 mit Tippler auf dem zweiten Platz und Puchner auf Rang 10.

29. Kira Weidle (GER)

In der Abfahrt stand sie diesen Winter bereits auf dem Podest. Und im unteren Bereich kann sie den Rückstand von zwischenzeitlich über einer Sekunde nochmals drücken. Guter Schlussabschnitt der Deutschen.

12. 1:21.78 (+0.80)

28. JOANA HÄHLEN (SUI)

Sie könnte sich heute selbst ein Geburtstagsgeschenk machen. Doch die heute 30-Jährige ist nicht zufrieden im Ziel. Dennoch alles Gute zum Geburtstag an dieser Stelle!

17. 1:22.16 (+1.18)

27. Cornelia Hütter (AUT)

Sie verliert noch etwas mehr Zeit als die vor ihr gestartete Französin.

18. 1:22.37 (+1.39)

Schlechtes Gefühl, Platzierung ok

«Ich habe verhalten angefangen, obwohl ich den Kurs eigentlich mag. Ich kam nicht so gut rein. Es fehlt zwar wenig, aber es war auch ein schwieriger Super-G. Der Rang ist zwar okay, mein Gefühl ist aber nicht so gut.» Die Enttäuschung ist Suter dennoch anzumerken im Interview mit SRF.

26. Tiffany Gauthier (FRA)

An ihre beiden Teamkolleginnen Worley und Miradoli kommt sie nicht ran. Und auch die Top 15 verpasst Gauthier knapp.

17. 1:22.21 (+1.23)

25. PRISKA NUFER (SUI)

Sie fährt am Limit und manchmal auch knapp drüber. Das schlägt sich dann im Rückstand nieder. Leider kein optimaler Auftritt von ihr.

19. 1:23.68 (+2.70)

24. Nadine Fest (AUT)

Auch sie kann im oberen Teil mit Curtoni mithalten, auch wenn danach etwas Zeit liegen bleibt. Trotz sehr enger Linie bei den Goggia-Kurven geht ihr Plan beinahe auf. Sie verpasst die Top 15 knapp.

16. 1:22.14 (+1.16)

23. Nicol Delago (ITA)

Die ältere der Delago-Schwestern startet gleich schnell wie Curtoni, doch im zweiten Sektor verliert sie dann beinahe eine Sekunde auf ihre Landsfrau. Dann passt auch die Linie nicht mehr und dementsprechend gross ist ihr Rückstand.

17. 1:23.49 (+2.51)

22. Christine Scheyer (AUT)

Der Startsektor gelingt ihr optimal, doch in den technischeren Kurven verliert sie kontinuierlich Zeit. Bei der Goggia-Stelle rutscht auch sie weg, weil sie viel zu direkt in diese Kurvenfolge reingefahren ist. Es war aber zum Glück ein harmloser Sturz. Da haben sich ihre Ski überkreuzt.

DNF

21. Marusa Ferk Saioni (SLO)

Eine Fahrt zum Vergessen für die Slowenin.

17. 1:24.43 (+3.45)

Bei Flury überwiegt noch der Frust

«Ich weiss nicht, was passiert ist. Im Interview vorher habe ich dies nicht als Schlüsselstelle erwähnt. Bei Rumerlo habe ich etwas den Speed verloren und dort ist es leider extrem flach. Im Moment überwiegt der Fehler, auch wenn der Grundspeed vorhanden gewesen wäre. Mit zehn Hundertsteln weniger wäre ich wohl Sechste oder Siebte», sagt sie im SRF-Interview.

Fazit nach 20 Fahrerinnen

Michelle Gisin muss zwar noch etwas bangen, doch aktuell liegt sie als Dritte auf einem Podestplatz. Schneller waren nur Elena Curtoni und Tamara Tippler. Die Italienerin könnte heute ihren ersten Weltcup-Sieg im Super-G feiern.

Als nächste Schweizerin folgt Priska Nufer mit der Startnummer 25.

20. Marie-Michele Gagnon (CAN)

Vor zwölf Jahren bestritt sie hier ihren ersten Weltcup-Super-G. Da fährt also viel Routine und Erfahrung mit. Bringt aber alles nichts, denn der Rückstand ist bereits nach zwei Zwischenzeiten gross. Bei der Schlüsselpassage gerät sie dann zu weit hinaus und scheidet ebenfalls aus.

DNF

19. Ranghild Mowinckel (NOR)

In Val d'Isère stand sie diesen Winter bereits auf dem Podest im Super-G. Die Goggia-Kurve mit der Kompression meistert sie gut, doch auch sie kommt nicht an die Bestzeit heran. Doch an den Olympischen Winterspielen wird sie dennoch zum erweiterten Favoritenkreis gehören.

7. 1:21.57 (+0.59)

18. Romane Miradoli (FRA)

Ihre Teamkollegin Worley liegt als beste Französin auf Zwischenrang 6. Sie hält bis zur zweiten Zwischenzeit gut mit und liegt nur zwei Zehntel hinter der Bestzeit. Dann kommt aber noch viel dazu. Mit der gleichen Zeit wie Lara Gut-Behrami klassiert sie sich auf dem elften Zwischenrang.

11. 1:21.81 (+0.83)

17. Mikaela Shiffrin (USA)

Sie hat sich kurzfristig für den Start im heutigen Rennen entschieden. Doch sie geht nicht das volle Risiko ein und fährt sehr zurückhaltend, auch wenn sie mit dem Top-Speed an der Tempomessung vorbeikommt.

13. 1:21.99 (+1.01)

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