29.03.2016 11:59

FBI vs. Apple

Wie steht es um die Sicherheit von iPhones?

Die US-Bundespolizei FBI hat Daten auf einem iPhone erfolgreich entschlüsselt. Das wirft die Frage auf: Wenn das FBI es kann, gelingt es anderen auch?

von
tob

Zwischen dem FBI und Apple ging es wochenlang hin und her. Konkret ging es beim Streit um die Entschlüsselung des iPhones eines Mannes, der Anfang Dezember mit seiner Ehefrau bei einem Anschlag in San Bernardino 14 Menschen erschossen hatte.

Das FBI forderte vom Technologiekonzern, das Betriebssystem so abzuändern, dass sie auf die Daten Zugriff erhalten. Apple winkte ab. Die Begründung: So entstehe ein Generalschlüssel, der die Sicherheit aller iPhones gefährde. Der Konzern erhielt Zuspruch von vielen anderen Unternehmen, etwa von Google.

Nun gelang es dem FBI offenbar doch, ohne Apples Hilfe ins iPhone einzudringen. Wie also steht es um die Sicherheit der Geräte? 20 Minuten gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wie genau hat das FBI das iPhone gehackt?

Aus den Gerichtsdokumenten geht nicht hervor, wie es dem FBI gelungen ist auf das Gerät zuzugreifen. Klar ist, dass der Täter ein iPhone 5C mit dem Betriebssystem iOS 9 nutzte. Unklar ist, ob das FBI nun eine generelle Hintertür im System entdeckt hat, oder lediglich eine Lösung gefunden hat, dieses eine Gerät zu knacken. Der Whistleblower Edward Snowden sagte bereits letzte Woche, dass das FBI sowieso schon in der Lage sei, iPhones zu knacken. Was auf dem iPhone des Terroristen gefunden wurde, liess die Bundespolizei unkommentiert.

Hat jemand dem FBI geholfen?

Letzte Woche kamen Gerüchte auf, dass eine israelische Firma mit dem Namen Cellebrite dem FBI Hilfe angeboten hätte. Das Unternehmen baut unter anderem Spezialkoffer für die digitale Forensik. Mit den Geräten können Justizbehörden Daten von Smartphones und Tablets sichern. Ob die Firma involviert war, ist nicht klar. Das FBI sprach nur von der Beteiligung einer Drittpartei – ohne Namen zu nennen.

Was bedeutet das für Apple?

Apple hatte letzten Herbst bei einem anderen Fall vor Gericht gesagt, dass ab dem Betriebssystem iOS 8 oder höher nicht einmal sie selbst auf die Daten zugreifen können. Offenbar ist dies nun doch möglich. Apple stehe jetzt unter Druck, weil sie den Kunden beweisen müssen, dass die aktuellen iPhone-Systeme so sicher sind, wie sie beworben werden, schreibt etwa das US-Magazin «Fortune».

Wie hat Apple reagiert?

Apple will laut Medienberichten jetzt in Erfahrung bringen, wie das FBI das iPhone geknackt hat. In einem Statement liess Apple verlauten, dass man auch weiterhin den Behörden bei Ermittlungen helfen wolle – wie man das schon immer getan habe. Auch soll die Sicherheit von iPhones weiter erhöht werden. Apple sagte weiter, dass Nutzer einen Anspruch auf Datenschutz, Sicherheit und Privatsphäre hätten. Das eine für das andere zu opfern, würde die Nutzer aber einem gewissen Risiko aussetzen. Laut einem Bericht des Magazins «The Information» arbeitet Apple auch an neuen, eigenen Servern und einer sicheren Verschlüsselung der iCloud, wie «Die Zeit» berichtet.

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