Aktualisiert 06.10.2018 20:54

300 Franken Busse

Wie streng soll Littering bestraft werden?

Aargauer Politiker fordern strengere Bussen für Abfallsünder. Kommt der «Aufsichtsstaat», wie Gegner befürchten? Die Leser sind geteilter Meinung.

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nz/anp

Passanten geben zu: Viele haben selbst schon Littering betrieben. Bussen halten sie trotzdem für nötig. (Video: 20 Minuten)

Der Aargauer Regierungsrat will die Bussenregelung für Abfallsünder vereinheitlichen und verschärfen, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. Abfallsünder werden heute von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich bestraft. Die Bussen reichen von 40 bis 100 Franken. Wer seinen Zigistummel, seine PET-Flasche oder seinen Kaffeebecher liegen lässt, soll laut dem Willen des Aargauer Regierungsrats nun im ganzen Kanton 100 Franken Busse bezahlen.

Der SP und der CVP geht dieser Vorschlag noch zu wenig weit. Die SP will Littering-Bussen auf 200 Franken erhöhen, die CVP fordert 300 Franken. Auch der Aargauische Gewerbeverband spricht sich für eine Bussenerhöhung aus, «um die abschreckende Wirkung zu verstärken». Die CVP schlägt zudem neue Regelungen beim Vollzug vor. Künftig sollen unter anderem auch Förster, Wildhüter und Ranger befugt werden, Bussen auszuteilen.

Kommt jetzt der «Aufsichtsstaat»?

Bei der Vereinigung der Gemeindeammänner kommt die Idee hingegen schlecht an. In einer Mitteilung schreiben sie, dass sie den «Aufsichtsstaat» ablehnen. Eine schweizweite Littering-Busse lehnte der Nationalrat 2016 ab – und so bleiben die Regelungen unterschiedlich: Wer in Lausanne einen Zigistummel auf den Boden wirft, bezahlt 150 Franken, in Zürich und Bern 80 Franken.

Viele Passanten haben selbst schon Abfall auf den Boden geworfen. Was sie zu höheren Bussen denken und ob diese nötig sind, sehen Sie im Video.

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